LoL – Last one Low … oder was eine Comedyshow und mein CGM-System gemeinsam haben

3 Minuten

LoL – Last one Low ... oder was eine Comedyshow und mein CGM-System gemeinsam haben | Foto: Merle Dehnhard
Foto: Merle Dehnhard
Community-Beitrag
LoL – Last one Low … oder was eine Comedyshow und mein CGM-System gemeinsam haben

Merle hat „LoL – Last one Laughing“ für sich entdeckt. Das ist eine Comedyshow, die man über Amazon Prime streamen kann. Dabei hat sie eine spannende Parallele zu ihrem CGM-System entdeckt.

Vor Kurzem erschien auf Amazon Prime in Deutschland eine weitere Staffel von „LoL“ – Last on Laughing In der Show treffen 10 Comedians aufeinander und versuchen, sich gegenseitig zum Lachen zu bringen. Wer lacht, fliegt raus. Ich habe von dieser Serie erfahren, kurz nachdem die 2. Staffel rauskam. Sie hat mir aber sofort so gut gefallen, dass ich die ersten 2 Staffeln an einem Wochenende mit meiner Familie durchgeschaut habe. 

Das einzige Problem an der ganzen Geschichte für mich war der Ton des einen Buzzers. Immer, wenn jemand beim Lachen erwischt wird, wird im Kontrollzentrum der rote Buzzer gedrückt. Im Raum der Comedians ertönt ein Warnsignal. So weit, so gut. Nachdem geklärt wurde, wer rausfliegt, geht die Show weiter. Dafür wird der grüne Buzzer gedrückt. Dabei ertönt erneut ein Signal, diesmal aber ein anderes.

Dieser Ton ging mir nicht aus dem Ohr…

Am Anfang erkannte ich den Ton nicht sofort, ich assoziierte ihn nur mit Unbehagen. Jedes Mal, wenn er ertönte, lief mir ein Schauer über den Rücken und ich hatte ein „das ist aber nicht gut“-Gefühl. 

Ich trage einen Dexcom-Sensor und eine t:slim-X2-Pumpe. Jedes Mal, wenn ich einen Wert unter 50 mg/dl (2,8 mmol/l) erreiche, piepsen mein Handy und meine Pumpe wie in einem Echo nacheinander diesen Alarm. Und genau so, mit ein bisschen mehr Hall, klingt das Signal für „die Show geht weiter“ bei Last one Laughing.

Erst nach ein paar Stunden fiel mir ein, woher ich den Ton kannte. Es war der Ton, den Dexcom für den Alarm Underground Low/Niedriger Wert (dringend) eingestellt hat.

Disclaimer der Redaktion: Der Ton, den Merle hier beschreibt, kann beliebig in der Dexcom-App ausgewählt werden und man kann diesen Alarmton auch nach Belieben verändern.

Last one Low? Das Alarmsignal der Serie

Quelle: Merle Dehnhard

Ich fand dies gleichermaßen anstrengend wie auch amüsant. Ich hatte noch nie zuvor die Warnsignaltöne von Dexcom irgendwo anders gehört. (Nicht einmal bei anderen CGM-Apps.)

Dieses ungute Gefühl wurde mit jedem Mal ein bisschen weniger, doch ganz verschwand es nie. Anfangs überlegte ich, mir jedes Mal die Ohren zuzuhalten, doch das stellte sich dann doch als recht anstrengend heraus, also ließ ich es. Ich versuchte, mich also einfach an den Ton zu gewöhnen.

Wie sich später herausstellte, war es gar keine so gute Idee, sich an ein „überlebenswichtiges“ Signal zu gewöhnen.

Der nächtliche „Hypo“-Alarm

Nachdem ich sechseinhalb Stunden in 3 Tagen durchgeschaut hatte, kam ich Sonntagnacht in einen Unterzucker. Grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Dank der tollen Control-IQ-Technologie der t:slim komme ich nachts in der Regel sehr schnell wieder aus Unterzuckern raus. In dieser Nacht hatte ich wahrscheinlich das Abendessen überspritzt oder falsch korrigiert, zumindest reichte das Control-IQ meiner Pumpe nicht aus, um mich aus dem Unterzucker rauszuholen. So rutschte ich langsam, aber stetig in den Bereich „Niedriger Wert – dringend!“

Das Problem, das sich nun aber zeigte, war, dass ich mich wohl doch stärker an den Ton gewöhnt hatte als gedacht.

Das „das ist nicht gut, wach auf !!!“-Gefühl hatte ich mit „jetzt darf nicht mehr gelacht werden“ überschrieben. Dies hatte zur Folge, dass ich nicht mehr aufwachte, wenn meine Pumpe und Handy einen Kanon des „Die Show geht weiter“-Sounds veranstalteten. Ich wachte letzten Endes auf, weil ich mich schlecht fühlte und glücklicherweise in der Regel nicht mehr schlafen kann, wenn mein Zucker unter 40 mg/dl (2,2 mmol/l) fällt. 

Mir stellt sich nun eigentlich nur eine Frage: Gab es ein Sale auf diesen Ton? „Heute nur 50%, wer diesen Ton nimmt, aus irgendeinem Grund löst er Unbehagen bei unseren Kunden aus.“ Oder shoppen Amazon Prime und Dexcom einfach nur in der gleichen Soundbibliothek?


von Merle Dehnhard

Merle war Autorin in der Blood Sugar Lounge und hat dort aus dem Leben mit Diabetes berichtet. Hier findet ihr alle Beiträge aus dieser Zeit:

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Künstliche Intelligenz in der Diabetes-Behandlung: Was Algorithmen heute schon leisten
Ob Früherkennung von Netzhautschäden, Unterstützung bei der Insulindosierung oder Vorhersage von Unterzuckerungen: Künstliche Intelligenz spielt in der Diabetes-Behandlung eine zunehmend wichtige Rolle.
Künstliche Intelligenz in der Diabetes-Behandlung: Was Algorithmen heute schon leisten | Foto: sirichai – stock.adobe.com

2 Minuten

Open-Source-DIY-Systeme treiben vollständig automatisierte Insulindosierung (AID) voran
Während kommerzielle AID-Systeme noch überwiegend als Hybrid-Closed-Loop-Systeme arbeiten und weiterhin Mahlzeitenankündigungen oder Bolusgaben erfordern, experimentiert die Open-Source-Community schon länger mit Strategien zur vollständig automatisierten Insulindosierung. Eine aktuelle Übersichtsarbeit in Diabetologia zeigt nun, wie weit diese Entwicklung dieser DIY-Systeme bereits gediehen ist und welche Chancen, aber auch Grenzen derzeit bestehen.
Ein Steckbrett mit Siebensegmentanzeige und farbigen Kabeln ist mit einer Arduino-Platine verbunden, die per USB-Kabel an eine Computertastatur angeschlossen ist. Sinnbild für selbstgebaute Open-Source-Elektronik, wie sie bei DIY-Systemen zur automatisierten Insulindosierung zum Einsatz kommt.

3 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • lena-schmidt postete ein Update vor 1 Woche

    Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße