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Mit Diabetes im Rucksack durch Irland
3 Minuten

Vorbereitung ist alles!
Da ich schon immer von einer Reise durch Irland geträumt habe, packte ich Anfang Januar 2014 meinen Rucksack und freute mich auf einen Winter in Irland! Schon bei den Vorbereitungen merkte ich: Gute Ausrüstung, sinnvolles Packen und eine Absicherung (gerade in Sachen Diabetes) sind das Wichtigste, um den Work-&-Travel-Aufenthalt so gut wie möglich erleben zu können.
Ich stöberte im Internet, erkundigte mich bei Freunden und Verwandten, die schon mit dem Rucksack herumgereist waren, und stellte mir zwei Listen zusammen: eine, um an wirklich alles Notwendige zu denken; die andere, um alle wichtigen Termine vor dem Abflug zu erledigen.
Packen für den Diabetes
Natürlich führte mich einer der ersten Wege zu meinem Diabetologen. Er schrieb kurzerhand in meine Akten für die Krankenkasse, dass ich einen Mehrbedarf für einen Auslandsaufenthalt bräuchte – wenige Tage später marschierte ich mit dutzenden Teststreifenpackungen, Insulin und Lanzetten aus der Apotheke. Ein Ersatzmessgerät, Pen und eine Stechhilfe durften dank meines Diabetologen mit in den Rucksack wandern.
Das Insulin verstaute ich in einer festen Brotdose ganz oben im Rucksack, um die Ampullen vor Zerdrücken zu schützen – ein Winter in Irland knackt eher selten die 40-Grad-Marke, sodass ich mir immerhin keine Gedanken um die Kühlung machen musste 😉 Die Teststreifen, Lanzetten und alle wichtigen Dokumente (unter anderem natürlich auch der Diabetes-Ausweis für den Flughafen) wanderten in einzelne Packtaschen.
In Irland selbst verhielt sich mein Monster meistens super-zahm.
Täglich durch Matsch, Regen und Wind zu wandern, bis zu den Knien in Kuhmist zu versinken, um Felder zu düngen, und lange schlaflose Nächte taten meinen Blutzuckerwerten erstaunlich gut!
Die Iren sind ein sehr trinkfreudiges Volk – deshalb fand natürlich auch das ein oder andere Pint of Guinness in einem guten Pub mit guter Live-Musik den Weg zu mir. Die hervorragende Küche und die unglaublich guten Süßigkeiten sorgten trotz der vielen Bewegung dann oft auch für die ein oder andere Blutzuckerspitze.
„Wir laufen jetzt und halten nicht mehr an. Versuch auf der Karte zu sehen, wo wir sind – ich habe keine Ahnung, ob ich nicht gleich umkippe“
Dass es trotz des ganzen Spaßes auch ganz schön gefährlich werden kann, wenn man nicht vernünftig vorsorgt, begriff ich auf einer der vielen Wanderungen. Mitten in der irischen Pampa, mit schnell einsetzender Dunkelheit und null Handyempfang fühlte ich mich leicht unterzuckert. Als ich meinen Wert schnell checken wollte, kippte ich vor Schock fast hintenüber: 23 mg/dl (1,3 mmol/l). Der Traubenzucker war leer, der letzte Apfel und das Brot seit Stunden gegessen und meine Freundin und ich wussten: Es liegen noch gute 2 Stunden Fußmarsch vor uns.
Ich drehte mich zu ihr um, zeigte ihr den Wert und sagte: „Wir laufen jetzt und halten nicht mehr an. Versuch auf der Karte zu sehen, wo wir sind – ich habe keine Ahnung, ob ich nicht gleich umkippe“ und lief schnurstracks los. Trotz des tiefen Wertes fühlte ich mich erstaunlich fit und hoffte trotzdem inständig, meine Leber würde noch irgendwoher ein kleines bisschen Glukose für mich auftreiben.
Danke an dieser Stelle für die aufopferungsvolle Arbeit meines kleinen Leber-Freundes: Nach 1,5 Stunden (wir hatten die restlichen Kilometer im Laufschritt hinter uns gebracht) kam ich völlig erschöpft, aber immerhin mit vollem Bewusstsein im Hostel an – Blutzucker 51 mg/dl (2,8 mmol/l). Die Fressorgie konnte beginnen! 😉
Bis in die Nacht hinein aß ich so ziemlich alles, was mir in die Finger kam. Meine Leber füllte sich schmatzend wieder auf und so wachte ich am nächsten Morgen mit einem Drittel der eigentlichen Basaldosis und einem Traumwert von 101 mg/dl (5,6 mmol/l) auf.
Von nun an besser Vorbereitet über die Insel meiner Träume!
Von diesem Tag an hamsterte ich Traubenzucker, Müsliriegel und andere Hypohelfer in meinen Jacken-, Hosen- und Rucksacktaschen und verlasse bis heute das Haus nicht ohne schnelle Kohlenhydrate in meiner Handtasche;)
Letztendlich habe ich einige der besten Tage meines Lebens in diesem Land verbracht und kann es kaum erwarten, noch einmal die grüne Insel zu bereisen und ihr dann meinen kleinen Pumpen-Freund vorstellen zu können!
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]










Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße