Achtung, die Zahnfee kommt! Wie wir Diabetiker uns nicht mehr vor ihr fürchten müssen

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Achtung, die Zahnfee kommt! Wie wir Diabetiker uns nicht mehr vor ihr fürchten müssen

Der Tag der Zahnfee soll uns an ein altes Ritual erinnern: Fällt einem Kind ein Milchzahn aus, dann legt es diesen unter sein Kopfkissen oder in ein Glas und stellt es neben sich auf den Nachttisch. In der Nacht kommt dann die Zahnfee und ersetzt den Milchzahn durch eine kleine Überraschung.

Zahnfee
Quelle: Fotolia – Senorita Kikiosa

Als Diabetiker sollte uns bewusst sein, dass auch unsere Zahngesundheit in enger Verbindung mit unserem Diabetes steht. Wir alle sind natürlich keine Kinder mehr. Und die Milchzähne wurden längst durch die echten Zähne ersetzt. Daher gilt es besonders mit Diabetes, auf seine Zähne aufzupassen!


Gut zu wissen

 “Menschen mit Diabetes haben im Vergleich zu Gesunden ein dreimal höheres Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken.” (Diabetesinformationsdienst München)


In welcher Verbindung stehen Diabetes und Mundgesundheit?

Ist unser Blutzuckerspiegel längerfristig erhöht, hat das auch Auswirkungen auf unsere Zähne. Zum einem wird die Blutversorgung im Zahnfleisch durch einen langfristig erhöhten Blutzuckerspiegel empfindlich gestört. Dabei kommt es zu einer Mangelversorgung der Zähne mit Sauerstoff und Nährstoffen. Als Folge wird die Abwehr gegen Bakterien oder Keime im Mund geschwächt und es kann schneller eine Zahnfleischentzündung entstehen. Der Körper kann sich durch den erhöhten Blutzuckerspiegel nicht mit erhöhter Durchblutung seiner Gefäße zur Wehr setzen. Als Folge haben Bakterien und andere Keime eine größere Chance. Und als Folge kann leichter Parodontitis (häufig auch Parodontose genannt) oder Karies entstehen.


Was bedeutet Parodontitis?

Eine Parodontitis betrifft den Zahnhalteapparat. Dabei werden jene Fasern zerstört, die den Zahn umgeben und die ihn mit den Knochen verbinden. Dabei sind dann auch die Knochen betroffen und als Folge können sich die Zähne lockern. Ein wichtiges Warnsignal ist immer das Zahnfleischbluten, auf das man als Diabetiker unbedingt achten sollte!


 

Zähneputzen
Quelle: Fotolia

Was bedeutet Karies?

Die Produktion von Speichel reduziert sich bei hohen Blutzuckerwerten. Dabei bekommen wir einen trockeneren Mund und die kleinen Reparaturprozesse des Körpers, die sonst durch den Speichel stattfinden, werden vermindert. Das wiederum erhöht unser Kariesrisiko. Die Zahnhartsubstanz wird aufgeweicht. Es können sich Löcher in den Zähnen bilden, die bis zu den im Inneren liegenden Nerven und Gefäßen im Zahn reichen. Dort können dann durch Bakterien und andere Keime neue Schäden entstehen.


Ich erinnere mich noch sehr gut an einen speziellen Tag aus meiner Jugendzeit. Ich hatte an diesem Tag kurz vor Schulbeginn gegen 7 Uhr einen Zahnarzttermin. Schon am Vorabend hatte ich ein mulmiges Gefühl im Bauch. Also putzte ich vor dem Zubettgehen noch einmal besonders gründlich meine Zähne. Beim Sitzen auf dem Zahnarztstuhl am nächsten Morgen machte sich ein flaues Gefühl in der Magengegend breit… Der Zahnarzt hat an diesem Tag kein Loch entdeckt. Aber kennt ihr nicht auch dieses mulmige Gefühl, wenn man zum Zahnarzt geht?

Wie kann ich mich schützen?

Bei der Zahnpflege gilt: Diabetiker und Nicht-Diabetiker sind gleichgestellt! Für Diabetiker gibt es keine diabetesspezifischen Erkrankungen der Zähne. Jeder Diabetiker muss genauso wie auch jeder Nicht-Diabetiker seine Zähne pflegen. Nur wegen der erhöhten Gefahr entzündlicher Zahnfleischerkrankungen sollten Diabetiker besondere Acht auf ihre Zähne geben. Diabetiker sind bei den Zähnen eben weniger widerstandsfähig als Nicht-Diabetiker.

Zähne
Quelle: Fotolia

Zahnpflege erfordert fast ebenso viel Selbstdisziplin und Selbstkontrolle wie der Diabetes!

  • früh und abends Zähne putzen
  • 1 x täglich Zahnseide verwenden
  • 1 x wöchentlich medizinisch wirksames Gel zur Zahnschmelzhärtung anwenden

Also ran ans Zähneputzen, damit ihr auch morgen noch kräftig zubeißen könnt!

 

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  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

  • vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 2 Stunden

    Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

  • gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?

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