- Aus der Community
Auf hoher See, Teil 1: Planen und Packen
3 Minuten
„Wieso das denn?“ „Warum auf einem Containerschiff?“ „Darf man das überhaupt?“ „Was willst du denn da einen Monat lang jeden Tag machen?“ Das waren die häufigsten Reaktionen meiner Freunde und Familie auf die Eröffnung meines Plans, in Chile an Bord eines 333 Meter langen und 48 Meter breiten Frachtschiffs zu gehen, um damit innerhalb von 30 Tagen nach Europa zu reisen.
Die Fragen sind berechtigt. Die Antworten ganz einfach: Weil ich außergewöhnliche Reisen liebe – auch und erst recht mit „Zucker im Gepäck“. Weil ich auf keinen Fall eine Kreuzfahrt mit tausenden anderen auf einem Passagierschiff machen will. Ja, einige Containerschiffe nehmen tatsächlich einen Privatreisenden (bis maximal eine Handvoll Passagiere) mit. Und was ich machen werde? Ich will die Zeit nutzen für ein paar Projekte, die Ruhe, Inspiration und möglichst eine Telefon- und WLAN-freie Zone benötigen.

Auf eigenes Risiko
Gesagt, geplant, gebucht: Mitte März sollte es in Valparaíso in Chile losgehen. Vorher musste ich noch diverse Dokumente unterzeichnen, die das verantwortliche Unternehmen, den Charterer, einfach alle Beteiligten von irgendwelchen Haftungsansprüchen freistellen. Denn eine Frachtschiffreise erfolgt auf eigenes Risiko. Es gibt keinen Arzt an Bord. Und man braucht eine Auslandskrankenversicherung inklusive Option auf Rücktransport. Kein Wunder, immerhin ist der Zweck eines Frachtschiffs der Transport der Container von A nach B – und nicht das Entertainment der wenigen Passagiere (in meinem Fall neben mir noch eine Französin, wie ich später erfahren sollte).
Damit dieser Transport reibungslos verläuft, dürfen nur Passagiere mitfahren, die „in guter gesundheitlicher Verfassung und in der Lage sind, mit einem Frachtschiff zu reisen, auf dem kein Arzt an Bord ist“. Das und andere Fragen und Auskünfte müssen in einem speziellen Gesundheitszeugnis von einem Arzt vorab attestiert werden, das zum Zeitpunkt der Einschiffung nicht älter als 30 Tage ist. „Ist der Passagier gebrechlich aufgrund seines Alters oder einer Krankheit?“ Nein, bin ich natürlich nicht. „Schwindel-/Ohnmachtsanfälle? Nervöse Störungen? Brust- oder Lungenleiden?“ Nein, nein, nein. Aber: „Diabetes?“ Ja, das schon. „In medizinischer Behandlung?“ Auch … und: „Ist der Passagier auf regelmäßige Verabreichung der Medikamente angewiesen?“ Nochmal ja – auf Insulin …
Logistische Herausforderungen
Da mir meine Diabetologin allerdings auf diesem Attest durch weitere Anmerkungen bestätigt hat, wie es tatsächlich ist – „Diabetes mellitus Typ 1, gut eingestellt, ohne Gefahr der Entgleisung; Insulinpumpentherapie + CGM – Patient führt selbstkontrollierende Dosisanpassung durch“ –, war es kein Problem, ein Ticket für das Schiff zu bekommen. Auch mit „Zucker im Gepäck“.

Das Packen erforderte da schon mehr Konzentration. Mit einem Puffer von einer knappen Woche vorab in Chile – man weiß nie genau, ob sich der Zeitplan eines Containerschiffs nach vorne oder hinten verschiebt – und den 30 Tagen an Bord musste ich Insulin und Diabetesausrüstung für fünf Wochen mitnehmen. Und dabei ordentlich Ersatz einplanen – für alle erdenklichen Szenarien. Wie etwa: Schiff nach einem Landgang verpasst, Insulin fährt ohne mich weiter. Ampullen gehen an Bord zu Bruch. Oder, oder, oder. Eine Apotheke mit Insulin gibt es nämlich nicht an Bord. Und spätestens bei der 10-tägigen Atlantiküberquerung könnte das bei einigen Szenarien problematisch werden.
Sicherheitshalber habe ich mir sogar extra neue, zusätzliche Frio-Kühltaschen angeschafft, um im Fall der Fälle alle Vorräte bei der Fahrt durch die Karibik und über den Atlantik in verschiedenen Taschen und an unterschiedlichen Orten in meinem Gepäck durchgehend selbst kühlen zu können. Aber das hätte es gar nicht gebraucht, wie sich beim Boarding gezeigt hat …

Und so geht es weiter für Susanne:
„Auf hoher See, Teil 2: Boarding mit überraschender Begegnung“
Auf hoher See, Teil 3: Die ersten zwei Wochen an Bord
Auf hoher See, Teil 4: Kein Land in Sicht und Ankunft in Europa
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 2 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
