Aufklären über Ketoazidose-Gefahr

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Aufklären über Ketoazidose-Gefahr

Eine Ketoazidose ist gefährlich – und kommt in Deutschland bei Kindern und Jugendlichen bei der Manifestation des Typ-1-Diabetes immer noch vor. Was kann getan werden, um Kinder und ihre Familien davor zu bewahren? Das war Thema beim „Hecker-Symposium“ in Stuttgart.

Dieser Beitrag ist eine Vorabveröffentlichung aus der Mai-Ausgabe des Diabetes-Journals, die am 26. April 2019 erscheint..

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Ketoazidose bei Neumanifestation – warum kommt das heute noch vor?“ So lautete das Thema des diesjährigen Hecker-Symposiums, das im Februar in Stuttgart stattfand. Die Veranstaltung richtete sich an Ärztinnen, Lehrerinnen, Gruppenleiter in der Selbsthilfe, Arzthelferinnen, Diabetesberater, Sozialarbeiterinnen, Psychologen und alle an der Früherkennung Interessierten.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgemeinschaft Diabetologie Baden-Württemberg e. V. (ADBW) gemeinsam mit der Selbsthilfeorganisation Diabetiker Baden-Württemberg e. V. (DBW). In rund 20 Prozent der Fälle kommt es in Deutschland bei Diagnosestellung zu einer Stoffwechselentgleisung, berichtete Prof. Hugo Segerer aus Regensburg.

Mehr Fortbildung für Ärzte

Das Thema müsse in Ärztefortbildungen mehr Raum bekommen, waren sich die Teilnehmer einig, zudem sei bevölkerungsweit mehr Aufklärung nötig. Ulrich Schmolz, Leiter des Fachbeirates Diabetes im Sozialministerium, zeigte sich beeindruckt von der großen Teilnehmerzahl und sieht die kommunalen Gesundheitskonferenzen in einer Schlüsselposition, um das Thema in die lokale und regionale Öffentlichkeit zu bringen.

Dr. Katrin Nagl von der Universitätskinderklinik Wien hat untersucht, was Aufklärungsinitiativen erfolgreich macht. Von dort stammt auch das Aufklärungsvideo „Beinah zu spät“, das auf YouTube bis heute mehr als 600.000 Views erzielt hat. Prof. Dr. Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamtes, präsentierte die Ergebnisse des Stuttgarter Präventionsprogramms.

Stuttgarter Kampagne erfolgreich

Bei der Kampagne wurden Poster und Flyer in Kitas, Kinder- und Jugendarztpraxen verteilt, es erfolgte eine regelmäßige öffentliche Berichterstattung in den Zeitungen. Im Ergebnis nahm der Anteil der Kinder mit diabetischer Ketoazidose bei Diagnose im Kampagnenzeitraum signifikant ab – auf 16 Prozent im Vergleich zu 28 Prozent zuvor! „Die Kampagne hatte eine extrem große Reichweite“, so Ehehalt, dank guter Vorbereitung und Zusammenarbeit vor Ort.


von Ingeborg Fischer-Ghavami
Kirchheim-Verlag, Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (5) Seite 12

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 2 Wochen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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