- Behandlung
Blutdrucksenker nicht aus Angst vor COVID-19 absetzen!
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Viele Patient*innen sind verunsichert: Spekulationen zufolge könnten Blutdrucksenker anfälliger für Coronavirus-Infektionen machen. Doch die European Society of Hypertension (Europäische Bluthochdruck-Gesellschaft) widerspricht: Es gibt bislang keinen Beweis, dass blutdrucksenkende Medikamente mit einem höheren Infektionsrisiko einhergehen. Daher gibt es auch keinen Grund, diese Medikamente aus Angst vor COVID-19 abzusetzen – so die Kernaussage einer Stellungnahme der europäischen Fachgesellschaft. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) schließt sich dieser Empfehlung an.
Wie sollten sich Patient*innen mit Bluthochdruck also konkret verhalten? Hier die Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga (DHL):
- Sich vor der Virusinfektion möglichst gut zu schützen, ist das Gebot der Stunde, und zwar insbesondere für alle älteren Menschen.
- Es gibt bislang keinen Beweis, dass blutdrucksenkende Medikamente mit einem höheren Infektionsrisiko einhergehen. Daher gibt es auch keinen Grund, diese Medikamente aus Angst vor COVID-19 abzusetzen.
- Selbst, wenn eine COVID-19-Erkrankung vorliegt, gibt es keinen zwingenden Grund, die Medikamente abzusetzen oder umzustellen.
Bei Verunsicherung empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga (DHL), den behandelnden Arzt anzurufen – keinesfalls sollte die Medikamenteneinnahme ohne Wissen des Arztes verändert werden. Auskunft erhalten Patientinnen und Patienten darüber hinaus bei der DHL-Telefonsprechstunde jeden Mittwoch, 18-20 Uhr, unter der Telefonnummer 06221/588 55 55. Mehr darüber erfahren Sie unter diesem Link.
Warum sind blutdrucksenkende Medikamente in Verdacht geraten?
Das SARS-CoV2-Virus (Coronavirus) nutzt zum Eintritt in die Zellen das Enzym ACE2. Dieses wird von Zellen der Lunge produziert, wo es auf der Zelloberfläche präsentiert wird und als „Eintrittspforte“ für das Virus dienen kann. Dieser krankheitsauslösende Mechanismus von Sars-Cov-2 hat viele Patienten mit Bluthochdruck verunsichert, denn die blutdrucksenkende Therapie kann zu einer leichten Erhöhung von ACE2 führen – und mehr „Eintrittspforten“, so die Befürchtung, könnten Betroffene anfälliger für die Infektion mit dem neuartigen Virus machen.
Dieses Risiko stuft die europäische Bluthochdruckgesellschaft (European Society of Hypertension/ESH) jedoch als sehr gering ein und rät Bluthochdruckpatientinnen und -patienten, weiterhin ihre blutdrucksenkenden Medikamente wie verschrieben einzunehmen.
Zwar baut ACE2 Blutdruckhormone des Renin-Angiotensin-Systems ab, welche von dem verwandten Enzym ACE gebildet werden und gängige Blutdrucksenker, wie ACE-Hemmer und die sogenannten Sartane, blockieren die Blutdruckhormoneffekte, was in Studien zu einer leichten Erhöhung des ACE2 geführt hat.
Kein Beweis für höheres Infektionsrisiko
Doch: Es gibt bislang keinen Beweis, dass blutdrucksenkende Medikamente mit einem höheren Infektionsrisiko einhergehen. Daher gibt es auch keinen Grund, diese Medikamente aus Angst vor COVID-19 abzusetzen. Die ESH empfiehlt Patienten mit Bluthochdruck stattdessen, die gleichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen wie andere Menschen der gleichen Altersklasse (und gleichem Risikoprofil durch Begleiterkrankungen).
Sich gut zu schützen ist wichtig – besonders für Ältere
Sich vor der Virusinfektion möglichst gut zu schützen, ist das Gebot der Stunde, und zwar insbesondere für alle älteren Menschen, die in der Regel auch eine höhere Krankheitslast als jüngere Menschen, also mehr Begleiterkrankungen, aufweisen. Es ist bekannt, dass eine COVID-19-Erkrankung besonders bei älteren Menschen schwerere Verläufe nehmen kann.
Datenauswertungen, die zeigen, dass ein Großteil der Coronavirus-infizierten Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten, Bluthochdruck hatten, sorgen immer wieder für Aufregung. Bei der Interpretation solcher Daten ist aber Vorsicht geboten: Auch in der gesunden Allgemeinbevölkerung hat jeder Zweite im Alter von über 60 Jahren Bluthochdruck, in höheren Altersstufen liegt dieser Anteil noch höher. Somit ist es nicht verwunderlich, dass unter COVID-19-Patienten mit sehr schweren Verläufen, auch jenen, die an der Virusinfektion versterben, der Anteil an Bluthochdruck entsprechend hoch ist. Schließlich waren laut Angaben des Robert Koch-Instituts 86% der Menschen, die in Deutschland am derzeit grassierenden Coronavirus verstarben, 70 Jahre oder älter.
„Der stärkste Risikofaktor für eine schweren COVID-19-Verlauf sind das Alter und die Zahl der Begleiterkrankungen, dazu zählt auch Bluthochdruck. Aber wie sehr Bluthochdruck allein für sich betrachtet das Risiko erhöht, kritisch zu erkranken, ist derzeit nicht bezifferbar“, erklärt Professor Florian Limbourg, Hannover, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga. „Es liegt aber auf der Hand, dass Menschen mit gut eingestelltem Blutdruck ein geringeres Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken, als Menschen, bei denen eine über Jahre eine unbehandelte Bluthochdruckerkrankung bereits zu Organschädigungen geführt hat. Letztlich sollte auch das Patienten bestärken, in dieser Situation keinen Abbruch der Blutdrucktherapie zu erwägen.“
„Selbst, wenn Menschen mit Bluthochdruck an COVID-19 erkranken, ist das nach derzeitigem Stand der Forschung kein Argument, die Blutdrucksenker abzusetzen, schon gar nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Zu diesem Schluss kommt auch unsere europäische Fachgesellschaft“, ergänzt Professor Ulrich Wenzel, Hamburg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.
Die Stellungnahme der ESH können Sie hier im englischen Original nachlesen und hier in der deutschen Übersetzung.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Hochdruckliga (DHL)
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uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.
- lena-schmidt antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staatsexamen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena
jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
Wir freuen uns auf Euch! 🙂Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im September – Diabetes-Anker
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