- Behandlung
Blutzucker-Langzeitwert: ein Auslaufmodell?
2 Minuten
Blutzucker-Langzeitwert HbA1c und „Zeit im Zielbereich“ (Time in Range): Was sagen die beiden Werte aus? Und ist einer ergiebiger, wenn es um die Verbesserung der Therapie geht? Zwei Experten geben während des DiaTec-Kongresses klare Hinweise.
Zur Erinnerung: Mit HbA1c ist das Hämoglobin A1c gemeint und damit der rote Blutfarbstoff, der mit Glukose verbunden ist. Mit dem HbA1c-Wert (Blutzucker-Langzeitwert; Einheit: % und mmol/mol) wird die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten 8 bis 10 Wochen angegeben. Die Time in Range (TIR, auch: Zeit im Zielbereich) gibt den Prozentanteil der Zeit an, in der die Glukosewerte beim kontinuierlichen Glukosemonitoring im Zielbereich sind (empfohlen: 70 – 180 mg/dl bzw. 3,9 – 10,0 mmol/l).
TIR durch CGM als neuer Parameter
Das bedeutet auch: Die TIR kann recht einfach angegeben werden, seit es kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM) gibt. Immer mehr Menschen mit Diabetes nutzen inzwischen CGM-Systeme und können dadurch sehen, wie lange sie sich in einer bestimmten Zeitspanne im Zielbereich befunden haben.
Ist nun durch das Aufkommen der TIR der HbA1c-Wert, der ca. alle 3 Monate vom Arzt/von der Ärztin bestimmt wird, zum Auslaufmodell geworden? Dieser Frage gingen die Diabetologen Prof. Dr. Thomas Danne (Hannover) und Dr. Ralph Ziegler (Münster) nach in einem von Novo Nordisk veranstalteten Symposium.
Was kann der HbA1c-Wert, was die TIR?
Prof. Danne erklärte, was HbA1c und TIR leisten können: Der HbA1c-Wert ist als Langzeitmarker etabliert, mit ihm lassen sich Gefäßkomplikationen und damit Diabetes-Folgen gut vorhersagen. Der Nachteil: Der Einzelwert lässt sich nur ca. alle 3 Monate für einen Vergleich mit vorangegangenen HbA1c-Werten nutzen.
Und die TIR? „Wenn wir zum Patienten hinschauen, ist die Zeit im Zielbereich oft viel aussagekräftiger, weil die Glukoseschwankungen erfasst werden, weil es einen klaren Hinweis gibt, ob therapeutische Änderungen erfolgreich oder nicht erfolgreich gewesen sind. Die Zeit im Zielbereich hat einen Vorteil beim personalisierten Diabetesmanagement“, so Danne.
Hat der HbA1c-Wert ausgedient?
Ein bisschen schon – diesen Eindruck bekommt man bei Prof. Dannes Vortrag. Denn er sagte u. a.: „Je mehr CGM genutzt wird, desto mehr ist es Zeit, umzudenken, dass die Zeit im Zielbereich immer bedeutender wird für die Beurteilung der Stoffwechseleinstellung.“ Für eine „Abschaffung“ des HbA1c-Wertes ist er trotzdem nicht: „Man sollte das HbA1c nicht nicht mehr bestimmen, sondern HbA1c und Zeit im Zielbereich sind komplementär und beide wichtig für die Beurteilung eines Patienten.“
Die neuen Werte: gut für Studien
Dr. Ralph Ziegler beleuchtete den Wert der TIR für Studien: Hilfreich sei, dass durch CGM nicht nur die TIR ausgewertet werden könne – es gebe ja z. B. zudem die Zeit unterhalb und oberhalb des Zielbereichs, die den Glukoseverlauf widerspiegeln. Sein Fazit: Werte, die sich durch CGM ergeben, „sollten der neue Standard und regelmäßig in Studien verwendet werden“.
Noch ein Wort zu Corona …
Prof. Thomas Danne: „Wenn es vielleicht in der Diabetologie einen positiven Effekt der Corona-Pandemie gibt, dann könnte es sein, dass Daten selbst hochgeladen werden, um sich mit dem Diabetesteam auszutauschen, und dadurch von den Patienten mehr Initiative ergriffen wird, sich selbst mit dem Diabetes auseinanderzusetzen.“
Autorin:
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Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (4) Seite 16-17
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 46 Minuten
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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