Blutzuckerbingo ganz groß – Deutschland misst!

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Community-Beitrag
Blutzuckerbingo ganz groß – Deutschland misst!

Letzte Woche durfte ich wieder zu Gast sein bei der alljährlichen Diabetes Charity Gala, eine Veranstaltung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe, bei der unter anderem auch jedes Jahr der Thomas-Fuchsberger-Preis für das beste ehrenamtliche Projekt vergeben wird. Irgendwie gehört es mittlerweile zu meinem Herbstritual, mir ein schönes Kleid für den Abend auszusuchen und mich auf die Verleihung des Preises zu freuen.

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Dieses Jahr fand die Gala zum ersten Mal im Tipi am Kanzleramt statt und was mich besonders gefreut hat: Viele bekannte Gesichter aus der Community waren vor Ort. Insgesamt war es ein toller Abend voller guter und inspirierender Gespräche in sehr guter Gesellschaft.

Ich möchte heute aber nur auf einen einzigen Punkt der Gala eingehen, der guten Sache wegen.

Direkt zu Beginn war Prof. Dr. Thomas Danne auf der Bühne und sprach mit Moderatorin Franziska Schenk über die große Dunkelziffer an nichtdiagnostizierten Diabetikern in Deutschland. Wusstet ihr, dass etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland Diabetes haben, ohne es zu wissen?

Etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes – ohne es zu wissen!

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Auch ich bin weit über vier Monate mit den Symptomen herumgelaufen, ohne es auch nur im Geringsten zu bemerken. Könnt ihr euch vorstellen, dass es Menschen gibt, die über Jahre mit einem nichtdiagnostizierten Diabetes durch die Welt gehen und was dies bei den einzelnen Personen anrichten kann?

Daneben gibt es in Deutschland außerdem noch rund 7 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes und etwa 300.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes in Deutschland, darunter auch viele Kinder. Und es werden mehr. Danne erwähnte die Kampagne „Deutschland misst! – Blutzuckerbingo“.

Die meisten Menschen kennen den Welt-Aids-Tag, aber was ist mit dem Weltdiabetestag?

Wir Menschen mit Diabetes sollten den Weltdiabetestag als Chance sehen, über unsere Krankheit zu sprechen, Stigmata zu beseitigen und die Gesellschaft über die verschiedenen Formen von Diabetes aufzuklären. Dass es unter uns insulinpflichtige Menschen mit Diabetes gibt, die sich für ihre Krankheit schämen und zum Messen und Spritzen auf die Toilette gehen, um eventuellen Nachteilen im sozialen und beruflichen Bereich oder Vorurteilen aus dem Weg zu gehen. Das sollte uns zu denken geben. Und natürlich spielen Ernährung und Bewegung eine Rolle bei der Entstehung eines Typ-2-Diabetes, trotzdem bedarf es einer gewissen genetischen Veranlagung – Schuldgefühle sollten fehl am Platz sein.

Blutzuckerbingo mal anders – Deutschland misst!

„Blutzuckerbingo – Deutschland misst!“ ist die Kampagne zum Weltdiabetestag. Sie ruft zum kollektiven Blutzuckermessen auf und möchte den Weltdiabetestag bekannter machen, über die verschiedenen Formen des Diabetes aufklären und helfen, präventiv gegen Typ-2-Diabetes vorzugehen. Am 14. November soll kollektiv Blutzucker gemessen werden. Den gemessenen Blutzuckerwert könnt ihr am Weltdiabetestag direkt über die Website eintragen und so helfen, an diesem Tag Deutschlands Blutzuckerwert-Durchschnitt zu ermitteln. Für jeden eingetragenen Wert spenden die Partner der Kampagne 1,- € an Kinderfreizeiten für Kinder mit Diabetes! Aber das war natürlich noch nicht alles! In Berlin wird am 14.11. um 14:11 Uhr zum gemeinsamen Blutzuckermessen am Brandenburger Tor aufgerufen – ein Messmob! Es sollen vor allem auch Menschen erreicht werden, die nicht unbedingt von ihrem Diabetesrisiko wissen oder vielleicht sogar einen undiagnostizierten Diabetes mit sich herumtragen. Gemeinsam informieren, aufklären und mithelfen ist die Devise für diesen Tag! Nur zusammen können wir viele Menschen erreichen und überzeugen, mitzumachen. Deshalb seid auch ihr alle aus der Community dazu aufgerufen, die Kampagne mit euren Freunden und eurer Familie zu teilen und mit möglichst vielen Menschen am 14.11. Blutzucker zu messen (Leute ohne Messgerät können dazu auch in die teilnehmende Apotheke vor Ort gehen), mit ihnen über Diabetes und seine Risiken zu sprechen, sie über die verschiedenen Formen von Diabetes aufzuklären und so gemeinsam den Weltdiabetestag bekannter zu machen! Lasst uns gemeinsam Vorurteile aus dem Weg schaffen, die Gesellschaft informieren und dabei noch Gutes tun und Spaß haben!

Ich bin gespannt, wie viel wir am 14. November gemeinsam erreichen!

Alle weiteren Infos zur Kampagne und wie ihr mitmachen könnt gibt es unter blutzuckerbingo.de!

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße