- Aus der Community
Da ist sie wieder, die Angst
3 Minuten

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich seit der Diabetesdiagnose wirklich ständig bei irgendwelchen Ärzten in Wartezimmern sitze. Entweder, um regulären Check-Ups nachzukommen und vielleicht ein Rezept abzuholen. Oder, weil plötzlich irgendeine Stelle am Körper wehtut, die sich vorher nicht gemeldet hat. Es ist also eigentlich nicht bloß ein Gefühl. Ich sitze wirklich viel öfter in Wartezimmern und Behandlungsräumen als noch vor ein paar Jahren.
So fahre ich ständig quer durch die Stadt zu sämtlichen Praxen, warte, spreche mit Ärzt_innen, warte, fahre wieder los. Und als würde das alles nicht schon zusätzlich Zeit kosten, die ich in meinem stressigen Alltag oft eigentlich gar nicht habe, kostet es mich auch noch etwas ganz anderes: Denn die Angst, sie kommt immer mit.

Die Angst ist immer mit dabei
Im vergangenen März hatte ich einen Termin für meinen jährlichen Augenhintergrundcheck. Dazu muss ich erwähnen, dass ich meinen jetzigen Augenarzt wirklich gut finde. Dennoch ist mir das Ganze nicht unbedingt sympathisch, denn meine Geschichte mit Augenärzten ist einfach sehr lang und da waren viele dabei, die einfach nicht cool waren. Daher heißt Augenarzt für mich sowieso immer auch: Angst.
Bereits vor dem Diabetes war meine ausgeprägte Sehschwäche schon ewig ein Teil von mir. Seit der Grundschule sitze ich regelmäßig bei Augenärzt_innen, viele von ihnen nicht so nett oder kompetent. Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass der Job ein harter ist. Aber dennoch wünsche ich mir von Ärzt_innen eine gewisse soziale Kompetenz, da sie täglich mit Patient_innen in Kontakt stehen und das Machtverhältnis hier selten ein ausgeglichenes ist (aber das ist sowieso nochmal eine ganz andere Geschichte!). In der Praxis sitzt man selten, weil es einem richtig gut geht. Deswegen müssen wir alle irgendwie gemeinsam versuchen, diese Situation so angenehm wie möglich zu gestalten, findet ihr nicht?
Thema Folgeschäden
Der Voldemort unter den Diabetestopics: Folgeschäden. Am besten sprechen wir gar nicht darüber, dann bleibt es ein Mythos und nichts kann uns passieren. Schön wär’s! Ich kann mich daran erinnern, dass dieses Thema seit meiner Diagnose häufig nur von Menschen erwähnt wurde, die selbst gar keinen Diabetes haben. Die irgendwo irgendwas aufgeschnappt haben. Irgendwas mit „blind“ und „Füße“. Die sich „halt Sorgen machen“, aber selber nicht so genau wissen und „es ja nur gut meinen“. Na klar.
In der Diabetescommunity bleibt das Thema aber auch ein eher unbeliebtes, wobei wir zum Glück langsam mehr und mehr darüber sprechen, uns endlich trauen. Schöne Geschichten lassen sich hier eher selten erzählen. Und trotzdem ist es ein Teil unserer Realität, den man eigentlich nicht außen vor lassen sollte. Denn es wäre sinnvoll, darüber aufgeklärt zu sein. Viel Panikmache stattdessen, und Scham. Und das sitzt dann tief, auch in mir.
Aber wie lief’s denn jetzt?
So sitze ich jedes Mal bei meinem Augenarzt im Wartezimmer, nicht nur in Begleitung meiner generell negativen Gefühle Augenärzten gegenüber, sondern auch mit all den Sätzen und Gedanken im Kopf, die mir jemals zu Folgeschäden über den Weg gelaufen sind. Angst, Scham, Panik. Was wäre, wenn…?
Aber den Termin nicht wahrnehmen ist auch keine Option. Also bin ich im März da hin, Tropfen in die Augen, ab zur Augenhintergrunduntersuchung. Und auch dieses Mal wieder: Nichts. Alles gut. Durchatmen. Bis in einem Jahr dann.
Das war jetzt ein einfaches Ende. Hätte aber auch anders laufen können. Vielleicht irgendwann, und bis dahin müssen wir mehr darüber sprechen. Über Ängste und Scham.
Volker erzählt in seinem Beitrag Die dunkle Seite des Diabetes – wenn die Augen durch den Diabetes krank werden, wie es war, als er „plötzlich nur noch schwarz gesehen hat“.
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lena-schmidt postete ein Update vor 3 Tagen, 9 Stunden
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße