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Das Gefühl von Unterzucker – der Versuch einer Aufklärung
3 Minuten

Viele Menschen kennen mich als berufstätige Mama mit ihrer kleinen-großen Tochter und der neugierigen, schwarzhaarigen Labradorhündin an der Seite. Mein Diabetes ist dabei jedoch unsichtbar. Und oftmals – das stelle ich immer wieder fest – weiß kaum jemand Bescheid über meine kleinen Schwachstellen: die Unterzuckerungen. Im Gegenteil – mein Unterzucker geht für die Außenwelt oftmals „unbemerkt“ vorüber.

Ich möchte hier mit meinen eigenen Worten beschreiben, wie sich für mich persönlich ein Unterzucker anfühlt. Denn ich muss im Alltag täglich jonglieren: die Balance zwischen meinem Familienleben, den Anforderungen im Beruf und dazu gibt es noch immer meinen ständigen Begleiter, den Diabetes mit den Hypoglykämien. Wenn Menschen mich nicht als Diabetikerin kennen, dann erlebe ich bei diesen Menschen oft eine Art von Hilflosigkeit. Die Mitmenschen reagieren sehr unterschiedlich. Mal ist es Hilflosigkeit, mal Ignoranz, dann auch Hilfsbereitschaft.
Unterzuckerungen und die psychische Verfassung
Die Anzeichen jeder Unterzuckerung schauen bei mir sehr verschieden aus. Es gibt sowohl körperliche als auch psychische Merkmale. Auf die konkreten körperlichen Details möchte ich nicht genauer eingehen. Mir ist in diesem Beitrag die psychische Verfassung sehr wichtig.
Ich habe mit bald 30 Jahren Diabetesdauer schon extrem viele Erlebnisse mit diesen verflixten Unterzuckerungen erlebt. Bei mir selbst fühlt sich eine Hypoglykämie je nach Situation sehr verschieden an. Es erinnert fast an ein Chamäleon, dessen Haut sich sekundenschnell verändern kann. Mal bin ich in meinen Reaktionen etwas langsamer, dann wieder extrem „zickig“ oder launisch und manchmal etwas abwesend, wie in einer eigenen Welt.

In meinem Kopf schreit es dann oft laut nach „Essen“. Es erscheinen innerlich Bilder von Süßigkeiten, Saft oder Brot. Ich brauche dieses Essen dann jetzt, SOFORT!!! Was immer dabei bleibt, ist meine LANGSAMKEIT.
Charakteristisch war für mich die Eigenschaft, dass ich versuchte, jede Unterzuckerung – wenn möglich – zu kaschieren und sie meinem Umfeld zu verheimlichen. In mir entsteht dann eine Art innerer Bedrohung. Ich will bei meiner Außenwelt nicht als schwacher Mensch dastehen. Ein Mensch, der seinen Diabetes und damit sein Leben nicht im Griff hat… Es sind für mich oft furchtbare Gefühle bei diesen Unterzuckerungen. Mich plagte dann häufig ein schlechtes Gewissen, etwas falsch zu machen. Diese eigenen Schuldzuweisungen sind sehr unangenehm.
Meine Hypoglykämien im Laufe der Zeit
Nun lebe ich mit meinem Diabetes schon über 25 Jahre. Und damit haben sich auch die Beziehungen zu meinen Hypoglykämien verändert. Wollte ich früher unbedingt die Hypoglykämien kaschieren, gehe ich jetzt viel lockerer mit ihnen um. Ich sage meinen Kollegen in der Arbeit offen, dass ich jetzt eben ein Glas Apfelsaft brauche, weil mein Blutzucker in den Keller rauscht. Oder ich gönne mir zu Hause diese 10 Minuten Pause, weil ich das jetzt brauche. Meine Tochter kennt den Zustand ihrer Mutter schon und bietet mir oft Süßigkeiten aus ihrer „Süßbox“ an.

Das Gefühl bei einer Unterzuckerung bleibt nicht ein Leben lang gleich. Es verändert sich. Genauso wie sich der Umgang mit meinem Diabetes geändert hat. Aus Angst oder Panik vor einer Hypoglykämie kann auch der bewusste Umgang mit diesem besonderen Zustand werden. Alles braucht jedoch Zeit und viel (Lebens-)Erfahrung.
Über ein Feedback von Euch freue ich mich!
Das unterschiedliche Erleben von Hypoglykämien war auch Thema bei einer Barcamp-Session, über die Antje berichtet: 100 Gesichter, 100 Hypos: Wir erklären, wie sich eine Hypo anfühlt!
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lena-schmidt postete ein Update vor 4 Wochen
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße