Der Wutbolus und ich

2 Minuten

Community-Beitrag
Der Wutbolus und ich

Sandy erzählt heute vom “Wutbolus ” und wie dieser sich vor allem im Sommer bei ihm äußert – manchmal scheint die Achterbahn unausweichlich. Geht es euch genauso?

Ich möchte euch heute vom Wut-Bolus und den nicht haltenden Kanülen erzählen. Diese Erfahrung habe ich erst kürzlich machen müssen, aber vielleicht kann der ein oder andere hier diese Situation nachvollziehen.

Es ist Sommer, es ist schön warm. Ich genieße den Moment mit einem Eiskaffee und vergesse natürlich, meinen Bolus abzugeben. Nun, nach 30 Minuten, fällt es mir ein und ich gebe mir meinen Bolus.

Nach einiger Zeit meldet sich mein CGM-System: Der Zuckerwert ist über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) und steigt. Ich korrigiere und warte ab, nach einiger Zeit gehe ich dann eine Runde spazieren, der Zuckerwert steigt weiter. Ich korrigiere nochmals. Und laufe meine Runde zu Ende.

Jetzt sollte das Insulin aber wirken, oder?

Zuhause angekommen, merke ich, dass ich rieche wie mein Insulin, das ich spritze. Ich schaue nach und tatsächlich: Ich habe die Kanüle herausgeschwitzt. Nun mache ich mich auf den Weg, eine neue Kanüle zu setzen. Neue Kanüle gesetzt – und wieder korrigiere ich, der Wert liegt mittlerweile über 300 mg/dl (16,7 mmol/l). Ich trinke entsprechend Wasser und korrigiere nach einiger Zeit nochmals, doch dieses Mal nicht mehr so entspannt. Der Zuckerwert bleibt wie angenagelt hoch…

Wut-Modus = Wut-Bolus

Nun kommt der Moment des Wut-Bolus! Ich korrigiere nicht mehr nach Schema, sondern mit mehr Insulin, einige Zeit später fällt der Zuckerwert und ich entspanne mich. Doch die Rechnung folgt auf dem Fuße!

https://giphy.com/embed/11tTNkNy1SdXGg

Um circa 23 Uhr kommt dann ein heftiger Unterzucker! Ich kann ihn noch abfangen und habe dann eine ruhige Nacht.

Cool bleiben!

Die Moral von der Geschichte: Auch wenn es heiß ist und die Sonne scheint, die Technik uns ärgert, sollten wir immer cool bleiben! Wenn es auch nicht immer einfach ist, wir sind alle nur Menschen. Geht es euch manchmal genauso, dass die Technik mal versagt und einen das dermaßen ärgert? Vermutlich bin ich nicht der Einzige, zumindest hoffe ich das. 🙂

In diesem Sinne: eine schöne Sommerzeit.


Beim Sport fahren Sheelas-Blutzuckerwerte Achterbahn – sie kennt dieses Gefühl also nur zu gut. Zu ihrem Erfahrungsbericht kommst du hier!


von Sandys Diabetes-Loop

Sandy war Autor in der Blood Sugar Lounge und hat dort aus dem Leben mit Diabetes berichtet. Hier findet ihr alle Beiträge aus dieser Zeit:

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße