Diabetes 2022: neuer Gesundheitsbericht ab sofort verfügbar

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Diabetes 2022: neuer Gesundheitsbericht ab sofort verfügbar

Pünktlich zum Weltdiabetestag ist der Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes 2022 im Kirchheim-Verlag erschienen. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema COVID-19-Pandemie durch das jährlich aktualisierte Nachschlagewerk und damit die bewährte Übersicht über die vielen Perspektiven des Diabetes: medizinisch, psychologisch, sozialrechtlich, gesundheitspolitisch, ökonomisch… Herausgeber: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

Die Diabetologie ist ein Fach mit vielen Facetten, der Diabetes eine Erkrankung mit vielen zu bedenkenden Aspekten. Diese Facetten und Aspekte finden sich Jahr für Jahr wieder im Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes – und natürlich auch in den 33 Artikeln, die für die Ausgabe 2022 von ausgewiesenen Experten geschrieben worden sind und den aktuellen Stand des Wissens und der Forschung enthalten.

Wer Bescheid wissen möchte über:

  • Epidemiolgie, Ursachen und Prävention des Diabetes,
  • Diabeteskomplikationen und -folgeerkrankungen,
  • die unterschiedlichen Gesichter des Diabetes in verschiedenen Lebensphasen und Bevölkerungsgruppen,
  • Diabetes-Technologie und Digitalisierung in der Diabetologie,
  • Versorgungsstrukturen und
  • gesundheitspolitische und wissenschaftspolitische Dimensionen des Diabetes

hat mit dem Gesundheitsbericht Diabetes ein jährlich aktualisiertes Nachschlagewerk zu Hand.

„Gerade in einer Zeit, in der wenig Gelegenheit zum persönlichen Austausch bei Tagungen, Kongressen und Arbeitstreffen besteht, erscheint es besonders wichtig, einen Überblick über die gesamte Diabetologie in der Form in Händen zu haben. In bewährter Weise finden Sie bekannte, aktualisierte Kapitel neben neuen Autoren und Beiträgen in diesem Band“, sagen dazu Professor Andreas Neu (Tübingen), der als derzeitiger DDG-Präsident den Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes betreut hat, und Dr. Jens Kröger (Hamburg), Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Der neue Gesundheitsbericht Diabetes steht auf der Webseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft sowie auf der Webseite von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zum Download bereit.

Der rote Faden: die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

Alle Fakten, alle Daten im Gesundheitsbericht sind wichtig, um sich einen aktuellen Überblick über die Breite und Vielfalt der Diabetologie verschaffen zu können. Wie durch alle Lebensbereiche zieht sich aber auch durch den Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes die COVID-19-Pandemie wie ein roter Faden durch sehr viele der Beiträge; zudem gibt es einen eigenen Abschnitt „Diabetes unter Pandemiebedingungen“ mit vier Artikeln, in denen es um die Auswirkungen der Typ-1-Diabetes-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen, die Ketoazidose bei Manifestation während der Pandemie und die Entwicklung der Telemedizin geht.

Das sagen Autorinnen und Autoren zu COVID-19

Wie aber wirkt sich Pandemie aus auf Menschen mit Diabetes und auf alle, die in der Diabetologie arbeiten? Das zeigt konkret eine Auswahl einiger Zitate aus dem Gesundheitsbericht:

Nationale Diabetesstrategie | „Die Nationale Diabetesstrategie wurde zwar vor über einem Jahr verabschiedet, eine wesentliche Umsetzung ist bisher jedoch nicht erfolgt. Dabei müsste doch gerade die COVID-19-Pandemie die politischen Entscheidungsträger dahingehend aufrütteln, dass für Menschen mit Diabetes mellitus, kardiovaskulären Risikofaktoren und Adipositas verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen erforderlich sind. Die neue Regierung steht hier in der Verpflichtung und Verantwortung.”
Prof. Andreas Neu und Dr. Jens Kröger im Vorwort

Movedown | „Die Pandemie hat die Bewegungsarmut nicht hervorgebracht, sondern gravierend forciert. Belohnt, also gesellschaftspolitisch verstärkt, wurden Verhaltensweisen, die verantwortungsbewusste Menschen in eine passive Rolle dirigierten: ausharrend, unauffällig, fast unsichtbar und wahrsten Sinne des Wortes aussitzend. Bewegung und Sport wurden leider nicht als Teil der Lösung, sondern als Teil des Problems gesehen. Dem Lockdown folgte ein Movedown.“
Dr. Meinolf Behrens. Dr. Peter Borchert, Dr. Stephan Kress: „Bewegung während und nach der Pandemie in Deutschland“

Inzidenz | „Bisher liegt keine valide Evidenz dafür vor, dass SARS-CoV-2-Infektionen durch direkte Zellschädigung oder Auslösen von Autoimmunität einen insulinabhängigen Diabetes verursachen. Nach jetzigem Kenntnisstand sind eher indirekte Effekte der COVID-19-Pandemie mit einem Inzidenzanstieg assoziiert. Die Entwicklung der Inzidenz in der COVID-Pandemie muss langfristiger untersucht werden.“
Dr. Joachim Rosenbauer, PD Dr. Clemens Kamrath, Prof. Andreas Neu und Prof. Reinhard W. Holl: „ COVID-19-Pandemie: Auswirkungen auf die Inzidenz des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“

Telemedizin | „Die COVID-19-Pandemie als globale Krise hat erzwungen, dass die ambulante Versorgung an Diabetes erkrankter Menschen auf vielfältige Weise mithilfe der asynchron und synchron durchgeführten Telemedizin, Videoschulungen und Konferenzschaltungen erfolgen musste. Die Optionen, die sich bewährt haben, sollten jetzt Eingang in die Regelversorgung finden.“
Dr. Simone von Sengbusch, Dr. Julian Ziegler, Dr. Ralph Ziegler: „Krise als Chance – telemedizinische Optionen“

Nachwuchs gesucht | „Wir entschieden uns, von Online-Veranstaltungen abzusehen, (…) Auf dem online durchgeführten Diabetes-Kongress 2021 wurden wir eines Besseren belehrt: Auf dem Kongress sprudelten die Stipendiat*innen förmlich vor Interesse. Ein reger Chat-Austausch parallel zu den Veranstaltungen lieferte die Basis für die persönliche Kommunikation und ermöglichte die Beantwortung sonst häufig ungestellter Fragen.“
PD Dr. Thomas Laeger, Mirjam Eva Bassy, Micha Kortemeier, Prof. Annette Schürmann, Prof. Jochen Seufert: „Diabetologie aus Sicht des medizinischen und wissenschaftlichen Nachwuchses“

Sterberisiko | „Durch die Coronapandemie wurde Politik und Gesellschaft, aber auch den Menschen mit Typ-2-Diabetes schlagartig bewusst, dass ihre Erkrankung tödlich sein kann. Auch wenn ExpertInnen schon lange wissen, dass auch ohne Corona jeder 5. Todesfall auf Diabetes zurückzuführen ist, so machte sich langsam in der Bevölkerung die Erkenntnis breit, dass Diabetes nicht „ein bisschen Zucker“ ist, sondern eine gefährliche Erkrankung sein kann.“
Nicole Mattig Fabian, Dr. Jens Kröger: „Unverzichtbare Handlungsfelder aus Sicht der Menschen mit Diabetes – Probleme, Lösungen, Erfolge”


von Nicole Finkenauer

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  • tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 13 Stunden

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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