- Behandlung
Diabetes-Garten: Mit der Kraft der Pflanzen den Diabetes bekämpfen
4 Minuten

Der bundesweit erste Diabetes-Garten am DGD Krankenhaus Sachsenhausen steht Besuchern nun wieder offen. Hans Lauber und Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie und Endokrinologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen, eröffneten den Diabetes-Garten – und rund 50 Interessierte waren gekommen, um sich über die heilsame Wirkung der Pflanzen zu informieren.
Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es im DGD Krankenhaus Sachsenhausen, der ältesten Diabetes-Klinik Europas, den „Diabetes-Garten“. Seit Anfang Juli ist der deutschlandweit erste Garten dieser Art mit mehr als 50 Pflanzen in fünf unterschiedlichen Themen-Beeten, die bei der Behandlung des Diabetes helfen können, wieder für alle Besucher offen.
Brücke zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde
Initiiert wurde der Garten 2012 von Bestseller-Autor Hans Lauber. Bei dem heute 74-Jährigen wurde 1999 Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Daraufhin stellte er sein Leben konsequent um: Er reduzierte Stress, trieb mehr Sport – und ernährt sich seither hauptsächlich pflanzlich. So stabilisierte Lauber seinen Blutzuckerspiegel und gilt mittlerweile als Experte für Pflanzen, die Diabetes eindämmen können. „Die fünf Beete im DGD Krankenhaus Sachsenhausen schlagen die Brücke zwischen etablierter Schulmedizin und präventiver Naturheilkunde“, sagt der Autor.
Hans Lauber und Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie und Endokrinologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen, eröffneten den Diabetes-Garten – und rund 50 Interessierte waren gekommen, um sich über die heilsame Wirkung der Pflanzen zu informieren. Dr. Jung ordnet die Wichtigkeit der Pflanzen ein: „Zwar werden bei uns keine Patienten mit den Pflanzen behandelt. Aber wenn es Typ-2-Diabetikern gelingt, gerade am Anfang ihrer Erkrankung ihren Lebensstil umzustellen und anzupassen, haben sie eine gute Chance, lange Zeit ohne Medikamente oder Insulin auszukommen.“ Und dabei könnten die Pflanzen durchaus helfen.

„Carl von Noorden, der unsere Diabetesklinik 1895 gründete, hatte damals noch kein Insulin zur Verfügung, setzte auf Hafer- und Gemüsekuren, um den Menschen mit Diabetes zu helfen“, so Dr. Jung. Nach der Entdeckung des Insulins 1921 war von Noorden einer der ersten Mediziner in Deutschland, der Insulin zur Behandlung von Diabetes einsetzte. „Er hatte übrigens auch einen sehr guten Weinkeller, denn trockener Wein ist ein Blutzuckersenker“, fügte Hans Lauber schmunzelnd hinzu.
Fünf Themen-Beete
„Schlankmacher“
Eine der Haupt-Ursachen des Typ-2-Diabetes ist Übergewicht. Da ist es nicht verwunderlich, dass eines der fünf Themen-Beete den „Schlankmachern“ gewidmet ist. Erdmandel, Löwenzahn, Fenchel und viele mehr – zu allen Pflanzen weiß Hans Lauber jede Menge Spannendes und Wissenswertes zu erzählen. „Topinambur hat beispielsweise mehrkettige Kohlenhydrate, die nicht so schnell ins Blut schießen“, sagt er. Die Folge: Der schnelle, dickmachende Anstieg des Blutzuckers wird vermieden.

„Insulin-Intensivierer“
Im Beet der „Insulin-Intensivierer“ finden sich beispielsweise Bittergurke oder Bockshornklee – und die Brennnessel. „Eine ganz hervorragende Pflanze, die lässt sich verarbeiten wie Spinat“, schwärmt Lauber. „Und wenn man niemandem sagt, dass er gerade Brennnessel isst, sondern eine ganz exklusive Spinat-Sorte, dann geht er auch weg wie nichts“, weiß er aus eigener Erfahrung. In dem Beet findet sich auch die Geißraute. „In der hat unser Standard-Präparat zur Behandlung bei Typ-2-Diabetes seinen Ursprung, das Metformin“, verdeutlich Chefarzt Dr. Ralf Jung.
„Seelen-Balancierer“
Und so geht es weiter: Bei den „Seelen-Balancierern“ finden sich Salbei, Lavendel, Melisse, Hopfen oder auch das Johanniskraut, die der Psyche helfen können. „Gerade beim Johanniskraut muss man aber vorsichtig sein“, mahnt Dr. Jung, der dazu rät, immer mit dem Arzt zu reden, wenn man sehr stark auf die Kraft der Pflanzen setzen wolle.
„Wundenheiler“ und „Entzündungshemmer“
Das gilt auch bei den „Wundenheilern“, wie Arnika, Beinwell oder Ringelblume, oder den „Entzündungshemmern“, zu denen beispielsweise Kamille, Kartoffel oder Thymian gehören. Die Pflanzen der beiden Beete seien zwar geeignet, bei Wunden zu helfen – „aber eben nicht alleine, es sollte unbedingt ein Arzt mit einbezogen werden.“
Besucherinnen und Besucher holten sich Inspiration für eigene Gärten
Zahlreiche der Besucherinnen und Besucher nahmen die Gewächse genau unter die Lupe, tauschten sich mit den beiden Fachleuten aus – und schrieben eifrig mit. So zum Beispiel Carla Bauernfeind: „Ich habe Diabetes und einen eigenen Garten. Viele der Pflanzen hier habe ich bereits, ohne, dass ich wusste, welche Wirkung sie auf meine Erkrankung haben können“, sagt sie.
Was genau sie nun zusätzlich noch pflanzt, „das schaue ich mir genau an. Zuvor will ich die Wirkung noch einmal im Internet genau nachlesen“, sagt sie. Dann könne sie ihre bisherige Bepflanzung noch weiter ergänzen – in der Hoffnung, im Kampf gegen den Diabetes pflanzliche Unterstützung zu bekommen.

Bundesweit einzigartiges Projekt
Abir Giacaman, Geschäftsführerin des DGD Krankenhauses Sachsenhausen, ist jedes Jahr aufs Neue vom Diabetes-Garten begeistert. „Es ist einfach wunderbar, dass durch die ursprüngliche Initiative von Hans Lauber dieses bundesweit einzigartige Projekt ins Leben gerufen wurde. So können wir nicht nur durch unsere hervorragend aufgestellte Diabetologie rund um Chefarzt Dr. Ralf Jung mit seinem Team einen Beitrag zur Linderung des Diabetes leisten.“
Der Garten werde von Patientinnen und Patienten sehr gut angenommen, die sich nicht nur an den Beeten informieren, sondern ihn auch als Oase der Ruhe schätzen. Und Abir Giacaman betont zudem: „Jedes Jahr wird der Garten mit viel Liebe zum Detail wieder hergerichtet, dafür danke ich dem Team rund um Schwester Eva, die die Aufgabe nun übernommen hat, von Herzen.“
Der Diabetes-Garten befindet sich neben dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des DGD Krankenhauses Sachsenhausen, der Zugang erfolgt über die Schifferstraße 59. Interessierte können dort einfach den grünen und weißen Fußspuren folgen und gelangen dann in den Garten. Der Zugang ist selbstverständlich kostenlos und ohne Anmeldung möglich.
mit Materialien der DGD Stiftung gGmbH
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

4 Minuten
- Ernährung

5 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
olivers postete ein Update vor 2 Tagen, 20 Stunden
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 3 Tagen, 21 Stunden
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 4 Tagen, 13 Stunden
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra
- olivers antwortete vor 2 Tagen, 20 Stunden
Nun, ich weiß nicht, was ihr alles probiert habt. Aber Handyneustart, Bluetooth neu aktivieren, Akku muss genug Kapazität haben. Vielleicht ist der Sensor auch locker, Schweiss hat auch immer bei mir Schwierigkeiten gemacht (wird beim Kind nicht sein).
Gruß Oliver - darktear antwortete vor 22 Stunden, 6 Minuten
@olivers: Haben wir alles gemacht und hat dennoch nicht geholfen 🙁
Wir haben auch spezielle Pflaster zum drauf kleben,aber die machen keine Probleme.
Nun sollten bis mitte nächster Woche die neuen Sensoren kommen und ich hoffe es klappt dann mal ohne ProblemeGruß Sandra



