Diabetes-Garten: Mit der Kraft der Pflanzen den Diabetes bekämpfen

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Diabetes-Garten: Mit der Kraft der Pflanzen den Diabetes bekämpfen

Der bundesweit erste Diabetes-Garten am DGD Krankenhaus Sachsenhausen steht Besuchern nun wieder offen. Hans Lauber und Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie und Endokrinologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen, eröffneten den Diabetes-Garten – und rund 50 Interessierte waren gekommen, um sich über die heilsame Wirkung der Pflanzen zu informieren.

Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es im DGD Krankenhaus Sachsenhausen, der ältesten Diabetes-Klinik Europas, den „Diabetes-Garten“. Seit Anfang Juli ist der deutschlandweit erste Garten dieser Art mit mehr als 50 Pflanzen in fünf unterschiedlichen Themen-Beeten, die bei der Behandlung des Diabetes helfen können, wieder für alle Besucher offen.

Brücke zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde

Initiiert wurde der Garten 2012 von Bestseller-Autor Hans Lauber. Bei dem heute 74-Jährigen wurde 1999 Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Daraufhin stellte er sein Leben konsequent um: Er reduzierte Stress, trieb mehr Sport – und ernährt sich seither hauptsächlich pflanzlich. So stabilisierte Lauber seinen Blutzuckerspiegel und gilt mittlerweile als Experte für Pflanzen, die Diabetes eindämmen können. „Die fünf Beete im DGD Krankenhaus Sachsenhausen schlagen die Brücke zwischen etablierter Schulmedizin und präventiver Naturheilkunde“, sagt der Autor.

Hans Lauber und Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie und Endokrinologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen, eröffneten den Diabetes-Garten – und rund 50 Interessierte waren gekommen, um sich über die heilsame Wirkung der Pflanzen zu informieren. Dr. Jung ordnet die Wichtigkeit der Pflanzen ein: „Zwar werden bei uns keine Patienten mit den Pflanzen behandelt. Aber wenn es Typ-2-Diabetikern gelingt, gerade am Anfang ihrer Erkrankung ihren Lebensstil umzustellen und anzupassen, haben sie eine gute Chance, lange Zeit ohne Medikamente oder Insulin auszukommen.“ Und dabei könnten die Pflanzen durchaus helfen.

Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen (links) und Bestseller-Autor Hans Lauber erläutern den interessierten Besuchern die Wirkung der Pflanzen im Diabetes-Garten. | Foto: Andreas Schmidt / DGD Krankenhaus Sachsenhausen

„Carl von Noorden, der unsere Diabetesklinik 1895 gründete, hatte damals noch kein Insulin zur Verfügung, setzte auf Hafer- und Gemüsekuren, um den Menschen mit Diabetes zu helfen“, so Dr. Jung. Nach der Entdeckung des Insulins 1921 war von Noorden einer der ersten Mediziner in Deutschland, der Insulin zur Behandlung von Diabetes einsetzte. „Er hatte übrigens auch einen sehr guten Weinkeller, denn trockener Wein ist ein Blutzuckersenker“, fügte Hans Lauber schmunzelnd hinzu.

Fünf Themen-Beete

„Schlankmacher“

Eine der Haupt-Ursachen des Typ-2-Diabetes ist Übergewicht. Da ist es nicht verwunderlich, dass eines der fünf Themen-Beete den „Schlankmachern“ gewidmet ist. Erdmandel, Löwenzahn, Fenchel und viele mehr ­– zu allen Pflanzen weiß Hans Lauber jede Menge Spannendes und Wissenswertes zu erzählen. „Topinambur hat beispielsweise mehrkettige Kohlenhydrate, die nicht so schnell ins Blut schießen“, sagt er. Die Folge: Der schnelle, dickmachende Anstieg des Blutzuckers wird vermieden.

Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen (links stehend) und Bestseller-Autor Hans Lauber (mit gestreifter Mütze) erläutern den interessierten Besuchern die Wirkung der Pflanzen im Diabetes-Garten. | Foto: Andreas Schmidt / DGD Krankenhaus Sachsenhausen

„Insulin-Intensivierer“

Im Beet der „Insulin-Intensivierer“ finden sich beispielsweise Bittergurke oder Bockshornklee – und die Brennnessel. „Eine ganz hervorragende Pflanze, die lässt sich verarbeiten wie Spinat“, schwärmt Lauber. „Und wenn man niemandem sagt, dass er gerade Brennnessel isst, sondern eine ganz exklusive Spinat-Sorte, dann geht er auch weg wie nichts“, weiß er aus eigener Erfahrung. In dem Beet findet sich auch die Geißraute. „In der hat unser Standard-Präparat zur Behandlung bei Typ-2-Diabetes seinen Ursprung, das Metformin“, verdeutlich Chefarzt Dr. Ralf Jung.

„Seelen-Balancierer“

Und so geht es weiter: Bei den „Seelen-Balancierern“ finden sich Salbei, Lavendel, Melisse, Hopfen oder auch das Johanniskraut, die der Psyche helfen können. „Gerade beim Johanniskraut muss man aber vorsichtig sein“, mahnt Dr. Jung, der dazu rät, immer mit dem Arzt zu reden, wenn man sehr stark auf die Kraft der Pflanzen setzen wolle.

„Wundenheiler“ und „Entzündungshemmer“

Das gilt auch bei den „Wundenheilern“, wie Arnika, Beinwell oder Ringelblume, oder den „Entzündungshemmern“, zu denen beispielsweise Kamille, Kartoffel oder Thymian gehören. Die Pflanzen der beiden Beete seien zwar geeignet, bei Wunden zu helfen –­ „aber eben nicht alleine, es sollte unbedingt ein Arzt mit einbezogen werden.“

Besucherinnen und Besucher holten sich Inspiration für eigene Gärten

Zahlreiche der Besucherinnen und Besucher nahmen die Gewächse genau unter die Lupe, tauschten sich mit den beiden Fachleuten aus – und schrieben eifrig mit. So zum Beispiel Carla Bauernfeind: „Ich habe Diabetes und einen eigenen Garten. Viele der Pflanzen hier habe ich bereits, ohne, dass ich wusste, welche Wirkung sie auf meine Erkrankung haben können“, sagt sie.

Was genau sie nun zusätzlich noch pflanzt, „das schaue ich mir genau an. Zuvor will ich die Wirkung noch einmal im Internet genau nachlesen“, sagt sie. Dann könne sie ihre bisherige Bepflanzung noch weiter ergänzen – in der Hoffnung, im Kampf gegen den Diabetes pflanzliche Unterstützung zu bekommen.

Dr. Ralf Jung, Chefarzt der Diabetologie am DGD Krankenhaus Sachsenhausen (hinten, Dritter von links) und Bestseller-Autor Hans Lauber (mit gestreifter Mütze) erläutern den interessierten Besuchern die Wirkung der Pflanzen im Diabetes-Garten. | Foto: Andreas Schmidt / DGD Krankenhaus Sachsenhausen

Bundesweit einzigartiges Projekt

Abir Giacaman, Geschäftsführerin des DGD Krankenhauses Sachsenhausen, ist jedes Jahr aufs Neue vom Diabetes-Garten begeistert. „Es ist einfach wunderbar, dass durch die ursprüngliche Initiative von Hans Lauber dieses bundesweit einzigartige Projekt ins Leben gerufen wurde. So können wir nicht nur durch unsere hervorragend aufgestellte Diabetologie rund um Chefarzt Dr. Ralf Jung mit seinem Team einen Beitrag zur Linderung des Diabetes leisten.“

Der Garten werde von Patientinnen und Patienten sehr gut angenommen, die sich nicht nur an den Beeten informieren, sondern ihn auch als Oase der Ruhe schätzen. Und Abir Giacaman betont zudem: „Jedes Jahr wird der Garten mit viel Liebe zum Detail wieder hergerichtet, dafür danke ich dem Team rund um Schwester Eva, die die Aufgabe nun übernommen hat, von Herzen.“

Der Diabetes-Garten befindet sich neben dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des DGD Krankenhauses Sachsenhausen, der Zugang erfolgt über die Schifferstraße 59. Interessierte können dort einfach den grünen und weißen Fußspuren folgen und gelangen dann in den Garten. Der Zugang ist selbstverständlich kostenlos und ohne Anmeldung möglich.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien der DGD Stiftung gGmbH

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße