Diabetes ist nicht gleich Diabetes – was tun bei Vorurteilen?

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Diabetes ist nicht gleich Diabetes – was tun bei Vorurteilen?

Diabetes? – Ach, das hat meine Oma auch.“

„Da darfst du ja nichts Süßes essen!“

„Na ja, es ist ja nur Diabetes – da musst du doch eh nur Tabletten nehmen.“

„Diabetes? Aber du bist doch gar nicht dick!“

„Diabetes? In deinem Alter? Den hast du bestimmt geerbt.“

„Na ja, mach halt bisschen mehr Sport, dann geht der Diabetes schon wieder weg.“

„Typ 1? War das das mit den Tabletten?“

„Du hast als Kind bestimmt zu viel Eis gegessen.”

„Hast du dann den schlimmen Diabetes oder den anderen?“

Na, kommt euch das bekannt vor?

Habt ihr das als Typ-1-Diabetiker schon mal gehört? Oder habt ihr das als „Nicht-Diabetiker“ vielleicht sogar schon mal gesagt?

Ob die Empfehlung, Sport zu machen, das Wundermittel Zimt auszuprobieren oder einfach nur der Ratschlag für Diäten – Diabetes ist und bleibt stigmatisiert. Viele Menschen kennen den Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes nicht oder kennen, wenn überhaupt, nur den Typ-2-Diabetes. Dieses Phänomen zieht sich durch alle Alters- und Sozialschichten Deutschlands. Es sind nicht nur die Jungen oder die Alten oder die Frauen oder die Männer, die sich nicht „auskennen“.

Manche Typ-1-Diabetiker belächeln die Sache. Andere erklären ausführlich, wo die Unterschiede liegen. Die nächsten sind einfach nur noch genervt.

Wie erkläre ich am besten die Unterschiede?

Ich nehme immer gerne die Beschreibung her, die man mir mit meinen 10 Jahren im Krankenhaus vermittelt hat. Bis jetzt hat es damit eigentlich jeder verstanden: Stell dir vor, in deinen Blutbahnen gibt es kleine Türen mit Schlössern davor. Die Kohlenhydrate, die du zu dir nimmst, stehen vor der Tür. Wenn sie durch die Tür gehen, werden sie zu Energie. So weit, so klar?

Doch was ist mit dem Schloss? Der Schlüssel für die Schlösser ist das Insulin. Bei gesunden Menschen gibt es genug funktionierende Schlüssel, die die Türen automatisch aufsperren. Die Typ-2-Diabetiker haben zwar noch eigene Schlüssel, aber das Schloss ist schon ein bisschen rostig und klemmt. Durch die Tabletten, die sie nehmen, wird das Schloss geölt und die Türe geht wieder leichter auf.

Typ-1-Diabetiker haben keinen eigenen Schlüssel mehr für ihre Schlösser. Sie müssen sich die Schlüssel, also das Insulin, von extern zuführen. Diese externen Schlüssel funktionieren genauso gut wie die der gesunden Menschen. Deshalb müssen Typ-1-Diabetiker auch nicht unbedingt Diät halten.

Natürlich gibt es noch diverse „Mischformen“. Diagnostizierte Typ-2-Diabetiker, die trotzdem Insulin spritzen müssen, Schwangerschaftsdiabetes und die MODY-Formen. Ja, der Diabetes ist kompliziert.

Warum ist es so „schlimm“, wenn jemand den Unterschied nicht kennt?

Vor allem die Medien suggerieren immer noch, dass Diabetes gleich Diabetes ist. Forscher, die entdeckt haben, dass Zimt, Nüsse oder Kaffee Diabetes vermeiden helfen, haben schon Recht. Aber eben nur für den Typ-2-Diabetes. Und auch dann nur in gewissen Maßen. Wenn ich solche Reportagen im Fernsehen sehe, möchte ich manchmal am liebsten den TV-Sender anrufen und meinem Ärger Luft machen.

Eigentlich kann man dem Einzelnen keinen Vorwurf machen. Ich kenne mich auch nicht mit jeder Art von Krebs aus. Viele Menschen, die das Wort „Diabetes“ hören, haben automatisch die 80-jährige Omi oder die adipöse Couch-Potatoe im Kopf. Sie denken an „zu viel Zucker gegessen“ oder „zu wenig Bewegung“.

Für uns Typ-1-Diabetiker gibt es noch keine Heilung. Wir müssen mit der Krankheit leben. Es ist eine Autoimmunkrankheit, die plötzlich auftritt und jeden treffen kann. Und wir würden alles essen oder eben nicht essen, wenn der Typ-1-Diabetes dadurch weggehen würde. Aber so einfach ist es leider nicht. Wir leben zwischen Spritzen und Teststreifen. Zwischen Kohlenhydrate-Zählen und Berechnungen. Unser Leben ist schon kompliziert genug. Da können „lustige“ Kommentare manchmal sehr kränkend sein.

Ich möchte den Typ-2-Diabetes hier auf keinen Fall abwerten. Vor allem für dicke Menschen, die meistens am klassischen Typ 2 leiden, ist es ein großer Einschnitt, auf einmal ihre Ernährungs- und Sportgewohnheiten zu ändern.

Aber sind wir mal ehrlich: Diese Menschen KÖNNEN etwas tun. Wir nicht. Michael hat das in einem Video schön zusammengefasst: „Dein Leben hängt von einem Schokoriegel ab“ – und er hat Recht.

Worum geht es für uns Typ-1-Diabetiker eigentlich?

Es geht nicht um die Dinge, die wir nicht essen dürfen, denn wir dürfen auch mit unserem Typ-1-Diabetes alles essen, was wir wollen. Fünf Kugeln Schokoladeneis oder eine ganze Packung Gummibären sind auch für einen gesunden Menschen nicht optimal. Darüber sind wir uns, glaube ich, einig.

Es geht auch nicht darum, dass wir Sport treiben müssen wie die Wilden. Ein bisschen Sport tut jedem Menschen gut.

Es geht nicht darum, dass wir zu alt oder zu dick sind oder schlechte Gene haben.

Es geht auch nicht darum, ob der Diabetes „schlimm“ oder „nicht so schlimm ist“. Jede Krankheit ist schlimm, weil sie uns unser Leben nicht mehr so führen lässt, wie wir es gerne möchten.

Es geht darum, dass wir vor uns nicht das Essen sehen, sondern die BE/KE. Es geht darum, dass wir nicht ohne eine Masse an Utensilien das Haus verlassen können. Und wenn wir was vergessen haben, dann geht’s nochmal zurück. Es geht darum, dass wir zerstochene Finger und Knötchen und blaue Flecken an unseren Spritzstellen haben. Es geht um den Typ-1-Papa, der sich nicht einfach sorgenlos aufs Fahrrad schwingt und mit seinen Kids eine Radtour unternimmt. Es geht um die junge Frau, die sich ein Kind wünscht, aber erst Rücksprache mit ihrem Diabetologen und dem Gynäkologen halten muss, um das Risiko fürs Baby zu minimieren.

Es geht um die unzähligen Besuche bei verschiedensten Ärzten. Es geht um die Angst vor Folgeerkrankungen. Blindheit, Gliedmaßen, die abgenommen werden müssen etc. Es geht darum, dass man sich nach einer Unterzuckerung noch mindestens eine Stunde wie vom LKW überfahren fühlt.

Mein gut gemeinter Rat an die „Nicht-Diabetiker“

Um all diese großen und kleinen Einschnitte in unseren Leben geht es. Um Dinge, die gesunde Menschen oder Typ-2-Diabetiker (meistens) gar nicht stören oder worüber sie sich nie Gedanken machen müssen.

Jeder Diabetiker, egal ob Typ 1 oder Typ 2, geht anders mit seiner Krankheit um. Manche werden sich bei diesem Artikel denken: „Warum jetzt so einen Aufriss?“ Anderen spreche ich voll aus der Seele.

Sei es, wie es sei. Liebe gesunde „Nicht Diabetiker“: Bevor ihr das nächste Mal stigmatisiert, gut gemeinte Ratschläge gebt oder Witze macht, versetzt euch in unsere Lage. Schaut hinter den Vorhang, steckt uns nicht in Vorurteil-Schubladen, schert uns nicht alle über einen Kamm oder zeigt ein bisschen Empathie. Denn wir sind viel zu viele unserer „Art“. Und es kann jeden von euch auch irgendwann treffen.

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Vorurteile und Nicht-Wissen, wenn’s um Diabetes geht? Damit hat auch Melissa schon reichlich Erfahrungen gemacht.

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  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

  • vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 10 Stunden

    Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

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