- Behandlung
Diabetes-Kompass neu ausrichten (1) – Therapieformen und Technik
3 Minuten

Mit der Diagnose Diabetes nimmt der neue Begleiter eine wesentliche Rolle in unserem Alltag ein. Manches klappt von Anfang an gut und anderes braucht ein wenig Übung. Es gibt Zeiten, da sind wir zufrieden und motiviert, und wiederum andere Zeiten, in denen sich Frust und Unzufriedenheit breitmachen. Das muss nicht so bleiben!
Heute geht es um Therapieformen und Technik. Stellen wir uns einen Raum mit einer Gruppe von Menschen mit Diabetes vor. Vielleicht so 20-30 Personen unterschiedlichen Alters, in unterschiedlichen Lebensphasen, mit verschiedenen körperlichen Konstitutionen und verschiedenen Tagesabläufen. Wir starten mit einer kleinen Bestandsaufnahme und alle erzählen kurz, wie ihre Therapieform aktuell aussieht und welche Technik sie benutzen.

Dabei entsteht bereits eine ziemliche Bandbreite an Informationen: Insuline mit unterschiedlicher Wirkweise, verschiedene Tabletten, Pens zur Injektion oder Insulinpumpen mit/ohne Schlauch, Sensoren zur kontinuierlichen Messung des Gewebezuckers, blutige Messung mit Teststreifen oder auch der DIY-Loop. Außerdem werden verschiedene Hersteller in den Raum geworfen, die weitere Unterschiede in der Anwendung bieten. Wir merken schnell: Es ist ein großer Pool an Möglichkeiten, aus dem wir heute schöpfen können.
Welche sind die passende Therapieform und Technik für mich?
Eine entscheidende Frage, denn es geht also auch darum, das Passende an Therapieform und Technik für sich persönlich zu finden. Das ist nicht immer ganz einfach. Doch es lohnt sich, die Zeit zu investieren. An erster Stelle steht dabei sicherlich, sich über das Angebot zu informieren. Denken wir nochmal kurz daran zurück, was es alles gibt. Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist eine ganze Menge an Informationen verfügbar, z.B. Erfahrungsberichte von anderen Menschen mit Diabetes, Herstellerinformationen, medizinische Informationen und, und, und. Bei den Quellen sollten wir auf die Qualität der Quellen achten. Es ist auch eine ganze Reihe unseriöser Informationen unterwegs. Je besser unser Überblick ist, desto eher können wir etwas Passendes für unsere aktuelle Lebenssituation auswählen. In das Thema „Wissen“ werden wir aber auch noch in einem weiteren Beitrag etwas tiefer eintauchen.
Was ist mein Beitrag?
Ihr habt vielleicht auch die Erfahrung gemacht, dass das Diabetes-Management besser läuft, wenn ihr aktiv mitmacht. Ich habe euch deshalb eine Frageliste zusammengestellt, die euch bei der persönlichen Bestandsaufnahme unterstützen soll. Sie soll euch helfen, herauszufinden, wo ihr aktuell steht und ob ihr Handlungsbedarf seht.

Aber keine Sorge, ihr müsst nicht alle Fragen beantworten. Es ist eine Anregung zum Nachdenken und zum Weiten der persönlichen Perspektive. Wenn es Fragen gibt, mit denen ihr nichts anfangen könnt, dann lasst sie einfach weg. Und wenn euch noch Fragen einfallen, die euch weitergebracht haben, dann teilt sie gerne mit uns allen.
Check it!
Wie sieht es bei dir aus in puncto Therapieformen und Technik?
- Welche Therapieform wende ich an? (z.B. Insulin/Pen, Insulin/Pumpe, Tabletten …)
- Welche technische Unterstützung habe ich? (z.B. rtCGM, iscCGM, Messgerät, Pumpe, Loop …)
- Wie zufrieden bin ich auf einer Skala von 1-10 (10: sehr zufrieden) mit meiner Therapieform/Technik?
- Was läuft gut?
- Wo habe ich Probleme?
- Was schränkt mich ein?
- Was unterstützt mich? Wie unterstützt es mich?
- Was überfordert mich? Wie macht sich die Überforderung bemerkbar?
- Wünsche ich mir mehr oder weniger technische Unterstützung?
- Was würde ich gerne ausprobieren? Was erhoffe ich mir dadurch?
- Wiederholen sich bestimmte Situationen, die gut oder schlecht laufen?
- Erreiche ich aktuell die Ergebnisse, die ich mir wünsche?
- Welche Technik/Therapieform könnte meinen Alltag noch erleichtern?
- Welche Fragen nehme ich zu meinem nächsten Termin mit meinem Diabetes-Team mit?
- Welche Vorschläge nehme ich zu meinem nächsten Termin mit meinem Diabetes-Team mit?
- Gibt es etwas, das ich konkret verändern möchte? Was ist es?
Technik und Therapieform sind eine wichtige Unterstützung im Alltag mit Diabetes. Die richtige Wahl zu treffen, kostet manchmal etwas Zeit und Nerven. Doch es lohnt sich, Augen und Ohren offen zu halten und etwas anderes auszuprobieren, wenn die aktuelle Auswahl nicht passt. Bleibt am Ball, um das Passende zu finden, das euren Alltag mit Diabetes erleichtert.
Hier gibt es mehr von Ina zum Thema Coaching: Was bietet Coaching für Menschen mit Diabetes? Aus dem Alltag eines Coaches!
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße