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Die richtigen Schuhe finden
3 Minuten
Der Fuß spielt für uns eine zentrale Rolle, er muss „geschützt und unterstützt“ werden. Wichtige Informationen und Tipps von Dr. Martin Lederle.
„Wunderwerk“ Füße
Ein Zitat von Dr. Norbert-Leo Becker, Orthopäde aus Tübingen, macht die Rolle des Fußes für uns Menschen deutlich:
„Der Fuß macht den Menschen zu dem, was er heute ist. Der Fuß koppelt den Menschen an den Boden an. Am Fuß beginnen alle Muskel- und Faszienketten, die es dem Menschen erlauben, aufrecht zu stehen und den Kopf oben zu tragen. Diese Ketten laufen über mehrere Stationen und beeinflussen sich gegenseitig. Die erste Station ist der Fuß selber mit seinen Knochen, seinen Muskeln und seinen Faszien, seinen Gelenken, seiner Haut, seinem Fettgewebe. Dort setzen die stabilisierenden Strukturen für das Kniegelenk und dort für das Becken an.
Das Becken selbst bildet die Basis der Wirbelsäule, ohne den Fuß kann diese Basis nicht existieren. Die nächste Zuggurtung geht über den Rücken bis hin zum Kopf. Fällt eine der Zuggurtungen aus, kann dies im Allgemeinen kompensiert werden durch Positionsveränderungen und Schwerpunktveränderungen der anderen Zuggurtungen. Fällt aber der Fuß aus, fällt der Mensch einfach um. Somit kommt dem Fuß eine zentrale Bedeutung zu, er muss geschützt werden in seiner Entwicklung und unterstützt werden in seiner Funktion.“
Füße sind keine starren Gebilde. Je nach Belastung ändern sie ihre Länge und ihre Breite (siehe Abbildung):

Tipps für den Kauf der richtigen Schuhe
Diese Tipps gelten insbesondere für Menschen mit Diabetes mellitus, die eine diabetische Neuropathie (dNP) oder/und eine arterielle Durchblutungsstörung (aDBS) an den Füßen haben:
- Gehen Sie am besten nachmittags zum Schuhkauf. Dann sind Ihre Füße etwas länger und breiter.
- Lassen Sie beide Füße in Länge und Breite ausmessen. Es gibt Menschen, deren Füße unterschiedlich lang sind.
- Die Schuhgröße ist ein Maß für die Länge der Schuhe. Da beim Gehen die Füße länger werden (siehe Abbildung), müssen die Schuhe vor den Zehen eine „Zugabe“ von mindestens 1 cm haben.
- Gut sortierte Schuhgeschäfte haben Schuhe verschiedener Hersteller nicht nur in verschiedenen Größen (Schuhlänge), sondern auch in verschiedenen Weiten. Wählen Sie nicht nur die passende Schuhlänge, sondern auch immer die passende Schuhweite.
- Falls bei einer korrekten Schuhlänge die Schuhweite zu gering sein sollte, dann sollte nicht auf die nächste Schuhgröße (größere Schuhlänge) gewechselt werden. Dies könnte dazu führen, dass die Füße beim Gehen in den Schuhen nach vorne rutschen und an den Fersen „schlappen“ und so scheuern.
- Patienten mit dNP können sich beim Schuhkauf nicht auf ihr Gefühl verlassen, da die gestörte Nervenfunktion falsche Empfindungen an das Gehirn melden kann. Die passende Schuhlänge und Schuhweite sollten nach den gemessenen Werten ausgewählt werden.
- Schuhe sollen von der ersten Minute an passend sein. Ein Einlaufen („die Schuhform wird sich schon an die Füße anpassen“) kann gefährlich werden.
- Patienten mit dNP oder/und aDBS sollen beim Tragen von neuen Schuhen ihre Füße täglich auf Veränderungen kontrollieren.
Lassen Sie immer beide Füße ausmessen. Ihr Schuh braucht vor den Zehen eine „Zugabe“ von mind. 1 cm (eine Daumenbreite).
Was sind gute Schuhe?
Gute Schuhe machen jede Bewegung der Füße mit – ohne einzuengen, zu drücken oder zu scheuern. Sie geben den Zehen genug Spielraum und drücken oder scheuern nicht an den Großzehen- bzw. Kleinzehenballen oder an den Fersen. Sie geben Bewegungsfreiheit und gleichzeitig Halt und schützen die Füße vor Verletzungen.
Gute Schuhe engen nicht ein und drücken oder scheuern nicht – was bei den hier zu sehenden Schuhen nicht unbedingt der Fall ist.
von Dr. Martin Lederle
Ärztlicher Leiter, MVZ Ahaus GmbH,
Klinikum Westmünsterland, Wüllener Straße 101,
E-Mail: lederle@mvz-ahaus-vreden.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (5) Seite 50-51
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 5 Tagen, 23 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 6 Tagen, 15 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….