- Aus der Community
Entgleisung 3.0
5 Minuten
Seit 2 Wochen bekam ich den Blutzucker nicht mehr unter 500 mg/dl (27,8 mmol/l) … Immer nur ein freundliches „HI“ auf dem Display. Eine Korrektur nach der anderen verschwand in meinem Bauchspeck, aber nichts tat sich. Und anstatt zum Arzt zu gehen, versuchte ich es allein. Höher als 600 mg/dl (33,3 mmol/l) konnte der Blutzucker ja nicht sein, denn so schlecht fühlte ich mich ja nicht. Klar, die ganz normalen „Hohe-Blutzucker-Kopfschmerzen“ waren da, ich hatte totalen Durst und musste dauernd aufs Klo, aber sonst ging es mir soweit ganz gut. Ab und an dann Ketone bis zu 1,7 mmo/l.
Montag (27.02.2017)
Am Montag ging es mir dann so schlecht, dass ich mich übergeben musste. Also Korrektur gespritzt und statt zum Praktikum zum Arzt gefahren. Dort wurde mir dann immer schlechter und schwindelig.

Ich bekam eine Überweisung ins Klinikum, und meine Mutter holte mich vom Arzt ab. Wir fuhren also ins Klinikum und dort wurde ich dann auf die Intensivstation gebracht. Blutzucker 1200 mg/dl (66,7 mmol/l). Ketone 7,2 mmo/l.

Mit drei Kanülen wurde ich dann erst einmal in den Schockraum gelegt, da kein Zimmer frei war. Jede Stunde wurde nun Blut abgenommen, da der Blutzucker nur im Labor messbar war. Später kam ich dann auf ein Zimmer. Jede halbe Stunde wurde der Blutdruck gemessen. Gegen Abend war ich bei einem Blutzucker von 800 mg/dl (44,4 mmol/l). Dort sollte ich erst einmal bleiben, weil ein zu schnelles Senken der Blutzuckerwerte zu riskant für meinen Körper gewesen wäre.
Dienstag
Am nächsten Morgen war ich dann bei 500 mg/dl (27,8 mmol/l), wurde allerdings mit Zuckerlösung wieder auf 600 bis 700 mg/dl (33,3 bis 38,9 mmol/l) gepusht. Die Diabetologin, mit der ich schon am Vortag gesprochen hatte, holte sich die Kinderdiabetologin zurate. Die beiden telefonierten mit meinem Dia-Team in Kiel und versuchten, meinen OmniPod zu organisieren. Den Tag verbrachte ich mit Besuchbekommen, am Handy Daddeln und Schlafen…

Nachmittags bekam ich einen PDM zum Ausprobieren, durchs Menü klicken und rumspielen. Am Abend war der Blutzucker bei 300 mg/dl (16,7 mmol/l).
Mittwoch
Mittwoch kamen die Diabetologinnen und berichteten mir, dass, wie der Zufall es will, eine Pharmareferentin von Ypsomed in Kiel sei und meinen OmniPod von dort hierher bringen würde. Da diese aber erst gegen 16 Uhr in Itzehoe sein würde und die beiden nicht mehr da seien, bekäme ich den OmniPod erst am Donnerstag gelegt. Dann besprachen die beiden noch mit dem Stationsarzt der Intensivstation, auf welche Station sie mich verlegen könnten, denn der Wert war mittlerweile bei 178 mg/dl (9,9 mmol/l) angelangt. Nach langem Hin- und Herüberlegen hieß es, ich würde auf die Kinderstation verlegt werden. Wieso die Kinderstation? Keine andere Station kennt sich so gut mit dem OmniPod aus wie die Kinderstation. Außerdem hätten sie dort momentan viele Betten frei. Also wurde ich verlegt.
Auf der Kinderstation wurde ich dann schon von einigen Schwestern erwartet und herzlich empfangen. Die meisten Schwestern kenne ich schon seit 9 Jahren. Die für mich zuständige Schwester wog mit mir mein Mittagessen ab und rechnete mit mir aus, wie viel ich spritzen musste. Dabei wurden wir etwas sentimental 😉 (Sie hat mich damals bei der Manifestation begleitet, meinen ersten Katheter gelegt, unzählige Schulungen mit geleitet und mich bei den Entgleisungen begleitet.) Der Blutzucker fiel weiterhin, so dass ich am Abend sogar unterzuckerte.
Donnerstag
Am Morgen wachte ich dann mit einem Blutzucker von 276 mg/dl (15,3 mmol/l) auf. Ich wog mein Frühstück ab, spritzte mit der Korrektur insgesamt 34 E und wartete ungeduldig darauf, dass die Kinderdiabetologin mit dem OmniPod kam. Gegen 10 sollte es losgehen.
Ich vertrieb mir die Zeit mit Berichteschreiben, schnackte mit der Stationslehrerin und der Erzieherin und bastelte ein bisschen was. Dann war es endlich so weit. Mit ordentlich Publikum füllte und setzte ich meinen ersten Pod. Dann wurde mir ganz kurz das Nötigste erklärt. Ich spritzte meine erste Korrektur und zwei Stunden später mein erstes Essen. Alles supi!

Den Pod hatten wir am Bauch gelegt, und ich war einfach nur glücklich, endlich ohne Schlauch rumzulaufen.
Freitag
Am Freitag kam gegen 15 Uhr die nette Dame von Ypsomed und ging mit mir 2 Stunden lang die Technik des OmniPods durch.
Im Anschluss bekam ich eine pinke Hülle für meinen PDM und war so gesehen ein OmniPod-Profi. Es stand Abendfasten auf dem Programm. Da mein Bruder so lieb war und mir seinen Laptop und ein paar DVDs mitgebracht hatte, hielt sich die Langeweile in Grenzen und gegen halb 11 durfte ich dann zu Abend essen.
Samstag
Am Samstag gegen 11 hatte ich meine schlimmste Hypoglykämie seit Anbeginn meiner Diabetes-Karriere. Nicht die tiefste, aber von den Symptomen her haute diese mich so richtig vom Hocker. Es war während der Visite. Mein Typ F war gerade zu Besuch, und ich war wohl ziemlich witzig drauf und meinte, alle zu verarschen (was ich überhaupt nicht mitbekommen hatte). Dann saß ich nur noch auf meinem Bett und schaute meinen Freund an. Reagierte aber anscheinend nicht mehr so ganz. Also Blutzucker gemessen. 30 mg/dl (1,7 mmol/l).
Nach 200 ml Apfelsaft war ich dann wieder einigermaßen auf dem Damm. Den ganzen Tag hatte ich niedrige Werte. An diesem Tag fastete ich während des Mittags.
Sonntag
Es gibt nichts Schlimmeres als Fasten allgemein. Aber vor allem das Morgenfasten ist hart! Zuhause haben wir das immer so gemacht, dass ich morgens ausschlafen durfte und meine Mama mich immer stündlich gemessen hat. Im Krankenhaus läuft das leider nicht so… Ich wurde um 8 (!!!) Uhr geweckt und durfte erst gegen 14 Uhr wieder etwas essen. Zwischendurch gab es immer wieder Besuch, ohne den ich es wahrscheinlich echt nicht ausgehalten hätte. Denn es gibt nichts Langweiligeres, als am Wochenende im Krankenhaus zu liegen.
Montag
Nachdem ich am Wochenende fast dauerhaft unterzuckert war, hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, nach 7 Tagen wie geplant entlassen zu werden. Die Diabetologin besprach mit mir, dass ich noch eine Nacht bleiben sollte, da die Nachtwerte noch einmal überprüft werden sollten. Tagsüber könnte ich gut zu Hause managen. Also blieb ich noch den Montag. Mir wurden alle Kanülen gezogen und meine Arme und Hände waren blau 😀

Dienstag
Dienstag wurde mir ein letztes Mal Blut abgenommen, und mit einem dicken Arztbrief wurde ich gegen Mittag entlassen. Nach 8 Tagen Krankenhaus war ich endlich in „Freiheit“.
Die nächsten Tage
In den nächsten Tagen unterzuckerte ich noch ab und zu, aber im Großen und Ganzen lief es.

Mit dem Pod komme ich super klar und mittlerweile kann ich ohne große Zweifel ganz allein den Pod wechseln 😉 Es ist reine Routine geworden, und ich bin echt sehr zufrieden.
Der nächste Termin beim Dia-Doc steht schon an und ich bin gespannt auf das HbA1c! Das jetzige liegt bei 11,3% (am 28.02. war es bei 12,2%).
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 2 Tagen, 21 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 2 Tagen, 20 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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