- Behandlung
Erfolgreiche Schwangerschaft mit Diabetes: Gute Werte schon vorher!
3 Minuten
Sie haben sich mit ihrem Partner überlegt, ein Kind zu bekommen. Welche Rolle spielt dabei Ihr Diabetes? Wie bereitet man sich vor? Wie sollten meine Werte aussehen? Sich solche Fragen zu stellen, ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Schwangerschaft. Antworten darauf gibt der Experte Dr. Norbert Demandt aus Kiel.
Wer sich solche Fragen stellt, gehört zu den 40 bis 50 Prozent Frauen mit Diabetes, die bereits vor der Schwangerschaft Rat suchen. Dies bringt wesentliche Vorteile, denn: Eine optimierte gynäkologisch-diabetologische Vorbereitung steigert die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft. Betrachtet werden muss die gesamte gesundheitliche Situation – neben den gynäkologischen Aspekten oder dem Impfschutz spielen hier der Diabetes sowie etwaige Folgeerkrankungen und Begleiterkrankungen eine wesentliche Rolle.
Bezüglich des Diabetes sind zwei Themengebiete wichtig: 1. Wie beeinflusst der Diabetes die Schwangerschaft und die Entwicklung und Gesundheit des Kindes? 2. Welchen Einfluss hat die Schwangerschaft auf den bestehenden Diabetes?
Diabetes vererben?
Betrachten wir zunächst den Einfluss auf das werdende Leben: Das Risiko, einen Typ-1-Diabetes zu vererben, ist gesteigert; hat der Vater einen Typ-1-Diabetes, fällt das mit ca. 10 Prozent erheblich stärker ins Gewicht als ein Typ-1-Diabetes der Mutter. Bei einem Typ-2-Diabetes beträgt für die Kinder das Risiko, auch an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, ca. 50 Prozent. Bezüglich der kindlichen Risiken kann durch eine vorbestehende gute Stoffwechselsituation das Risiko für Fehlgeburten und Missbildungen erheblich gesenkt werden.
Gute Werte von Beginn an!
In der Frühschwangerschaft und somit in der Zeit, in der sich die Organe des Kindes entwickeln, ist die Schwangerschaft zum Teil noch gar nicht erkannt, eine Optimierung des HbA1c erst nach positivem Schwangerschaftstest kommt hier zu spät. Über 20 Prozent Fehlbildungen sind laut mehreren Studien zu befürchten, wenn das Ausgangs-HbA1c über 8,5 Prozent liegt. Diese betreffen alle Organsysteme. Genetische Defekte wie die Trisomie 21 (Down-Syndrom) treten dagegen nicht häufiger auf.
Diese Situation erklärt, wieso Diabetologen bereits vor der Schwangerschaft eine normnahe Stoffwechselsituation mit HbA1c-Werten unter 6,5 Prozent, auf jeden Fall aber unter 7 Prozent anstreben. Zur Therapieoptimierung und Vermeidung von Blutzuckerspitzen ist in vielen Fällen ein geregelterer Tagesablauf notwendig als vorher üblich. Regelmäßige Blutzuckerselbstkontrollen und das Führen eines Protokolls sollten selbstverständlich sein.
Erneute Schulung
Eventuell ist eine erneute Schulung nötig; besteht eine Unterzuckerungswahrnehmungsstörung, sollte hier, aufgrund des erhöhten Hypoglykämie-Risikos im 1. Schwangerschaftsdrittel auch an Schulungen gedacht werden wie BGAT (Blutglukose-Wahrnehmungstraining, www.bgat.de) oder HyPOS (www.hypos.de).
Analoginsuline überdenken
Ein Wechsel langwirkender Analoginsuline muss besprochen werden, denn hierzu liegen noch keine ausreichenden Daten zum Einsatz in der Schwangerschaft vor. Bei Frauen mit Typ-2-Diabetes unter Tablettentherapie sind diese sofort mit Feststellung der Schwangerschaft abzusetzen.
Besteht arterieller Bluthochdruck, muss auch hier die Medikation besprochen werden: Zum Beispiel sind ACE-Hemmer wie Ramipril in der Schwangerschaft nicht geeignet, so dass ein Wechsel optimalerweise bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft erfolgen sollte (z. B. auf Alpha-Methyldopa).
Folsäure einnehmen
Bereits bei Schwangerschaftswunsch sollten Sie Folsäure nehmen (0,4 mg/Tag); das Vitamin spielt eine Rolle für den Verschluss des Neuralrohres, aus dem sich Gehirn und Rückenmark entwickeln. Gleiches gilt für Jodid (200 μg/d), wenn keine eigene Schilddrüsenerkrankung dagegen spricht; Jodid hilft bei der Entwicklung der kindlichen Schilddrüse.
Der heutige Trend, den Kinderwunsch erst in späteren Jahren zu erfüllen, hält an. Somit muss, speziell bei Frauen mit Typ-2-Diabetes, auch an mögliche Durchblutungsstörungen vor allem des Herzens gedacht werden; hier sind Fachärzte vor der Schwangerschaft zu Rate zu ziehen. Vor allem bei Frauen mit Typ-1-Diabetes sollte die Schilddrüsenfunktion kontrolliert werden.
Patientenleitlinie informiert umfassend!
Eine gute Orientierung über den Ablauf der Betreuung gibt Ihnen die Patientenleitlinie „Diabetes und Schwangerschaft“, die über die Internetseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft abrufbar ist.
Der Diabetes der Mutter?
Wie wirkt die Schwangerschaft auf Ihren Diabetes? Hier besteht insbesondere ein Einfluss auf die Folgeerkrankungen. Bei einer diabetischen Nierenschädigung kann es zu einer Zunahme der Eiweißausscheidung kommen. Diese ist jedoch oft nur vorübergehender Natur. Neben dem Risiko für ein Fortschreiten der Nephropathie erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie und Gestose). Auch sind durch die Nephropathie kindliche Risiken (u. a. vermehrte Neigung zu Frühgeburten, Wachstumsverzögerungen) erhöht.
Augenhintergrundsveränderungen können sich im Rahmen einer Schwangerschaft zum Teil schnell verschlechtern. Dies ist der Grund, warum bereits bei Schwangerschaftswunsch ein aktueller Befund vorliegen oder erhoben werden sollte. Mehr Informationen gibt es in der Patientenleitlinie “Diabetes und Schwangerschaft” (s. Kasten oben).
Schwerpunkt „Diabetes und Schwangerschaft“
- Erfolgreiche Schwangerschaft mit Diabetes: Gute Werte schon vorher
- Experten-Interview: „Schwangerschaft als etwas Besonderes genießen!“ – auch mit Diabetes!
- Schwangerschaft mit ICT oder Insulinpumpe? Worauf Frauen mit Diabetes achten sollten
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (11) Seite 26-27
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moira postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
Meine Tochter ist ein großer Fan der Buchreihe Woodwalkers. In einem Band kommt wohl ein Woodwalker mit Diabetes typ 1 vor. Fand ich cool. Es wird Blutzucker gemessen und ein Unterzucker behandelt.
(Wen es interessiert Band 2.3) -
moira postete ein Update vor 3 Wochen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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