Frau W. geht zum großen Jahres-Check

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Frau W. geht zum großen Jahres-Check

Einmal im Jahr geht Frau W. zum großen Jahres-Check. Dazu gehört eine Voruntersuchung inklusive Blutabnahme. Beim Termin mit der Diabetologin werden alle Werte besprochen – z. B. die Nierenwerte, die Höhe des Cholesterins … Außerdem bekommt Frau W. noch Tipps für ihre Operation im Krankenhaus in einigen Tagen.

Frau W. kommt zum geplanten Besprechungstermin im Rahmen des Jahres- Checks in die Praxis ihrer Diabetologin. Sie geht wegen ihres Typ-1-Diabetes sowieso regelmäßig alle drei Monate zu ihren Kontrollen im Rahmen des Chronikerprogramms (Disease-Management-Programm, DMP), in das sie eingeschrieben ist – aber jetzt ist wieder der umfangreiche Jahres-Check dran.

Ihre Diabetologin bietet all ihren Patienten diesen großen Jahres-Check an, um zumindest einmal im Jahr nicht nur die direkt für den Diabetes relevanten Werte zu untersuchen, sondern auch alle bedeutsamen Werte aus dem Umfeld der Diabeteserkrankung.

Das ist Frau W.

Frau W. ist 56 Jahre alt und hat seit 33 Jahren einen Typ-1-Diabetes, der anfangs noch mit tierischem Insulin therapiert wurde, gefolgt von einer intensivierten Insulintherapie (ICT) mit Humaninsulin. Seit acht Jahren trägt sie nun eine Insulinpumpe (kontinuierliche subkutane Insulininfusion, CSII); vor der Umstellung hatte sie einige schwere Unterzuckerungen. Mittlerweile ist ihr Diabetes gut eingestellt, und sie hatte in letzter Zeit nur eine leichte Unterzuckerung.

Die Voruntersuchung mit Überprüfung des Medikamentenplans

Frau W. war zwei Tage zuvor zur Voruntersuchung bei der ihr vertrauten und langjährig bekannten Diabetesberaterin. Sie hat Blut abgenommen bekommen und all ihre Hilfsmittel – Blutzuckermessgerät, Stechhilfe, Insulinpumpe, Insulinpen für den Notfall – waren sämtlich angeschaut und auf Funktionstüchtigkeit überprüft worden. Und sie war gewogen worden und hat ihr Gewicht von 68 kg gehalten(Körpergröße: 171 cm, Body-Mass-Index (BMI: 23,6 kg/m²).

Darüber hinaus waren die Injektionsstellen (bei Pumpenträgern: “Kanülen-Liegestellen”) untersucht worden, und die Fußuntersuchung mit Tasten der Fußpulse und Stimmgabeltest war durchgeführt worden. Auch hatte sie in den letzten zwei Wochen drei Urinproben (Nüchternurin) abgegeben. Und selbstverständlich war auch der Medikamentenplan auf Veränderungen hin abgeglichen worden.

Nun ist sie gespannt auf den Termin mit ihrer Ärztin, die mit ihr die Ergebnisse der Blut- und Urinuntersuchung durchgehen wird und mit der zusammen sie nun auch ihre Tagebuchaufzeichnungen besprechen wird.

Im Laufe der Jahre haben sich trotz im Großen und Ganzen guter und weitgehend komplikationsloser Diabeteskarriere einige Folgen ihrer Diabeteserkrankung und auch einige Begleiterkrankungen eingeschlichen. Deshalb muss sie neben der Insulingabe noch einige weitere Medikamente einnehmen: Schilddrüsenhormon sowie Blutdruck- und Cholesterinsenker.

Auch ist das Empfindungsvermögen in den Füßen geringfügig eingeschränkt, was sich manchmal mit einem noch erträglichen Taubheitsgefühl der Zehen bemerkbar macht. Sonstige “Spuren” hat das aber an ihren Füßen bisher nicht hinterlassen.

Besonders spannend für Frau W.: Wie hoch ist der HbA1c-Wert?

Das Spannendste ist für Frau W. immer der Langzeitzucker, also der HbA1c-Wert. Mit 6,8 Prozent liegt sie dieses Mal noch ein wenig besser als zuletzt, und darauf ist sie stolz, da sie in den letzten drei Monaten lediglich eine leichte Unterzuckerung hatte (während eines Schwimmbadbesuchs).

Das war nicht immer so: Vor der Umstellung auf die Pumpe hatte sie mehrfach schwere Unterzuckerungen, bei denen sogar einige Male der Notarzt kommen musste, um ihr Glukose in die Venen zu spritzen. Aber in den letzten drei Monaten waren im akribisch von ihr geführten Blutzuckertagebuch fast nur Werte, die sich im farbig markierten grünenBereich bewegten und gut zum aktuellen HbA1c-Wert passen.

Frau W.s Ärztin ist mit den Blutzuckerwerten und dem Blutzuckerverlauf sehr zufrieden. Das gilt auch für den Blutdruck (135/85 mmHg), die Nierenwerte (Kreatinin: 1,1 mg/dl und GFR: 78 ml/min) und ihre Urinproben (Mikroalbumin) sowie ihre Cholesterinwerte (Gesamtcholesterin: 198 mg/dl, HDL-Cholesterin: 45 mg/dl, (LDL-Cholesterin: 102 mg/dl). Es hat sich also wieder einmal gelohnt, dass sie regelmäßig ihre Medikamente gegen zu hohen Blutdruck und zur Cholesterinsenkung eingenommen hat.

Auch der Schilddrüsenwert, das TSH, war mit 2,1 µU/l unter Einnahme von Schilddrüsenhormon im Normbereich. Und auch der Stimmgabeltest hat sich seit der letzten Kontrolle nicht verschlechtert, ist aber mit 2/8 gegenüber den Normalwerten deutlich reduziert.

Eine OP im Krankenhaus steht an

Nachdem alle Befunde besprochen und in den Gesundheits-Pass Diabetes eingetragen worden sind, gibt es dieses Mal noch ein weiteres Problem: In einigen Tagen hat Frau W. im Krankenhaus in der Kreisstadt in Vollnarkose eine Unterleibsoperation.

Die Diabetologin bespricht mit Frau W. detailliert, wie sie sich während des Krankenhausaufenthaltes in Bezug auf ihren Diabetes verhalten soll, und erklärt noch einmal, dass auch während des Operationstags die Insulinversorgung nicht unterbrochen werden darf.

Sie gibt Frau W. außerdem Tipps, an welcher Stelle sie am Operationstag die Kanüle für die Insulinpumpe platzieren soll. Anschließend stellt sie sogar den Kontakt zur im Krankenhaus arbeitenden Diabetesberaterin her, damit diese möglichst dabei ist, wenn Frau W. zwei Tage vor dem eigentlichen stationären Aufenthalt ihren ambulanten Vorstellungstermin in der Frauenabteilung hat. Außerdem soll die Beraterin während des stationären Aufenthaltes ein waches Auge auf Frau W. und ihren Diabetes haben.

Der Termin hat sich gelohnt

Nach dem Gespräch mit ihrer Ärztin bekommt Frau W. noch alle Verbrauchsmaterialien und Medikamente, die sie in der näheren Zukunft benötigen wird, auf einem Rezept verordnet. Und fast hätte sie vergessen, sich noch eine Folgeverordnung für die podologische Therapie ausstellen zu lassen, zu der sie alle sechs Wochen geht.

Der Termin heute bei ihrer Diabetologin hat ein wenig länger gedauert als sonst, hat sich aber gelohnt: Frau W. geht mit einem guten Gefühl nach Hause und hat insbesondere keine Angst mehr vor dem Krankenhausaufenthalt, da sie ja schon eine ihr jetzt namentlich bekannte und kompetente Ansprechperson im Krankenhaus hat.

Schwerpunkt: „Von Werten und Zielen“


von Dr. Nikolaus Scheper

Dr. Nikolaus Scheper ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Diabetologie mit Schwerpunkt Folgeerkrankungen und Komorbiditäten des Diabetes. Er führt eine diabetologische Schwerpunktpraxis in Marl und war lange Zeit Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Diabetologen (BVND).

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (7) Seite 16-19

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂