- Behandlung
Gute Schuhe für die Langzeitversorgung
4 Minuten
Wer als Mensch mit Diabetes eine Wunde am Fuß hatte oder hat, benötigt besondere Einlagen oder Schuhe. Welche Hilfsmittel das im Einzelfall sind, hängt von der aktuellen Situation am Fuß ab. Für jedes Stadium des Diabetischen Fußsyndroms gibt es konkrete Empfehlungen.
Patienten, die bisher noch keine Fußwunden hatten, werden in zwei Gruppen aufgeteilt: In der Gruppe 1 ohne jegliche Folgeschäden an den Füßen ist das Risiko, eine Fußwunde (Ulkus) zu erleiden, nicht größer als bei Menschen ohne Diabetes und kommt im Lauf eines Jahres bei 1 bis 2 Prozent der Patienten vor. Häufig sind es Blasen durch nicht passende Schuhe oder Bergabgehen und ganz selten auch Nageltrittverletzungen. Gruppe 2 sind Patienten, die bereits Folgeschäden an den Füßen haben. Problematisch ist hierbei besonders die Schädigung der Nerven (Polyneuropathie), die zu einem Verlust der schützenden Sensibilität geführt hat. Das Risiko für eine Fußwunde steigt dadurch auf ca. 6 Prozent im Jahr an. Eine zusätzliche Durchblutungsstörung steigert das Risiko nur leicht.
In Deutschland versucht man, diese Risikopatienten über das Disease-Management-Programm “Diabetes” zu identifizieren, in dem die Patienten mindestens einmal jährlich auf das Vorliegen einer Polyneuropathie mit Sensibilitätsverlust untersucht werden. Besonders wichtig ist hier die Untersuchung mit dem 10-Gramm-Monofilament an der Fußsohle. Wird das Monofilament nicht mehr korrekt wahrgenommen, sollten diese Patienten mit Spezialschuhen bei Diabetischem Fußsyndrom versorgt werden.
In diesen Schuhen liegt bei der Auslieferung eine Weichpolstersohle. Sie ist 8 mm dick, liegt im Schuh und reduziert den Druck im Ballenbereich um mindestens 30 Prozent gegenüber Barfußgehen. Durch die steife Sohle ist das Tragen der Schuhe am Anfang oft gewöhnungsbedürftig. Andere Bequemschuhe mit weicher Einlage und ausreichendem Platzangebot sind zur Vorbeugung ebenfalls ausreichend. Die Erstattung der Kosten für diese Schuhe wird von den gesetzlichen Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt: von vollständiger Ablehnung über Zuschüsse bis zu Erstattung bis auf den Selbstbehalt von ca. 86 Euro.
Risiko für weitere Fußwunden steigt nach erster Wunde
Anders verhält es sich nach dem ersten Auftreten einer Fußwunde. Damit steigt das Risiko für eine erneute Fußwunde auf 35 bis 40 Prozent pro Jahr. Die Patienten mit abgeheilter Fußwunde benötigen auf jeden Fall schützendes Schuhwerk. Welche Schuhe und Einlagen benötigt werden, hängt davon ab, an welcher Stelle die Wunde gelegen hat, ob Verformungen bestehen und ob bereits eine Amputation oder andere Operationen am Fuß durchgeführt wurden. Hierfür wurde die Risikoklassen-Einteilung der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft erstellt und in den Leitlinien verankert (siehe Tabelle).

Patienten mit abgeheilter Wunde finden sich in der Risikogruppe III wieder und benötigen einen “Spezialschuh für Diabetisches Fußsyndrom”. Der Schuh muss im Vorfußbereich breit genug und die Zehenbox ausreichend hoch sein, damit der Fuß seitlich und die Zehen von oben vor Druckkräften und Reibung geschützt sind, auch dann, wenn die Fußbettung im Schuh liegt. Deshalb gibt es fast alle diese Schuhe in einem Mehrweitensystem mit unterschiedlichen Breiten im Vorfußbereich. Manche Hersteller bieten auch Schuhe mit einer erhöhten Zehenbox an. Ebenfalls ausreichend muss die Länge des Schuhs sein: Vor der längsten Zehe sollte im Stehen mindestens ein Platz von 1 bis 1,5 cm sein. Trotz dieser banal erscheinenden Vorgaben sehen wir im Alltag regelmäßig Schuhe, die diese Vorgaben nicht erfüllen und neue Wunden auslösen.
Wunde an der Fußsohle erfordert besonderes Fußbett
Bei Fußwunden, die seitlich am Fuß oder oben an den Zehen waren, ist keine besondere Einlage erforderlich. Bei einer Wunde an der Fußsohle ist ein Diabetes-adaptiertes Fußbett unbedingt erforderlich. Es soll den Druck von der Stelle, an der das Fußgeschwür lag, in andere Bereiche des Fußes umverteilen, die noch gut Druck aufnehmen können. Dies wird durch Anmodellieren der Fußbettung an die Fußsohle erreicht. An den zu entlastenden Stellen werden weichere Materialien verwendet als an den Stellen, die Druck aufnehmen können.
Ebenfalls wichtig sind die Eigenschaften der verwendeten Kunststoffe. Ein Material, in das man mit den Fingern Dellen drücken kann, ist eher ungeeignet. Denn wenn der Fuß auf der Einlage entlastet wird, dauert es zu lange, bis das Material sich wieder entspannt hat. Der Fuß belastet die Einlage dann schon wieder, obwohl das Material noch gar nicht bereit ist, neuen Druck aufzunehmen. Wesentlich für die Druckentlastung im Vorfußbereich ist bei diesen Schuhen zusätzlich das Versteifen der Sohlen. Das sorgt dafür, dass immer eine größere Fläche an der Fußsohle belastet wird.
Erfüllen diese Schuhe nicht mehr die Anforderungen, die der Fuß benötigt, rutscht der Patient in die Risikogruppe IV und es müssen orthopädische Maßschuhe angefertigt werden. Wenn die Dicke der Fußbettung zum Entlasten bestimmter Stellen der Fußsohle nicht mehr ausreichend ist oder Verformungen wie beim Charcot-Fuß vorliegen, werden Maßschuhe, die den Knöchel mit einschließen, zwingend erforderlich und die Patienten gehören der Risikogruppe V an. Mit größer werdenden Verformungen und bei kürzeren Amputations-Stümpfen wird die Versorgung immer aufwendiger und der Schuhschaft wird höher. Im Extremfall müssen Innenschuhe oder gar Prothesen angefertigt werden.
Jeder Schuh muss genau kontrolliert werden
Bei diesen Versorgungen ist die Qualitätssicherung enorm wichtig. Seit Jahren ist es bereits möglich, zu messen, ob die Schuhe auch das tun, was sie sollen, nämlich den Druck an der Fußsohle gleichmäßig verteilen. Mittlerweile fordern dies auch die Krankenkassen ein und auch die Patienten sollten darauf achten, dass eine solche Innenschuh-Druckmessung durchgeführt wird. Nach der Fertigstellung der Schuhe wird eine dünne Sensorfolie zwischen Fuß und Fußbettung gelegt. Damit kann der Druck verglichen werden, der beim Barfußgehen in einer Standardsandale auftritt, mit dem Druck der Versorgungsmessung.
Wird dabei festgestellt, dass der Druck an der Stelle des ehemaligen Ulkus noch zu hoch ist, muss das Fußbett entsprechend umgearbeitet werden. Wichtig ist, dass hiermit nicht die Passform des Schuhs überprüft werden kann. Ob der Schuh ausreichend lang oder breit ist, muss trotz aller technischer Möglichkeiten mit dem Auge überprüft werden.
Schuhe konsequent tragen
Jetzt ist es am Patienten, die Schuhe nach dem Einlaufen konsequent zu tragen – wie konsequent, hängt im Wesentlichen von der Fußverformung und dem noch vorhandenen Polstergewebe an der Fußsohle ab. Hier spielt die Durchblutungsstörung auch eine Rolle, da eine schlechter durchblutete Haut an der Fußsohle weniger widerstandsfähig ist als eine gut durchblutete.
Die Erfahrung zeigt, dass Fußwunden auftreten, wenn die Schuhe nicht konsequent getragen werden oder die körperliche Aktivität ein gewohntes Maß überschreitet. Das bedeutet für die Patienten, dass sie sich langsam an das von ihnen gewünschte Maß an Aktivität herantasten müssen, damit sie sich sicher sein können, dass dieses Maß der Aktivität für den Fuß akzeptierbar ist. Dieses Herantasten muss bei jeder Neuanfertigung oder Änderung des Hilfsmittels von vorn beginnen, denn kein Orthopädieschuhmacher kann garantieren, dass der neue Schuh genauso gearbeitet ist wie der alte. Verordnen kann diese Hilfsmittel jeder Arzt.
Schwerpunkt: „Zeigt her Eure Schuh…“
- Schuhe kaufen – und zwar richtig
- Fuß entlasten bei akuten Problemen
- Gute Schuhe für die Langzeitversorgung
- “Ich mag meine Schuhe nicht und muss sie trotzdem tragen…”
von Dr. Karl Zink
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2023; 72 (1) Seite 22-25
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 10 Stunden, 34 Minuten
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 9 Stunden, 33 Minuten
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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