Herzinfarkt – was ist zu tun und was folgt danach?

2 Minuten

© © Robert Kneschke - Fotolia.com
Herzinfarkt – was ist zu tun und was folgt danach?

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute, daher sollte sofort der Notarzt (112) alarmiert werden. Wie man Infarktsymptome erkennt und worauf es nach einem überstandenen Herzinfarkt ankommt, darüber informiert die Deutschen Herzstiftung.

Wer bei einem Herzinfarkt die Infarktsymptome richtig einordnet und sofort über den Notruf 112 den Rettungswagen alarmiert, kann sein Herz vor dauerhaften Schäden (Herzschwäche) bewahren. „Leider sind aber mehr als die Hälfte aller Herzinfarktsterbefälle vor Erreichen der Klinik zu beklagen, weil die Betroffenen bei Infarktverdacht zu lange vor der 112 zögern oder die Infarkt-Symptome nicht richtig zuordnen“, berichtet Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und stellv. Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München.

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute, weil der Infarkt jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) auslösen kann und zum Untergang von Herzgewebe führt. Jedes Jahr erleiden fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, über 48.000 sterben daran. „Andererseits kann bei raschem Handeln jeglicher Schaden vom Herzmuskel abgewendet und das Leben meist in unveränderter Leistungsfähigkeit fortgesetzt werden, wenn es gelingt das durch den Blutpfropf verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen“, so Prof. Schunkert.

Unterschätzte Nachsorge: Ist nach dem Herzinfarkt vor dem Herzinfarkt?

Auch wenn der Infarkt unbeschadet überstanden wurde, hört die Herzinfarkt-Behandlung nicht im Katheterlabor auf: Die koronare Herzkrankheit (KHK), die den Herzinfarkt verursacht hat, besteht nämlich fort und muss dauerhaft mittels einer Dreifachtherapie behandelt werden.

„Dass die KHK fortbesteht, verdrängen viele Infarktpatienten, die sich aufgrund der erfolgreichen Stent-Behandlung in Sicherheit wiegen. Wer aber weitermacht wie vor dem Infarkt ohne seine KHK zu behandeln, riskiert den erneuten Herzinfarkt“, warnt Schunkert. „Das muss aber nicht sein, sofern Herzpatienten die Rehabilitation ernst nehmen.“

Dreifachtherapie bremst das Fortschreiten einer KHK

Erst die Dreifachtherapie in der Nachsorge kann das Fortschreiten der KHK bremsen.

Zur Therapie gehört:

  • Erstens die Einnahme von Medikamenten u. a zur Verhinderung der Gerinnselbildung, zur Cholesterinsenkung sowie zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzmuskel.
  • Nötig ist zweitens eine Lebensstiländerung mit regelmäßiger Ausdauerbewegung (am besten 5-mal die Woche je 30 Minuten) und gesunder Ernährung, wie sie die Mittelmeerküche bietet.
  • Drittens kommt es auf eine konsequente Ausschaltung aller Infarkt-Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Stress an.

Rehabilitation kann Lebensjahre schenken

In der Rehabilitation können Herzinfarktpatienten lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen, machen sich mit einem gesunden Lebensstil vertraut und setzen sich mit Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung auseinander. Nach Schätzungen entscheidet sich nur ca. die Hälfte der Herzinfarktpatienten für eine Reha, obgleich eine Rehabilitation langfristig das Herzinfarkt-Sterblichkeitsrisiko senkt. Zirka 20 bis 30 Prozent der Patienten benötigen zudem eine psychologische Betreuung etwa zur Verarbeitung von Ängsten vor dem erneuten Infarkt.

Tipps und Infos

Weitere Infos erhalten Betroffene und Angehörige in dem Ratgeber „Herz in Gefahr – Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“. Der Band (160 S.) informiert über Möglichkeiten der Vorbeugung, Diagnose und Therapie der KHK/Herzinfarkt und ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de/khk-sonderband.html oder per Tel. unter 069 9551228400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de

Das Interview „Eine Chance: Rehabilitation“ (8 Seiten) mit dem Kardiogen und Reha-Experten Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab, Curschmann Klinik Timmendorfer Strand, kann kostenfrei bei der Deutschen Herzstiftung (Stichwort: Reha-Beitrag) per Tel. 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de
angefordert werden.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Rezept für Gratinierte Sommer-Früchte
Sommer auf dem Grill: Aprikosen und Nektarinen werden mit Zitronensaft und Rosmarin aromatisiert, mit Camembert überbacken und in nur 20 Minuten servierfertig. Mit Nährwerten pro Portion eignet sich das Dessert auch für die diabetesbewusste Küche.
Rezept für Gratinierte Sommer-Früchte | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

2 Minuten

Kinderbuch-Autorin Samira Firoziboyaghchi: Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg
Samira Firoziboyaghchi wuchs im Iran auf und bekam als junge Frau Typ-1-Diabetes. Inzwischen lebt sie in Deutschland. Ihr Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg. Auch deshalb hat sie das Kinderbuch „Mira und der blaue Drache“ geschrieben, dass Kindern mit Diabetes Mut machen und Stärke geben soll.
Kinderbuch-Autorin Samira Firoziboyaghchi: Diabetes stärkte sie auf ihrem Lebensweg | Foto: privat

8 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 2 Tagen

    Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

Verbände