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Hinter den Kulissen: Praxis-Alltag einer Diabetesberaterin
3 Minuten

Sarah ist Diabetesberaterin und nimmt uns mit in den Alltag in einer Schwerpunkt-Praxis. Was sie dort alles erlebt, berichtet sie uns in diesem Beitrag.
Wie ihr bereits erfahren habt, möchte ich euch ein wenig mit dem Praxisalltag in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis und meinem Alltag als Diabetesberaterin vertraut machen. Was passiert, wenn ihr aus dem Beratungszimmer geht? Was passiert hinter den Kulissen, wenn ihr auf eure nächste Insulinpumpe wartet? Warum dauert es teilweise so lange, bis man einen Termin bekommt?
Wusstest ihr, dass…
…je nach Praxisgröße ca. zwischen 1000 bis 2000 Diabetespatient*innen pro Quartal betreut werden? Hinzu kommen Neudiagnosen, Notfälle und engmaschige Kontrollen bei Bedarf. Ein Quartal hat immer drei Monate. Wahnsinn, oder? Es gibt bestimmt auch Praxen, die größer sind und noch mehr Patient*innen betreuen. Ihr seht, es gibt viele Menschen mit Diabetes. Aber leider viel zu wenige Fachkräfte. Welche Überraschung. Unser Terminkalender ist sehr eng getaktet und oft schon Monate im Voraus voll geplant. Warum? Wir machen den folgenden Kontrolltermin direkt nach dem Beratungsgespräch aus. Je nach Stoffwechsellage und Typ in drei oder sechs Monaten. Betreut werden alle Diabetestypen.
Unsere Aufgabenbereiche
Um 7:30 Uhr kommt bei mir der erste Patient/die erste Patientin. Davor wird Blut abgenommen oder der Langzeitzucker (HbA1c) bestimmt. Wenn ihr einen Sensor habt, lese ich diesen schon mal aus und schaue mir eure Auswertung an. Gleiches gilt für Insulinpumpen. Hat sich was verändert? Was hat sich verändert? Wie viel Prozent Unterzucker sehe ich und wie viel Prozent im Zielbereich? Wie viel Prozent seid ihr über dem Zielbereich?
Sofort stößt mir der Unterzucker ins Auge. Diesen versuchen wir, unter ein bis drei Prozent zu bekommen. Nachdem ich mir eure Auswertung angeschaut habe, bespreche ich sie mit euch. Wir schauen eure Auswertung gemeinsam mit euch an und besprechen mögliche Ursachen und Lösungen. Natürlich werden auch die Tage, die super gelaufen sind, besprochen.

Steht die jährliche Fußkontrolle an, untersuchen wir eure Füße. Wir schauen uns das Vibrationsempfinden an, das Temperaturempfinden, das Schmerzempfinden, tasten eure Fußpulse und schauen uns den allgemeinen Zustand eurer Füße an. Ist die Untersuchung auffällig, besprechen wir mit euch, wie ihr in Zukunft am besten auf eure Füße achtet und was evtl. noch zu tun ist.
Zusätzlich sprechen wir mit euch über die nächste Augenarztkontrolle, vorhandene Probleme, Fragen, Änderungen der Therapie und füllen den Gesundheitspass (Gesundheitspass Diabetes) aus. Das Ganze müssen wir in ca. 30 Minuten schaffen. Danach sitzt schon der nächste Patient/die nächste Patientin vor der Tür. Je nach Situation kann sich ein Termin auch verlängern und schon sind wir im Verzug. Der eine braucht einen neuen Sensor, die andere braucht eine neue Insulinpumpe. Bei jemandem wurde der Diabetes neu entdeckt, bei anderen müssen wir die Therapie umstellen. Wieder jemand anderes benötigt eine Schulung.
Die kommen natürlich dazu: Einzel- und Gruppenschulung
Schulungen werden zu allen Themen, was den Diabetes betrifft, angeboten. Basisschulungen, Auffrischungen und Vertiefungen. Wir richten uns nach den vorgegebenen Schulungsprogrammen. (Welche Schulungen es gibt, könnt ihr über FIDAM nachlesen.)
Ihr seht, wir haben ein breites Spektrum an Aufgaben und viel zu wenig Zeit. Deshalb bitte ich im Namen aller Praxen um Verständnis, wenn es manchmal etwas dauert. Wir möchten uns gerne Zeit für euch nehmen. Auch im Austausch mit anderen Kolleg*innen erfahre ich, dass es anderen Praxen auch so geht.
Die Aufgabenbereiche als Diabetesberater*in sind vielseitig und verantwortungsvoll. Eine spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit. Aber wie in allen Bereichen der Gesundheitsbranche mit viel zu wenig Zeit verbunden.
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kety22 postete ein Update vor 6 Tagen, 4 Stunden
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 2 Tagen
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 5 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?


