Impfen oder nicht?

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Impfen oder nicht?

Wir alle verfolgen seit nunmehr einem Jahr die Corona-Zahlen und -Inzidenzen in den Medien. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) steigen in Deutschland die laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektionen wieder stetig an. Bekannt ist uns auch, dass das Risiko für schwere Krankheitsverläufe mit zunehmendem Alter und durch das Vorliegen von Vorerkrankungen, zum Beispiel chronischen Grunderkrankungen, zu denen auch Diabetes zählt, steigt. Aktuelle Studien deuten zudem darauf hin, dass auch Übergewicht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen könnte.[1]

Quelle: Pixabay

Vor diesem Hintergrund habe ich mich damit auseinandergesetzt und mit meiner Diabetologin eine Impfung diskutiert. Das Resultat war folgendes:

Als Mensch mit Diabetes: Impfen lassen oder nicht?

Mit meinem HbA1c von 6,5% ist meine Blutzuckereinstellung relativ stabil. Bisher habe ich keine Begleit- und Folgeerkrankungen. Damit ist mein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19, im Falle einer Infektion, stark reduziert. Deshalb sagte meine Diabetologin, dass davon auszugehen wäre, dass meine gute Blutzucker- und Stoffwechseleinstellung sich günstig auf mein Immunsystem auswirken. Aus diesem Grund sei die Einschätzung, dass ich eine Corona-Erkrankung mäßig bis gut überstehen würde und mit Einbezug meines Alters (39) einen milden Krankheitsverlauf durchleben würde.

Ergo: Ich müsse mich nicht unbedingt impfen lassen, weil meine Überlebenschancen bei Corona sehr gut stünden und Nachfolgeerkrankungen nicht sichtbar seien.

Bleibt nun die Frage, ob ich das riskieren will? Das ist und bleibt natürlich eine persönliche Entscheidung.

Corona und Ketoazidose

Jeder, der schon länger Diabetes hat, kennt die starken Blutzuckerspiegelschwankungen bei Infektionen. Das ist kein Spaß. Ich selbst habe 2017 trotz guter Einstellung bei einer Grippe und Lungenentzündung unverschuldet mit immer wiederkehrenden Ketoazidose-Schüben gekämpft. Ich kann mir vorstellen, dass das bei Corona mindestens genauso heftig oder schlimmer kommen kann, und wäre deshalb persönlich sehr offen für eine Impfung. Dennoch denke ich, dass Menschen, deren Gesundheitszustand heute schon angegriffen ist, auf jeden Fall Vorrang genießen sollten.

Vertrauen in den Impfstoff?!

Was mich anfangs zurückschrecken ließ, ist, dass normalerweise 15 bis 20 Jahre vergehen, ehe Hersteller einen Impfstoff bis zur Marktzulassung bringen. Dieses Mal ging es viel schneller – das freut mich, aber verunsicherte mich erstmal.

Fakt ist, dass an diesem Impfstoff Forscherinnen und Forscher weltweit zeitgleich daran gearbeitet haben. Sie haben ihre Ergebnisse miteinander geteilt und direkt an die Prüfbehörden weitergegeben. So ein globales wissenschaftliches Zusammenwirken gab es vor dieser Pandemie noch nie. Erstaunlich, was möglich ist, wenn man Kompetenzen bündelt, oder?

Quelle: Pixabay

Diese Tatsache schenkt mir großes Vertrauen und Zuversicht in den Corona-Impfstoff. Denn Impfen bleibt für mich ein wichtiger Schritt, um den Weg aus lebensbedrohlichen Krankheiten zu finden – und hoffentlich bald auch den Weg aus der Pandemie!

Der zweite Lockdown

Als Mutter von zwei Kindern stecke ich derzeit im zweiten Lockdown fest, in einem unmenschlichen Spagat zwischen Familie und Arbeit. Ich kann es mir nur wünschen, dass wir es gemeinsam schaffen, circa 70% der Bevölkerung zu immunisieren, um das Übertragen von SARS-CoV-2 so sehr zu verringern, dass die Coronakrise endlich vorübergeht.

Meiner Meinung nach sollten wir uns ein Beispiel an den Forscherinnen und Forschern weltweit nehmen und uns alle dieser Impfung öffnen. Denn klar ist: Je mehr Menschen geimpft werden, desto weniger Wirte findet das Virus.

„Teamwork makes the dream work“, heißt es.

Auf dass wir bald wieder gemeinsam ein Sozialleben aufbauen können und unseren Kindern eine Welt zurückgeben, die mit mehr Zuversicht als Angst, ohne ständige Einschränkungen und Limitierung neu aufblühen kann.

[1] Quelle: Bundesministerium für Gesundheit


Endlich symptomfrei – 15 Tage „Corona“ – Der Erfahrungsbericht von Community-Mitglied Anja.

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  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag

    Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

  • vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 10 Stunden

    Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

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