Intensive Lebensstil-Umstellung hilft bei hohem Diabetes-Risiko

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© Robert Kneschke - Fotolia
Intensive Lebensstil-Umstellung hilft bei hohem Diabetes-Risiko

Menschen sprechen unterschiedlich gut auf Präventionsmaßnahmen an. Typ-2-Diabetes lässt sich nicht in jedem Fall durch gesunde Ernährung und Bewegung abwenden. Bei Prädiabetes mit Risikofaktoren wie Fettleber und verminderter Insulinsekretion ist eine intensivierte Lebensstilumstellung jedoch wirksam. Dies zeigen die Ergebnisse einer Präventionsstudie, die auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vorgestellt wurde.

In welchem Maß kann die Umstellung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und mehr körperlicher Bewegung das Risiko für einen späteren Typ-2-Diabetes günstig beeinflussen? In wieweit ist das Ansprechen auf präventive Maßnahmen abhängig von der individuellen Ausprägung des Prädiabetes? Diese Fragen untersucht die ‚Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie (PLIS)‘, die unter Federführung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung DZD durchgeführt wurde.

Ernährungsumstellung und Bewegungsprogramm

1.160 Menschen mit einer Diabetes-Vorstufe nahmen an der Studie teil und wurden entsprechend ihres Risikos für eine Verschlechterung hin zu ausgeprägtem Typ-2-Diabetes in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Niedrig-Risiko-Gruppe: erhöhte Nüchtern-Glukosewerte, aber normale Insulinsekretion, keine Insulinresistenz, keine Fettleber.
  • Hoch-Risiko-Gruppe: gestörte Insulinsekretion oder Insulinresistenz, Fettleber.

In einem Zufallsverfahren wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Gruppen jeweils unterschiedlichen Interventions-Programmen zugeteilt: Menschen mit niedrigem Risiko erhielten entweder keine oder eine konventionelle Lebensstilintervention. Diese umfasste eine Diät mit dem Ziel einer Gewichtsreduktion von mindestens fünf Prozent sowie ein Bewegungsprogramm mit drei Stunden körperlicher Aktivität pro Woche und einer Wegstrecke von fünf Kilometern am Tag.

Viel hilft viel – auch bei Lebensstilumstellung?

Die Gruppe mit erhöhtem Risiko erhielt entweder eine konventionelle Lebensstilintervention, wie oben beschrieben, oder ein intensiviertes Programm mit Diät, sechsstündiger körperlicher Aktivität pro Woche und einer angestrebten Wegstrecke von zehn Kilometern pro Tag.

Gemessen wurde zum einen das Erreichen von Interventionszielen wie Gewichtsreduktion, erfolgreiche Ernährungsumstellung (erhöhte Ballaststoffzufuhr, reduzierter Fettverzehr) und Durchhalten der täglichen Wegstrecke. Zum anderen wurde als Maß für ein Fortschreiten oder eine Verbesserung der Diabeteserkrankung die Höhe des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten herangezogen.

Ergebnis:

  • Mit einer konventionellen Lebensstilumstellung erreichten 45 Prozent der Niedrig-Risiko-Teilnehmer die Interventionsziele (siehe oben). In der Hoch-Risiko-Gruppe zeigten nur 38 Prozent diesen Erfolg.
  • Bei Hoch-Risiko-Probanden verbesserte die intensivierte Intervention den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten deutlich stärker als die konventionelle und ließ das Diabetesrisiko damit sinken. Auch die Gewichtsreduktion war im intensivierten Programm effektiver.
  • Bei Niedrig-Risiko-Patienten brachte die konventionelle Intervention im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Lebensstilintervention keine Verbesserung des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten, hatte also keinen Einfluss auf das Risiko, einen ausgeprägten Diabetes zu entwickeln.

Prävention individuell anpassen

Fazit: Bei Patienten mit niedrigem Risiko ist eine Lebensstilumstellung nicht entscheidend, um das Diabetesrisiko zu senken. Patienten mit einem hohen Risiko sprechen schlechter an auf Lebensstilinterventionen, profitieren jedoch in Hinblick auf ihr Diabetesrisiko von intensivierten Maßnahmen.

Wichtig sei daher, die Patienten individuell zu betrachten und entsprechend ihrer persönlichen Risikofaktoren einer effektiven Behandlung zuzuführen, so die Autoren der Studie.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂