- Behandlung
Kombinationstherapie: stabilere Glukosewerte, weniger Gewicht
2 Minuten
Manchmal reicht eine Behandlung mit SGLT-2-Hemmern nicht aus, bei Typ-2-Diabetes den Blutzuckerspiegel ausreichend zu stabilisieren. Eine Kombination mit dem GLP-1-Analogon Dulaglutid kann zu einer Senkung des Langzeit-Blutzuckerwertes sowie zu einer größeren Gewichtsreduktion führen, so die Ergebnisse der AWARD-10-Studie.
Natrium-Glukose-Transporter-2- (SGLT)-Hemmer sind effektive Substanzen in der Behandlung des Typ-2-Diabetes – zum Teil auch in Kombination mit Metformin. Trotzdem sind in manchen Fällen noch weitere ergänzende Therapien erforderlich, um eine Blutzuckereinstellung im Normalbereich zu erreichen.
Nun hat die AWARD-10-Studie gezeigt, dass eine Zusatz-Therapie mit dem GLP-1-Analogon Dulaglutid (Handelsname: Trulicity) in solchen Situationen die Möglichkeit bietet, Betroffenen zu besseren Behandlungszielen zu verhelfen. Die Ergebnisse wurden Anfang Juni in der Zeitschrift „The Lancet Diabetes & Endocrinology“ vorgestellt.
HbA1c-Wert unter sieben Prozent, Gewichtsreduktion um 3 kg
Untersucht wurde die Sicherheit und Wirksamkeit der Zugabe von Dulaglutid oder eines Scheinmedikaments (Placebo) zur laufenden Behandlung bei 424 Patienten. Der Diabetes der Betroffenen war mit SGLT2-Inhibitoren, mit oder ohne Metformin, nicht ausreichend unter Kontrolle gebracht. Nach 24 Wochen ergab sich unter Dulaglutid, das in einer Dosierung von 1,5 mg einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt wurde, eine deutlich stärkere Senkung des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c gegenüber dem Ausgangswert.
Ein hoher Anteil der Studienteilnehmer erreichte einen HbA1c-Wert von unter sieben Prozent. Außerdem nahmen die Patienten, die mit Dulaglutid behandelt wurden, mehr ab als die Placebo-Gruppe: ihr Körpergewicht reduzierte sich zum Studienende im Mittel um ca. 3 kg. Auch hinsichtlich Verträglichkeit erwies sich Dulaglutid unter Praxisbedingungen entsprechend den klinischen Daten als verlässlich.
Wirkweise von SGLT-2-Hemmern und GLP-1-Analoga
Sowohl Dulaglutid als auch die SGLT-2-Hemmer verbessern die Kontrolle des Blutzuckerspiegels und reduzieren das Körpergewicht bei Patienten mit Typ-2-Diabetes. Die Wirkmechanismen sind jedoch unterschiedlich: Die SGLT-2-Hemmer (Natrium-Glukose-Transporter-2-Hemmer) führen zu einer Zuckerausscheidung über die Nieren in den Urin und senken dadurch den Blutzuckerspiegel.
Dulaglutid ist ein Peptidhormon, welches die Wirkungsweise des körpereigenen Darmhormons GLP-1 nachahmt (sog. GLP-1-Analogon). Es fördert die Ausschüttung von Insulin aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse und hemmt gleichzeitig die Ausschüttung von Glukagon. Damit wird die Glukose-Produktion der Leber gedrosselt. Das Medikament erhöht außerdem das Sättigungsgefühl.
Die Autoren der Studie schlussfolgern, dass Betroffenen mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes mit der Dulaglutid-unterstützten Therapie eine sichere und effektive blutzuckersenkende Injektionstherapie angeboten werden kann.
Die Studie wurde finanziert mit Mitteln des pharmazeutischen Herstellers Eli Lilly and Company.
Quelle: Diabetesinformationsdienst München
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