„Konstanzer Modell“ verbessert Arzneimittel-Sicherheit

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„Konstanzer Modell“ verbessert Arzneimittel-Sicherheit

Stimmt die Kommunikation zwischen Klinikum, niedergelassenen Ärzten und Apothekern nicht, kann es nach einer Arzneimittelumstellung zu Wissens- und Versorgungslücken oder gar Fehlmedikationen führen. Das Konstanzer Modell soll diese Gefahr deutlich eindämmen.

Bei einem Krankenhausaufenthalt kommt es bei vielen Patienten zu Veränderungen der ursprünglich vom Hausarzt verordneten Medikation. Nach der Entlassung sind aus therapeutischen Gründen oft weitere Umstellungen der Medikamente durch den weiterbehandelnden Hausarzt notwendig. Allerdings kommt es dabei auf Grund von Wissens- und Versorgungslücken häufig auch zu unbeabsichtigten, therapeutisch nicht notwendigen Medikationsumstellungen, die gefährlich für den Patienten sein können.

Daher hat Prof. Dr. Thilo Bertsche vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig in Kooperation mit dem Klinikum Konstanz und der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg das Konstanzer Modell entwickelt, das diese Gefahr deutlich eindämmen soll. Es wurde jetzt am Klinikum Konstanz in einer Studie mit 200 Patienten untersucht. Die Ergebnisse hat Bertsche jetzt in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts veröffentlicht.

Jeder zweite Klinik-Patient von potenziell gefährdenden Umstellungen betroffen

“In der vorliegenden Studie fanden wir zunächst heraus, dass mindestens jeder zweite Patient im Rahmen der Routineversorgung von potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen betroffen war. Daher bestand bei ihnen die Gefahr, dass die therapeutischen Zielsetzungen nach der Entlassung nicht erreicht werden”, sagt Bertsche.

Weiterhin habe es bei knapp einem Drittel der Patienten, die nach der Entlassung neuverordnete Arzneimittel benötigten, eine Versorgungslücke gegeben. Neben Kommunikationsdefiziten an den Schnittstellen der Versorgung seien unterschiedliche ärztliche Zuständigkeiten sowie der grundsätzlich unterschiedliche Arzneimittelmarkt des Krankenhauses im Vergleich zum ambulanten Sektor Gründe für therapeutisch nicht beabsichtigte Medikationsumstellungen.

Modulares Schnittstellenkonzept als wirksame Präventionsstrategie

“Das im Rahmen des Konstanzer Modells entwickelte modulare Schnittstellenkonzept erwies sich als wirksame Präventionsstrategie”, berichtet Bertsche weiter. Es sei beispielsweise gelungen, den Anteil der Patienten mit potenziell gefährdenden Medikationsumstellungen um 39 Prozent, von Patienten mit Versorgungslücken um zehn Prozent sowie bei besonderen Risikoarzneimitteln in der Medikation nach der Klinikentlassung um 21 Prozent zu reduzieren.

Die Autoren führen den Erfolg des Konzeptes darauf zurück, dass die Kommunikation zwischen Klinikum, niedergelassenen Ärzten und Apothekern deutlich verbessert wurde. Dies gelang unter anderem durch einen Entlassungsmedikationsplan. Dieser führte neben den ursprünglich angewendeten Medikamenten die die nach Entlassung fortzuführende Arznei auf. Somit sind Medikationsumstellungen für den Patienten und Hausarzt auf einen Blick zu erkennen.

Zudem wurden die Patienten bei Bedarf persönlich von einem Stationsapotheker beraten. In das Konzept wurden auch Softwarelösungen im Krankenhausinformationssystem einbezogen. Es bietet damit auch tragfähige Lösungen zur Umsetzung des aktuell eingeführten eHealth-Gesetzes.

„Konstanzer Modell“ ist auch auf andere Kliniken übertragbar

Als Stärken des Projektes haben die Autoren zum einen die funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern hervor, zum anderen auch den modular konzipierten Ansatz, der es erlaubt habe, bedarfsgerecht auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zu reagieren.

Nach Ansicht der Leiterin der Studie, Claudia Greißing vom Institut für Pharmazie der Universität Leipzig und der Apotheke des Klinikums Konstanz, lassen sich durch das Konstanzer Modell und die darin unter anderem vorgesehene Einbindung des Apothekers die Risiken für den Patienten spürbar senken. “Viele Elemente des Modells werden nun in den Behandlungsalltag am Klinikum Konstanz übernommen”, sagt sie. Sie sind nach den Worten Bertsches auch auf andere Kliniken übertragbar.


Quelle: Pressemitteilung der Universität Leipzig

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    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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