- Begleit-Erkrankungen
Medikamente zum Abnehmen: Adipositas-Gesellschaft fordert klare Kriterien für Versorgung und Abrechnung
2 Minuten

Die Debatte um die Medikamente zum Abnehmen aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten braucht laut Deutscher Adipositas-Gesellschaft mehr als ein Fokus auf die Kostenfrage: Die Fachgesellschaft fordert evidenzbasierte Kriterien, multimodale Therapien und einen verlässlichen Zugang für klar definierte Patientengruppen. Zugleich drängt sie auf den Ausbau des DMP Adipositas.
Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) unterstützt einen Vorschlag der neuen unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Dr. Sonja Optendrenk. Diese hatte sich für eine strukturierte Erstattung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten bei einer klar definierten Gruppe von Menschen mit Adipositas ausgesprochen. Gleichzeitig warnt die Fachgesellschaft davor, die Diskussion über den Zugang zu diesen Medikamenten fürs Abnehmen zu verkürzen, und fordert eine sachliche, medizinisch fundierte Debatte.
Einige Krankenkassen hatten den Vorschlag der G-BA-Vorsitzenden zuletzt kritisiert. Diese Reaktion greife zu kurz, so die DAG. Es gehe in der aktuellen Debatte keineswegs darum, allen rund 17 Millionen Betroffenen in Deutschland unkontrolliert Zugang zu den Medikamenten zu verschaffen. Ziel sei vielmehr eine medizinisch begründete, leitliniengerechte Behandlung, die Fachärztinnen und Fachärzte anhand klarer klinischer Kriterien verordnen. GLP-1-Rezeptor-Agonisten seien hochwirksame Arzneimittel für Menschen mit einer chronischen Erkrankung, die unbehandelt ein hohes Risiko für Folgeschäden und erhebliches persönliches Leid mit sich bringe.
Kein Verordnen „nach dem Gießkannenprinzip“
Der Präsident der DAG, Prof. Dr. Matthias Laudes aus Kiel, stellt klar: „Niemand fordert eine flächendeckende Verordnung von GLP-1-Rezeptor-Agonisten nach dem Gießkannenprinzip. Wir unterstützen den Vorschlag, klare, evidenzbasierte Versorgungspfade zu definieren, in denen multimodale Therapiekonzepte und medikamentöse Therapien Hand in Hand gehen und in ein Gesamtkonzept eingebettet sind.“
Nach Einschätzung der Fachgesellschaft benötigen Millionen Menschen mit Adipositas eine gezielte Behandlung. Unbehandelt kann die chronische Erkrankung zu Typ-2-Diabetes, Herzinfarkten, Schlaganfällen, Nieren- und Lebererkrankungen sowie chronischen Gelenkschäden führen. Sie mindert damit nicht nur die Lebenserwartung, sondern auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.
Therapie aus mehreren Bausteinen
Aus Sicht der DAG brauchen diese Patientinnen und Patienten eine strukturierte, umfassende Therapie, die Maßnahmen zur Veränderung des Lebensstils, medikamentöse Behandlung und operative Eingriffe miteinander verbindet. Rein präventive Maßnahmen wirkten dagegen nur bei Menschen, die noch nicht an Adipositas erkrankt sind, also bevor die Erkrankung überhaupt entsteht. Auch hier sieht die Fachgesellschaft Handlungsbedarf, insbesondere durch Maßnahmen, die möglichst früh im Leben ansetzen.
Mit Sorge blickt die DAG zudem auf die Umsetzung des Disease-Management-Programms (DMP) Adipositas, das für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche bereits am 1. Juli 2024 in Kraft trat. Die flächendeckende Einführung in die vertragsärztliche Praxis stagniere bislang. Damit das strukturierte Behandlungsprogramm seine geplante Wirkung als langfristiges, strukturiertes Therapieangebot zur Vermeidung von Folgeerkrankungen entfalten könne, müsse es dringend in der Fläche etabliert werden.
Forderung nach klaren Kriterien
Um die Finanzierbarkeit des solidarischen Gesundheitssystems langfristig zu sichern, fordert die DAG Gesetzgeber und G-BA auf, gemeinsam mit den medizinischen Fachgesellschaften konkrete Kriterien für eine zielgerichtete Erstattung von Adipositas-Therapien zu erarbeiten. Eine entsprechend eingegrenzte Patientengruppe ließe sich etwa über ein Kriterienraster oder eine Verordnungseinschränkung von Medikamenten zur Gewichtsreduktion nach einer Änderung von Paragraf 34 SGB V steuern.
Prof. Laudes appelliert: „Eine leitliniengerechte Versorgung erfordert zwingend, dass Patientinnen und Patienten ein verlässlicher Zugang zu multimodalen, multiprofessionellen und sektorenübergreifenden Therapieangeboten eröffnet wird. Als DAG erneuern wir deshalb unser Angebot an den Gesetzgeber sowie den Gemeinsamen Bundesausschuss, unverzüglich an der Ausgestaltung konkreter Versorgungspfade mitzuwirken, um Patientenversorgung und eine nachhaltige und verlässliche Systemfinanzierung gleichermaßen zu sichern.“
Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.
mit Materialien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG)
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lena-schmidt postete ein Update vor 11 Stunden, 32 Minuten
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße







