Mit Diabetes im Auto unterwegs

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Mit Diabetes im Auto unterwegs

Für Menschen, die, wie ich, auf dem Dorf aufgewachsen sind, ist das erste eigene Auto quasi der ultimative Schritt in die Frei- und Unabhängigkeit. Genauso habe ich es zumindest empfunden: Plötzlich war alles möglich und nichts würde mich aufhalten können. Dachte ich zumindest für einen Moment.

Führerschein (Klasse B) und Diabetes – geht das überhaupt?

Sofern es keine außergewöhnlichen Komplikationen im Diabetes-Management gibt, sollte nichts dagegensprechen, einen Führerschein für Fahrzeuge der Klasse 1 (wozu beispielsweise PKW und Motorräder gehören) machen zu dürfen. Eine gute Nachricht – dennoch ist die Suche nach einer passenden Fahrschule nicht immer ganz leicht. Deswegen ist gut, die eigenen Rechte zu kennen. Schaut dafür am besten auch mal hier vorbei: diabetes-und-recht.de/fuehrerschein

Ich bin tatsächlich sehr dankbar, dass es für mich kein Problem war, einen Fahrlehrer zu finden, der wirklich super mit meinem Diabetes umgegangen ist. Denn er wusste zwar über meine Diagnose Bescheid, war deswegen aber nie übervorsichtig oder hat sich gar in mein Diabetes-Management eingemischt. Es sei dahingestellt, ob er sich möglichen Notfallsituationen einfach gar nicht bewusst war oder ob er bewusst so gehandelt hat. Das Ergebnis war, für mich zumindest, ideal. Bei doppelten Fahrstunden haben wir Pausen zum Blutzuckermessen eingeplant und dann ging es weiter.

Nachdem es für mich also gesundheitlich und finanziell möglich war, meinen Führerschein zu machen, bin ich nun seit mehr als 10 Jahren regemäßig mit Diabetes unterwegs im Auto.

Zur Vernunft gezwungen

Zugegeben: Ich bin sowieso kein äußerst risikofreudiger oder leichtsinniger Mensch. Schon gar nicht, wenn es darum geht, mit meinem Verhalten mich oder andere ernsthaft gefährden zu können. Trotzdem glaube ich, dass mir mein Diabetes-Management die ein oder andere Pause auf längeren Fahrten beschert hat, die ich sonst vielleicht übersprungen hätte. Das war auch immer etwas, das ich eingeplant und worauf ich vorbereitet war. Worüber ich mir im Vorfeld allerdings wenig Gedanken gemacht hatte, waren die Fahrtantritte, die deutlich besser getimet werden wollten, als ich mir das vorgestellt hatte.

Als ich meinen Führerschein bekommen habe, war bei mir noch manuelles Blutzuckermessen an der Tagesordnung. Das hieß: Keine Verlaufskurve, keine Tendenzpfeile und zu dem Zeitpunkt eben auch noch nicht allzu viel Erfahrung – ich habe meine erste Fahrstunde knapp zwei Jahre nach meiner Typ-1-Diabetes-Diagnose gehabt. Und ihr glaubt gar nicht, wie oft ich mich im wahrsten Sinne des Wortes von meinem Diabetes ausgebremst fühlte. Über die Jahre habe ich natürlich dazugelernt und bin längere Autofahrten genauso gewöhnt wie das Hoffen auf kooperative Glukosewerte dabei. Ein großer Vorteil bei dem Ganzen ist aber auch einfach, dass ich mit einer anderen Technik als noch vor ein paar Jahren ausgestattet bin.

Ein Hoch auf die Technik

Da ich es aus der Fahrschule so gewohnt war, habe ich anfangs nicht nur vor Fahrtantritt, sondern auch spätestens nach einer 3/4 Stunde Fahrt meinen Blutzucker kontrolliert. Das hieß jedes Mal einen Parkplatz suchen, das Diabetestäschchen rausholen, in den Finger piksen, hoffentlich kein Blut ans Lenkrad schmieren. Deutlich weniger kompliziert wurde es schon, als ich auf das erste iscCGM umgestiegen bin und beim Anhalten nur kurz den Sensor scannen musste.

Screenshot Android Auto App / Quelle: Katharina Weirauch

Der nächste Fortschritt war dann der Wechsel zu einem rtCGM. Entweder konnten meine Mitfahrer*innen zwischendurch auf meinen Wert schauen oder ich stellte meine Alarme so „streng“ ein, dass ich bei Gewebezuckerveränderungen frühzeitig gewarnt wurde. In den letzten Jahren habe ich angefangen, mir über die xDrip+-App bei Fahrten, die länger als eine Stunde dauerten, die Werte alle 20 Minuten vorlesen zu lassen.

Seit Anfang des Jahres habe ich nun das Glück, mir einen ganz besonderen Luxus leisten zu können: Mein Auto verbindet sich via Bluetooth mit der AndroidAPS-App und zeigt mir so während der Fahrt im Cockpit alle 5 Minuten meinen Glukosewert samt Tendenz an. So fühlt sich das Unterwegssein mit Diabetes noch einmal etwas sicherer für mich an.


Über das Autofahren mit Diabetes haben Ramona und Katharina auch in dieser Podcast-Folge gesprochen: Autofahren mit Diabetes (Podcast)

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Monat

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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