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Neues Studienzentrum für kleine Forschungshelden
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Das Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und das Klinikum rechts der Isar der TU München haben gestern gemeinsam mit der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml sowie zahlreichen Studienfamilien feierlich das neue Studienzentrum in der Heidemannstraße in München eröffnet.
Das Thema Screening stand im Vordergrund der Eröffnung des neuen Studienzentrums des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München am 11. März. Denn neben der Freder1k-Studie, die bislang 70.000 Neugeborene auf ein erhöhtes genetisches Typ-1-Diabetes-Risiko untersucht hat, und der Fr1da-Studie, an der bis heute über 91.000 Kinder zwischen 2 und 5 Jahren auf Typ-1-Diabetes im Frühstadium getestet wurden, wird es ab dem 1. April 2019 auch Fr1da Plus geben.
Dadurch werden künftig auch Kinder zwischen 9 und 10 Jahren in Bayern in den Autoantikörper-Check von Fr1da eingeschlossen, wodurch noch mehr Kinder von dieser wichtigen Früherkennung profitieren. Insgesamt sollen über 300.000 Kinder im Rahmen von Fr1da untersucht werden.
Neue Präventions-, Diagnose- oder Therapiemöglichkeiten
Bei der Eröffnung des Studienzentrums sagte Prof. Dr. Matthias Tschöp, CEO des Helmholtz Zentrums München: „Typ-1-Diabetes betrifft jedes Jahr mehr Kinder und in den meisten Fällen werden die Familien von der Diagnose eiskalt überrascht. Besonders gravierend sind jene Fälle, die mit einer gefährlichen Ketoazidose ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die ersten Symptome unerkannt geblieben sind. Die Früherkennungsstudien greifen genau hier an. Sie ermöglichen die rechtzeitige Sensibilisierung und Schulung der Eltern und können dadurch dazu beitragen, lebensgefährliche Stoffwechselentgleisungen zu vermeiden.“
Tschöp weiter: „Damit entspricht die Forschung am Institut von Prof. Ziegler auf vorbildliche Weise den Ansprüchen des Helmholtz Zentrums München. Denn die soll nicht allein der wissenschaftlichen Erkenntnis dienen, sondern ganz konkret dazu beitragen, neue Präventions-, Diagnose- oder Therapiemöglichkeiten für Volkskrankheiten oder bislang unheilbare Krankheiten zu finden.“
Kinder im Typ-1-Diabetes im Frühstadium von Anfang an unterstützen
Die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml, die die Schirmherrschaft der Studien Freder1k und Fr1da übernommen hat, hob vor allem hervor: „Mein Ziel ist es, Eltern stärker für die Zuckerkrankheit bei Kindern zu sensibilisieren. Bayernweit sind rund 4.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 20 Jahren von der chronischen Stoffwechselerkrankung Typ-1-Diabetes betroffen, die bislang nicht heilbar ist. Diese Krankheit muss weiter intensiv erforscht werden.“
„Außerdem ist es wichtig, dass Kinder mit einem erhöhten Risiko für Typ-1-Diabetes bzw. mit Typ-1-Diabetes im Frühstadium und ihre Familien von Anfang an unterstützt werden. Im neuen Studienzentrum des Helmholtz Zentrums München werden sie professionell betreut und geschult. Diese Studien liefern wichtige Erkenntnisse für die Prävention von Typ-1-Diabetes, deshalb habe ich sehr gerne die Schirmherrschaft dafür übernommen“, so Huml.
Bahnbrechende Forschung zur Entstehung und Prävention des Typ-1-Diabetes
Prof. Dr. Peter Henningsen, Dekan der Fakultät für Medizin der Technischen Universität München betonte: „Die von Prof. Ziegler und ihren Mitarbeitern über viele Jahre entwickelte bahnbrechende Forschung zu den Entstehungsmechanismen und Präventionsmöglichkeiten des Typ-1-Diabetes ist nicht nur exemplarisch für wirklich translationale Forschung – sie ist auch exemplarisch für die Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz Zentrum München und unserer Fakultät. Wir können theoretisch auch ohne einander, aber miteinander sind wir definitiv stärker.“
„Das setzt auch im Detail der vielen Einzelfragen, die solche großen Studien aufwerfen, wie sie Frau Ziegler hier durchführt, eine ausgesprochen vertrauensvolle Zusammenarbeit voraus. Die Fakultät für Medizin der TUM sieht die Weiterentwicklung der translationalen Forschung im Bereich Diabetes und Metabolismus als einen ihrer wichtigsten Potentialbereiche an. Umso mehr begrüßen wir die Eröffnung des Studienzentrums als einen wichtigen Baustein dafür.“
Möglichst viele Familien auf die Möglichkeiten der Früherkennung aufmerksam machen
Abschließend erläuterte die Direktorin des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler: „Wir wollen möglichst viele Familien auf die Möglichkeiten der Früherkennung aufmerksam machen. In wenigen Tagen startet deshalb auch die dritte Phase unserer aktuellen bundesweiten Kampagne, die sich ganz konkret darum dreht, über die Studien Freder1k und Fr1da zu informieren.“
„Denn das Screening funktioniert und ist absolut sinnvoll, unabhängig davon, ob in einer Familie bereits Typ-1-Diabetes vorliegt oder nicht. Denn die Erkrankung kann jeden treffen, 90 Prozent der Typ-1-Diabetiker haben keinen Fall in der nahen Verwandtschaft. Ich freue mich deshalb sehr, dass mit Fr1da Plus viele weitere Kinder an der Früherkennung teilnehmen können und bedanke mich bei allen Studienfamilien ganz herzlich für ihr Vertrauen“, sagte Ziegler in ihrer Ansprache.
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hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 6 Tagen, 3 Stunden
Hallo,
das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann? -
uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?
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diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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gregor-hess antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion -
diahexe antwortete vor 2 Wochen
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.
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crismo antwortete vor 6 Tagen, 18 Stunden
@gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…
Kann es nur empfehlen!!!
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Hallo hexle,
ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”
Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.
Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.
Beste Grüße
PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.
Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.
@ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.
@schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….