Organmangel in Deutschland weiter bekämpfen

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Organmangel in Deutschland weiter bekämpfen

Menschen mit Diabetes sind auch auf Organspenden angewiesen – gleichzeitig ist die Situation der Organspende in Deutschland durch den erheblichen Mangel an Spenderorganen geprägt. Darauf machen die Diabetiker Allianz (DA) – der Zusammenschluss der 4 großen Diabetes-Selbsthilfeorganisationen in Deutschland – und der Bundesverband Niere (BN) e.V. gemeinsam im Nachgang des Tag der Organspende 2020 aufmerksam.

Rund 40.000 Diabetespatienten sind in Deutschland auf eine Dialysebehandlung angewiesen [1], somit fast die Hälfte aller Dialysepatienten [2]. Die meisten Diabetiker an der Dialyse sind an einem Typ-2-Diabetes erkrankt und können in der Regel nicht transplantiert werden. Patienten mit Typ-1-Diabetes hingegen, die einen sehr schweren Verlauf haben und dadurch eine diabetesbedingte Nierenerkrankung entwickeln, bleibt als letzter Ausweg oft noch die Transplantation (Niere/Bauchspeicheldrüse). Rund 340.000 Menschen in Deutschland sind an Typ-1-Diabetes erkrankt – knapp 100 von ihnen werden jedes Jahr transplantiert.

Die Transplantation einer Bauchspeicheldrüse (Pankreas) erfolgt in der Regel in Kombination mit einer Nierentransplantation desselben Spenders. Laut Jahresbericht 2019 der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden im vergangenen Jahr 95 Pankreastransplantationen vorgenommen [3]. „Im Interesse vieler Betroffenen und ihrer Angehörigen fordern wir, dass administrative Hürden oder unzureichender Datenschutz die große Bereitschaft der Bürger zur Organspende nicht länger behindert“, erklärt der Co-Vorsitzende der Diabetiker Allianz, Dr. Klaus-D. Warz.

Erkennungs- und Meldedefizit in Kliniken

Bei der Diskussion um den Organmangel in Deutschland haben sich im wissenschaftlichen Diskurs in jüngster Zeit vor allem Probleme bei der Organentnahme in den Krankenhäusern gezeigt [4]: Der Rückgang der postmortalen Organspenden ist vor allem auf ein Erkennungs- und Meldedefizit der Entnahmekrankenhäuser zurückzuführen.

„Es muss endlich erreicht werden, dass die persönliche Willensäußerung der potenziellen Organspender in den Krankenhäusern rechtsverbindlich vorliegt. Damit wäre gegebenenfalls ein klarer Auftrag an die Intensivmedizin erteilt – zur Organentnahme oder zur Nichtentnahme von Organen. Das wäre in elektronischer Form schon jetzt z. B. auf der Krankenkassenkarte und später auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) möglich zu machen, und damit wären die Organentnahmen signifikant zu steigern“, so der Vorsitzende des Bundesverbandes Niere e.V., Peter Gilmer.

Der BN e.V. plädiert zudem gemeinsam mit mehreren Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) für die Abschaffung der sog. Mindestmengenregelung bei der Organtransplantation [5]. Diese besagt, dass Transplantationszentren jährlich mindestens 25 Nieren- bzw. 20 Lebertransplantationen durchführen müssen – ansonsten droht ihnen die Schließung. Damit reduzieren sich die Transplantationszentren bundesweit vorerst um ein Drittel, und die Patienten müssen immer mehr zusätzliche Lasten auf sich nehmen.

„Solche Maßnahmen dienen nicht den Patienten und ihrer Gesundheit, sondern sind alleine der besseren Finanzplanung von Organisationen geschuldet“, kritisiert Gilmer.

Organspende-Erklärung und Datenschutz

Klaus-D. Warz fordert hier: „Die sofortige Aussetzung der Mindestmengenregelung bei Organtransplantationen, die die Patienten überflüssig und zusätzlich belastet, und die datenschutzrechtlich sichere, elektronische Abspeicherung des persönlichen Willens zur Organspende und Transplantation, die beim Sterben in einer Klinik vorliegt, sind wichtige Schritte, die nun endlich gegangen werden müssen. Der Zugriff darauf sollte beschränkt und im Wallet des eigenen Smartphones hinterlegt sein. Auf dieser Basis kann der Wille des Organspenders zeitnah geprüft und umgesetzt werden. Der potenzielle Spender muss selbstverständlich und jederzeit seine Daten prüfen und seine Entscheidung ändern können. Das gehört zu den Grundrechten der Menschen in unserer Gesellschaft.“

Trotz der Corona-Pandemie konnten in Deutschland nach DSO-Angaben Organspenden als auch Transplantationen „fast uneingeschränkt stattfinden“ [6]. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Organspender in den ersten 5 Monaten in 2020 um über 8 Prozent auf 410 Spender gestiegen, die Zahl der gespendeten Organe im Vergleichszeitraum von 1.254 auf 1.300. Etwa 9.000 Patienten stehen derzeit auf der Warteliste für eine Organspende.

Literatur:

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Diabetiker Allianz (DA) und des Bundesverbands Niere (BN)

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 23 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 17 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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