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Prädiabetes als Warnsignal: Das persönliche Risiko für Typ-2-Diabetes früh erkennen und gegensteuern
3 Minuten

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können erste Anzeichen für ein steigendes Diabetes-Risiko sein. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) klärt auf, wie sich ein Prädiabetes früh erkennen und das persönliche Typ-2-Diabetes-Risiko einschätzen lässt und welchen Effekt ein veränderter Lebensstil haben kann.
In Deutschland leben mehr als 9 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes. Die Stoffwechselerkrankung entwickelt sich allerdings schleichend. Schon dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte gelten als Warnsignal für ein gesteigertes Erkrankungsrisiko, medizinisch als Prädiabetes bezeichnet. Bei dieser Vorstufe des Typ-2-Diabetes liegen die Blutzuckerwerte dauerhaft über dem Normalbereich, ohne jedoch bereits die Diagnosegrenze für Typ-2-Diabetes zu erreichen.
Wie sich der Stoffwechsel bei einem Prädiabetes weiter entwickelt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt auch vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Denn zunächst bleiben diese Veränderungen im Stoffwechsel unbemerkt, ein manifester Typ-2-Diabetes muss daraus aber nicht zwangsläufig entstehen. Studien belegen, dass ein veränderter Lebensstil das Risiko deutlich senken kann, wobei die Krankheitsverläufe von Person zu Person stark variieren.
Sechs verschiedene Prädiabetes-Typen
Forscherinnen und Forscher unterscheiden mittlerweile sechs verschiedene Prädiabetes-Typen, die sich deutlich in ihrem Risiko für Typ-2-Diabetes und mögliche Folgeschäden unterscheiden. Eine Studie identifizierte darüber hinaus Biomarker, mit deren Hilfe sich künftig möglicherweise vorhersagen lässt, bei wem sich die Blutzuckerwerte wieder normalisieren und bei wem sich ein Typ-2-Diabetes entwickelt.
Prädiabetes sei kein unabwendbarer Weg in den Typ-2-Diabetes, sagt Professorin Dr. Julia Szendrödi, Präsidentin der DDG und Ärztliche Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie des Universitätsklinikums Heidelberg: „Er eröffnet ein Zeitfenster, in dem wir gezielt gegensteuern können.“ Je früher ein erhöhtes Risiko erkannt werde, desto gezielter ließen sich passende Maßnahmen auswählen. Die unterschiedlichen Prädiabetes-Typen mit ihren jeweils eigenen Risiken müssten aus ihrer Sicht Anlass sein, Betroffenen ein individuelles Präventionsangebot zu machen, eine sogenannte Präzisionsprävention.
Maßnahmen bei Prädiabetes – was Sie selbst tun können
- Eigenes Risiko einschätzen: Der DIfE – Deutsche Diabetes-Risiko-Test zeigt Erwachsenen ohne bekannten Diabetes, wie hoch ihr Risiko ist, innerhalb der kommenden zehn Jahre an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
- Erhöhtes Risiko ärztlich abklären: Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt Menschen mit erhöhtem Risiko eine Untersuchung in der behandelnden Hausarztpraxis.
- Gesundheits-Check nutzen: Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle drei Jahre Anspruch auf eine allgemeine Gesundheitsuntersuchung, zu der auch die Bestimmung des Nüchternblutzuckers gehört. Zwischen 18 und 35 Jahren besteht einmalig Anspruch auf diesen Check, die Laborwerte richten sich nach dem individuellen Risikoprofil.
- Mehr Bewegung einbauen: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Wirkung des körpereigenen Insulins. Auch kurze Bewegungseinheiten lassen sich über den Tag verteilen.
- Gewicht und Taillenumfang im Blick behalten: Viel Fett im Bauchbereich erhöht das Typ-2-Diabetes-Risiko, eine Gewichtsabnahme kann es senken.
- Ernährung anpassen: Die DDG-Praxisempfehlung rät bei hohem Risiko unter anderem zu mehr Vollkornprodukten und weniger Rind-, Schweine- und Lammfleisch.
- Nicht rauchen: Rauchen gehört zu den beeinflussbaren Faktoren, die mit einem höheren Typ-2-Diabetes-Risiko verbunden sind.
- Kontrollen vereinbaren: Liegen die Laborwerte im Bereich eines erhöhten Diabetesrisikos, empfiehlt die DDG zunächst eine Kontrolle nach drei Monaten und anschließend halbjährliche Kontrollen.
Risiko kennen, bevor Beschwerden entstehen
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes empfiehlt, Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko eine gezielte Untersuchung anzubieten. Zu den bekannten Risikofaktoren zählen Diabetesfälle in der Familie, höheres Lebensalter, viel Bauchfett, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Rauchen sowie ein früherer Schwangerschaftsdiabetes. Für eine erste Einschätzung stehen geprüfte Fragebögen zur Verfügung, etwa der DIfE – Deutsche Diabetes-Risiko-Test, der bei Erwachsenen ohne bekannten Diabetes das Risiko ermittelt, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu erkranken.
Für eine wirksame Prävention müsse es künftig besser gelingen, Hochrisikopatienten zu identifizieren und eine intensivierte Lebensstilintervention gezielt auf diese Gruppe zu konzentrieren, sagt Professor Dr. med. Andreas Fritsche, Past-Präsident der DDG, stellvertretender Leiter des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtzzentrums München und Leiter der Diabetesstation und Diabetesambulanz am Universitätsklinikum Tübingen.
Bewegung, Ernährung und Gewicht: Veränderungen können wirken
Lebensstil-Interventionsstudien zeigen, welches Potenzial in diesem frühen Stadium steckt. Bei Menschen mit Hochrisiko-Prädiabetes führe eine intensivierte Intervention mit mehr Bewegung zu besseren Ergebnissen als eine herkömmliche Lebensstilintervention, erläutert Prof. Dr. Fritsche: „Die relative Reduktion des Leberfettes bei Hochrisiko-Prädiabetes beträgt durch Lebensstilintervention schon 24 Prozent, mit intensiver Intervention wird sogar eine relative Reduktion um 37 Prozent erreicht. Auch das berechnete Herz-Kreislauf-Risiko reduzierte sich durch intensivere Intervention nochmals stärker.“ Eine spätere Auswertung ergab zudem, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Gewicht verloren und dabei wieder normale Blutzuckerwerte erreichten, zwei Jahre nach der Intervention ein um 73 Prozent geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes hatten.
Körperliche Aktivität verbessert die Wirkung des körpereigenen Insulins. Auch kurze, über den Tag verteilte Bewegungseinheiten, sogenannte Exercise Snacks, können den Einstieg erleichtern. Die DDG-Praxisempfehlung rät bei erhöhtem Risiko außerdem, beeinflussbare Faktoren wie Taillenumfang, Ernährung und Rauchverhalten in den Blick zu nehmen.
Prävention ist mehr als eine persönliche Entscheidung
Wie gut Veränderungen im Alltag gelingen, hängt auch vom Lebensumfeld ab. Gemeinsam mit der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) setzt sich die DDG deshalb für Rahmenbedingungen ein, die gesunde Entscheidungen erleichtern sollen. Dazu zählen bundesweite Standards für Kita- und Schulessen, mehr tägliche Bewegung in Bildungseinrichtungen, Einschränkungen beim Marketing ungesunder Produkte an Kinder sowie eine Herstellerabgabe auf zuckergesüßte Getränke.
„Wir können Menschen nicht einerseits auffordern, sich gesund zu ernähren und mehr zu bewegen, und gleichzeitig Lebenswelten akzeptieren, in denen die gesunde Entscheidung systematisch die schwierigere ist“, betont Prof. Dr. Szendrödi.
Prävention hat auch eine wirtschaftliche Dimension. Bei Menschen mit diagnostiziertem Diabetes liegen die direkten medizinischen Kosten etwa doppelt so hoch wie bei vergleichbaren Personen ohne die Erkrankung. Für 2024 wurden die diabetesbezogenen Gesundheitsausgaben in Deutschland auf rund 36 Milliarden Euro geschätzt.
mit Materialien der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 4 Tagen, 7 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen
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In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



