- Aus der Community
Selbstbestimmte Diabetestherapie auch im Alter
3 Minuten
Mit der Diagnose Typ-1-Diabetes im Sommer 2000 begann mein eigener „Diabetesweg“. Die Entscheidung für eine Insulinpumpe fiel bereits nach knapp zweijähriger Diabetesdauer. In den folgenden Jahren war ich immer offen und neugierig auf weitere technische Unterstützungen. Das Tragen eines iscCGM und später eines rtCGM hat mir meinen Alltag mit dem Diabetes sehr erleichtert. 2019 habe ich mich für den DIY-Loop entschieden.
Als „Looperin“ habe ich aktuell das Gefühl, in meiner persönlichen Wunschtherapie angekommen zu sein. Auf die Zukunft in der Diabetestherapie und weitere Möglichkeiten bin ich natürlich gespannt.

Das Grundbedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmung
Für mich spielt das Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmung eine zentrale Rolle.
Ich kann mich sehr gut an einen Krankenhausaufenthalt vor einigen Jahren erinnern. Hinter mir lag eine mehrstündige Operation. Die Insulinpumpe musste ich vor der OP ablegen. Als ich aus der Narkose wach wurde, war ich nicht in der Lage, mich selbstständig um „meinen Diabetes“ zu kümmern. Ich habe es wie durch einen Nebel wahrgenommen, wie die Krankenschwestern das Blutzuckermessen und Insulinspritzen übernommen haben. Das Gefühl, nicht selbstständig handeln zu können, alles aus der Hand geben zu müssen, hat mir Angst gemacht. Ein paar Stunden später konnte ich, mit Hilfe meines Mannes, die Insulinpumpe wieder anlegen – und ich war sofort viel entspannter.
Schon damals tauchte bei mir die Frage auf, was ist, wenn ich dauerhaft Unterstützung bei der Diabetestherapie brauche? Auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ist bekanntlich keine Frage des Alters. Aber mit fortschreitendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, auch im Diabetesalltag Unterstützung zu benötigen.
Wie wird die Diabetestherapie im Alter sein?
Mein Wunsch ist es, bis ins hohe Alter selbstbestimmt und selbstständig mit der Diabetes-Erkrankung leben zu können. Aus Gesprächen innerhalb der Diabetes-Community weiß ich, dass ich mit diesem Wunsch nicht alleine bin. Auch Typ-Fler stellen sich die Frage, wie an Diabetes erkrankte Familienmitglieder im Alter betreut und unterstützt werden können.
Meist über viele Jahrzehnte hat man als Mensch mit Diabetes das beste gegeben, um gut und möglichst ohne Folgeschäden durch das Diabetiker*innen-Leben zu kommen. Dann vor einer ungewissen Zukunft zu stehen – fühlt sich nicht gut an.
Kann ich meine Insulinpumpe noch weiter bedienen? Wird meine Pen-Therapie mit den für mich funktionierenden Abläufen im Altenheim beibehalten? Auf was muss ich mich generell einstellen?

Im Alter auf eine Insulinpumpe verzichten zu müssen, das wäre für mich schlimm. Da hoffe ich auf eine Insulinpumpe mit großem Display und guter technischer Anbindung an Apps und ggf. sogar Sprachsteuerung. Eine altersgerechte Insulinpumpe müsste so konzipiert sein, dass auch die Betreuung der Pumpentherapie durch das Pflegepersonal im Altenheim funktioniert. Regelmäßige Schulungen für das Personal in der Altenpflege und eine enge Vernetzung mit dem Diabetes-Team der Praxis wären generell wichtig. Unabhängig vom Diabetes-Typ brauchen Menschen mit Diabetes gute Perspektiven, um glücklich und gut betreut alt zu werden.
Vielleicht bietet sich im Alter die Möglichkeit, eine Diabetes-Wohngemeinschaft zu gründen? Viele Altenheime gliedern sich inzwischen in Wohngruppen, warum also nicht eine eigene Wohngruppe für Menschen mit Diabetes einrichten?
Mit entsprechenden Regelungen könnten Hausbesuche vom Diabetes-Team stattfinden.
Die Wunschliste kann man sicherlich noch um einige Punkte ergänzen.
Welche Ideen und Gedanken habt Ihr, wenn Ihr ans Älterwerden mit Diabetes denkt?
Über ihre Ziele in der Zukunft hat Susanne auch in diesem Beitrag geschrieben: Wie solidarisch macht uns der Diabetes?
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community
„Ich will den Diabetes beherrschen, nicht er mich“ – 51 Jahre Leben mit Typ-1-Diabetes
5 Minuten
- Aus der Community
Die Zügel in der Hand behalten – ein Interview mit Johann Kimmerle
4 Minuten
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
-
bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
-
ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
-
-
thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
