- Behandlung
Sichere Durchführung einer Insulinpumpentherapie
2 Minuten

Wenn eine Insulinpumpentherapie – etwa aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen im Alter – nicht mehr eigenständig sicher durchgeführt werden kann, sollte überlegt werden, ob eine weitere Anwendung sinnvoll ist. Um herauszufinden, ob eine (weitere) Eignung besteht, hat Dr. med. Bernhard Lippmann-Grob eine Checkliste erstellt.
Eine Insulinpumpentherapie kann Menschen mit Diabetes eine deutliche Verbesserung der Einstellungs- und Lebensqualität bringen. Allerdings erfordert diese Behandlungsform vom Patienten auch gewisse Fähigkeiten, um sie korrekt eigenständig durchführen zu können. Ist dies aufgrund von Einschränkungen im Alter nicht mehr möglich kann die Insulinpumpentherapie sogar zu einer Gefahr werden.
Die Frage, ob es sinnvoll sein kann, eine Insulinpumpenbehandlung wieder aufzugeben, muss also eindeutig mit Ja beantwortet werden, wenn durch die Pumpenbehandlung die grundsätzliche Insulinversorgung nicht mehr sichergestellt ist oder wenn durch nicht sachgerechte Bedienung der Pumpe eine zusätzliche Gefährdung des Pumpenträgers auftreten könnte.
Folgende Checkliste mit Anforderungen an Patienten für eine sichere Umsetzung der Insulinpumpentherapie soll dabei helfen, die Frage nach der Eignung für diese Behandlung zu klären:
Pumpe
- Kann das Display gelesen werden?
- Sind die technischen Begriffe der Pumpentherapie allgemein und des spezifischen Pumpenmodells zumindest bekannt? Können sie auch angewendet werden?
- Ist der Aufbau des Bedienmenüs bekannt; kann das Bedienmenü (zumindest in den Grundzügen) genutzt werden?
- Können Reservoir und Katheter richtig gefüllt werden?
- Können Reservoir und Katheter danach unter Sicherheitsaspekten (Füllung? Luftblasen?) beurteilt werden?
- Ist bei Verwendung von Teflonkanülen der Totraum bekannt und wird er bei der Füllung richtig berücksichtigt?
- Ist das Legen des Katheters ist – selbständig – möglich?
- Kann die Pumpe gestartet werden?
Bolus
- Kann der Bolus aus dem aktuellen Blutzucker, den geplanten Kohlenhydraten und dem Zielwert richtig berechnet werden?
- Ist die Bolusabgabe selbständig möglich?
- Wie hoch ist das Risiko einer selbständigen, aber nicht indizierten Bolusabgabe?
Mahlzeiten
- Können KE adäquat geschätzt werden?
- Kann an Hand der Art der Mahlzeit über eine Bolusvariante entschieden werden?
- Kann die beabsichtigte Bolusvariante realisiert werden?
Therapiesteuerung
- Werden unerwartete Ereignisse (Alarme, Überschreitungen von Zielwerten) vom Pumpenträger wahrgenommen und Konsequenzen daraus gezogen?
- Sind die Konsequenzen richtig?
Korrekturen
- Werden die Korrekturregeln (Normalkorrektur, Verschärfte Korrektur, Azidosekorrektur) beherrscht und auch angewendet?
- Werden bei erhöhten Werten Ketonkörper gemessen?
- Wird bei überhöhten Werten korrigiert?
- Wird bei überhöhten Werten aktiv Ursachenforschung mit dem Ziel der Abhilfe betrieben?
- Wird vorbeugende Dosisanpassung beherrscht und durchgeführt?
Unterzuckerungen
- Ab wann werden Unterzuckerungen bemerkt?
- Sind Materialien zur Behandlung von Unterzuckerungen vorhanden?
- Wird vorbeugende Dosisanpassung beherrscht und durchgeführt?
Bewegung
- Wird Bewegungsanpassung durchgeführt?
- Kann die temporäre Basalrate programmiert werden und wird sie genutzt?
von Dr. med. Bernhard Lippmann-Grob
Leitender Oberarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim,
Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim
E-Mail: lippmann-grob@diabetes-zentrum.de
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung

2 Minuten
- Aktuelles

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße