t1day 2023: Diabetes, Technologie, Menschen, Austausch

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© t1day.de | Screenshot Kirchheim
t1day 2023: Diabetes, Technologie, Menschen, Austausch

Beim t1day in Berlin am 29. Januar 2023 kamen insgesamt fast 450 Menschen mit Diabetes vor Ort und vor den Bildschirmen zusammen, um sich über aktuelle Diabetes-Technologie zu informieren und in Austausch zu treten. Wir haben für Sie die wichtigsten Themen zusammengefasst.

Mit diesen vier Schlagworten lässt sich der diesjährige t1day in aller Kürze zusammenfassen. Informationen zu aktueller Diabetestechnologie von erfahrenen und fachkundigen Vortragenden, viele engagierte Menschen und ganz viel Austausch während und zwischen den offiziellen Programmpunkten. Das Beste am t1day laut mehrerer Teilnehmerinnen? Die vielen wunderbaren Menschen, die man bis dato nur aus dem Internet kannte, endlich auch in Person zu treffen!

Dieses Jahr wurde die Veranstaltung hybrid angeboten: endlich wieder vor Ort in Berlin, und gleichzeitig live online für alle Teilnehmenden vor ihren eigenen Tablets und Computern. Insgesamt konnten so 450 Menschen von dem abwechslungsreichen und informativen Programm profitieren.

Menschen mit Diabetes, Forschende und Diabetesteams an einem Tisch

Die Vorträge und Workshops hielten Menschen, die selbst Typ-1-Diabetes haben, Expert*innen aus der Praxis, sowie Forscher*innen. Mit dabei waren zum Beispiel Bastian Niemeyer (youtube), Kathi Korn (Instagram), Ivo Rettig (Instagram), Sascha Schworm (Podcast Zuckerjunkies) und Fiorella (TikTok) auf. Fachinput gab es unter anderem von verschiedenen Forschenden aus dem FIDAM (das steht für Forschungsinstitut Diabetes-Akademie Mergentheim) und von engagierten Diabetologinnen und Diabetesberaterinnen aus ganz Deutschland.

Fokus auf AID-Systeme

Top-Themen waren natürlich die aktuellen AID-Systeme: welches System kann was, wie funktionieren die verschiedenen Algorithmen, welche Pumpe und welcher Sensor kommunizieren miteinander, geht das auch schlauchlos, was, wenn die Technik ausfällt…? Bastian Niemeyer und Kathi Korn berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit verschiedenen Systemen. Doch es muss ja nicht gleich AID sein – auch über verschiedene Diabetes-Apps, Bolusrechner oder intelligente Pens gab es Informationen.

Diabetes und mentale Gesundheit

Besonders wertvoll: die Workshops, in denen auch wirklich diskutiert werden konnte. Wir haben schon im Liveticker aus den Veranstaltungen zu Diabetes und mentaler Gesundheit sowie Diabetes und Hormonen berichtet. Was machen Diabetes und Diabetestechnologie eigentlich mit Menschen mit Diabetes, wie fühlt es sich an, erstens ständig Technologie so eng am Körper zu tragen und zweitens ständig Biofeedback zu bekommen? Eine Teilnehmerin merkt an: „Früher war das zumindest psychologisch schon einfacher – da hast du vor dem Essen gemessen, gespritzt, und dann wieder bis zur nächsten Mahlzeit nicht drüber nachgedacht. Heute hat man ständig alle Informationen und damit auch das Gefühl, ständig nachsteuern zu müssen. Das kann ganz schön stressig sein.“

Diabetes und Hormone

Zum Thema Hormone werden wir hier auf diabetes-online und in den Printmedien des Kirchheim Verlags noch ausführlicher berichten, denn hormonelle Fragen bekommen bisher wenig Aufmerksamkeit. Wie verändert sich die Insulinempfindlichkeit über den Zyklus hinweg? Prof. Dr. med. Claudia Eberle fasst zusammen: Tendenziell ist Frau in der ersten Hälfte, der Follikelphase, insulinempfindlicher, hat mehr Lust auf Süßes und unterzuckert leichter. Nach dem Eisprung ist mehr Progesteron im Körper, sodass die Insulinempfindlichkeit sinkt – Frau braucht also deutlich mehr Insulin für den gleichen blutzuckersenkenden Effekt.

Jeder Zyklus ist anders, sowohl von Frau zu Frau als auch für jede Frau immer wieder. Da ist es also wichtig, sich selbst gut zu beobachten und kennenzulernen, um einigermaßen zu verstehen, was im Körper gerade los ist. Auch Schwangerschaft, Entbindung, Stillen und Abstillen sind mit Blick auf die Diabetesbehandlung große Themen, über die noch viel zu wenig Wissen verfügbar ist. Zum Thema Sexualität im Allgemeinen, für alle Menschen mit Diabetes und ihre Partner*innen, gab es ebenfalls viele Fragen und Austauschbedarf.

Parallel zu den Vorträgen und Workshops gab es auch eine Industrieausstellung, in der die Besucher*innen die neuen Pumpen, Sensoren, Pens und AID-Systeme direkt in die Hand nehmen konnten.


von Dr. Mirjam Eiswirth

Mirjam Eiswirth ist promovierte Sprachwissenschaftlerin. Sie lebt seit 1996 mit Diabetes und seit 2008 mit Zöliakie. Sie war tätig als Redakteurin für das Diabetes-Eltern-Journal und hat zwei Bücher veröffentlicht. Heute arbeitet sie als Coach und Referentin.

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  • florahdo postete ein Update vor 3 Tagen

    Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 5 Tagen, 11 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 5 Tagen, 13 Stunden

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.