- Behandlung
Typ-1-Diabetes: Im Alter nehmen die Probleme zu
4 Minuten
Auf Menschen, die mit Typ-1-Diabetes alt geworden sind, kommen oft ganz neue Probleme und Herausforderungen zu. Welche das sein können, schildert der Diabetologe Dr. Albrecht Dapp. Er hat außerdem zwei betroffene Frauen nach ihren Erfahrungen gefragt.
Medizinische und technische Fortschritte haben die Behandlung des Typ-1-Diabetes in den letzten Jahren stark verändert, und Folgeschäden auch nach jahrzehntelanger Krankheit sind seltener geworden. Durch viele neue Hilfsmittel wie Pens, Pumpen, Geräte zur Selbstkontrolle und Bolusrechner ist es inzwischen für Betroffene leichter geworden, ein lebenswertes Alter mit akzeptabler Lebensqualität zu erreichen.
Doch manches überfordert Menschen stark, sobald sie gebrechlich geworden sind, selbst wenn sie sich über lange Jahre souverän damit behandelt haben. Denn die speziellen Probleme des Alterns wie nachlassende geistige Leistungsfähigkeit, Gebrechlichkeit, Gewichtsabnahme und Zunahme der Insulinempfindlichkeit machen dann trotz der Hilfsmittel auch das Leben mit dem Diabetes schwieriger.
Mit allen diesen Fortschritten in der Diabetestherapie sind auch die Anforderungen an Betreuer und Betroffene gewachsen. Die Handhabung mancher Techniken ist schwieriger geworden, und die neuen Methoden der kontinuierlichen Glukosemessung haben auch einen Zuwachs an Daten beschert, der viele überfordert, sofern sie nicht speziell geschult sind.
Diabeteswissen in der Pflege
Leider sind jedoch die Kenntnisse der Altenpflegekräfte in der modernen Diabetesbehandlung oft unzureichend. Da die Mehrzahl der alten Diabetiker Typ-2-Diabetes hat, liegt auch die Tendenz nahe, alle „über einen Kamm zu scheren“. Es gibt zwar spezielle Schulungsprogramme, doch sind diese leider kaum bekannt. Der enorme Kostendruck, unter dem die Pflege steht, erlaubt nur beschränkt Fortbildung.
Viele Pflegeeinrichtungen werden kaum oder nicht diabetologisch betreut. Alternde Menschen mit Typ-1-Diabetes und differenzierten Therapien (Pumpe, CGM-System) haben daher berechtigte Angst, wie es damit wohl weitergehen kann, wenn sie gebrechlich und hilfsbedürftig geworden sind.
Inzwischen gibt es neue Wohn- und Betreuungsformen für alternde Menschen. Dazu gehören auch Wohngemeinschaften, in denen sich Bewohner gegenseitig helfen können. Doch sind derartige spezielle Angebote für Menschen mit Diabetes leider noch rar.
Dorle Wostatek, geb. 1930, Diabetes inzwischen klassifiziert als Typ 3c
Dorle Wostatek ist verwitwet, lebt allein und wird versorgt durch Sozialstation, Nachbarschaftshilfe, Freundin und Familie. Sie misst mehrmals täglich ihren Blutzucker, Therapieform: ICT nach Anpassungsplan, seit Umstellung auf ICT und Enzymsubstitution ist ihr Stoffwechsel stabiler. Sie hat eine schwere Polyneuropathie, eine schwere, zunehmende Sehbehinderung, zunehmende Vergesslichkeit und starke Blutzuckerschwankungen. Wie sieht sie selbst ihre Situation?
Dr. Albrecht Dapp: Was siehst Du als Deine größten Probleme an?
Wostatek: Meine schlechten Augen und meine Vergesslichkeit. Bis vor Kurzem die plötzlichen Durchfälle, sodass ich mich nicht mehr aus dem Haus traute.
Dr. Dapp: Was hat Dir in den letzten Monaten am meisten geholfen?
Wostatek: Ohne die Unterstützung durch meine Tochter und Enkelin, meine Freundin und die Sozialstation käme ich zu Hause nicht mehr zurecht. Zum Glück helfen mir die Medikamente gegen den Durchfall. Seit der Umstellung der Insulinbehandlung hat sich mein Zucker deutlich gebessert.
Dr. Dapp: Wie kann man aus Deiner Sicht die Situation der betagten und pflegebedürftigen Diabetiker verbessern?
Wostatek: Durch bessere diabetologische Betreuung und gut funktionierende Fremdhilfen, die mehrmals täglich zur Verfügung stehen und ein soziales Netz bilden.
Erika Späth, geb. 1938, Typ-1-Diabetes seit 1953
Die Diagnose bekam Erika Späth während ihrer kaufmännischen Lehre. Eine Insulintherapie begann man im Krankenhaus Hof mit einmal täglicher Gabe von „Alt-Insulin“, das Ergebnis: „unruhige Zuckerwerte“. Später kam sie in die Universitätsklinik Erlangen. Der Diabetes galt damals als eine Erkrankung, die man nicht lange überlebt. Die Krankenkasse wollte sie sogar einmal für drei Monate „aussteuern“, d. h. die Leistungen verweigern. Das konnte glücklicherweise verhindert werden.
Erika Späth heiratete 1958. Sie und ihr Mann waren sich einig, auf Kinder verzichten zu müssen, denn eine „diabetische Schwangerschaft“ war damals lebensbedrohlich. Berufstätig war sie bis zum 55. Lebensjahr, jahrzehntelang als Vertrauensperson bei einem Juwelier.
Bei ihrer ersten Operation 1988 wurde der Diabetes so stark vernachlässigt, dass sie fast starb. Danach erhielt sie ihr erstes Blutzuckermessgerät, gegen den anfänglichen Widerstand ihrer Krankenkasse. Erst Mitte der 1990er-Jahre wurde sie in der Diabetesklinik Bad Mergentheim auf eine ICT umgestellt und strukturiert geschult. Danach ließ sich der Stoffwechsel besser kontrollieren, blieb aber instabil. Seit 2018 benutzt sie die kontinuierliche Glukosemessung. Sie wird verständnisvoll und kompetent von einem Diabetologen in Bayreuth begleitet.
Ihr Leben mit Diabetes beschreibt sie als sehr schwierig, ständige Wachsamkeit fordernd, „alles nebenbei“. „Mit Disziplin ist man als Diabetiker bedingt gesund. Heute haben wir die Quittung dafür: Niemand glaubt uns, dass wir im Alter spezielle Hilfe brauchen. Wir sind die erste Generation Typ-1-Diabetiker, die es bis ins hohe Alter geschafft hat. Wenn wir nicht mehr können, sieht es düster aus …!“
Erika Späth kämpft seit 67 Jahren gegen die Widrigkeiten ihres Typ-1-Diabetes, der schon Schäden an den Augen hinterlassen hat. Sie ist dankbar für die tatkräftige Unterstützung durch ihren Mann, der leider 2006 plötzlich verstarb. Erika Späth lebt nun nach über 50 Jahren in der Großstadt wieder in ihrer Heimat, einer Kleinstadt in Franken, und zwar im „betreuten Wohnen“. Von dort gehen regelmäßig energische Briefe an Entscheidungsträger, denn sie weiß, dass die Situation alt und hilfsbedürftig gewordener Menschen mit Diabetes vielerorts miserabel ist – anders, als die angeschriebenen Politiker es darstellen.
So heißt es in einem Schreiben des Petitionsausschusses des Landtags von NRW vom 25.08. lapidar: „Es besteht kein Anlass, der Landesregierung (von NRW) Maßnahmen zu empfehlen.“ Und Dagmar Wiedemann, Abgeordnete in Hamburg, schreibt am 20.08.: „Der Senat hat dem Eingabeausschuss mitgeteilt, welche Maßnahmen in Hamburg bereits ergriffen werden, um eine gute Versorgung von Pflegebedürftigen mit Diabetes Typ 1 zu gewährleisten. Ein weiteres Tätigwerden erscheint nicht erforderlich.“
Erika Späth kommentiert dies bitter als „selbstgefällige Überheblichkeit“ und stellt fest: „Schade, dass die Patienten die Leidtragenden sind.“
Die Wieland-Stiftung
Die Diabetiker Baden-Württemberg haben mit den Mitteln aus einer Erbschaft treuhänderisch den Grundstock zu einer Stiftung „Diabetes im Alter“ gelegt und diese nach dem Erblasser „Wieland-Stiftung“ genannt. Damit wollen sie sich dieser zunehmend bedeutsamen Probleme verstärkt annehmen.
Damit Nachhaltiges bewirkt werden kann, müssen nun Mittel für Aktivitäten eingeworben werden, denn das Stiftungskapital reicht bei Weitem nicht aus. Durch den engen finanziellen Rahmen muss die Stiftung klein beginnen, in der Hoffnung, weitere Möglichkeiten und Spielräume zu gewinnen. Weiterführende Infos: www.sozialspende.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (12) Seite 8-9
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marina26 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 1 Tag, 1 Stunde
Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!
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wolfgang65 postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 1 Tag, 20 Stunden
Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!
Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.
Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.
LG Wolfgang
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 2 Tagen, 15 Stunden
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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suzana antwortete vor 2 Tagen, 13 Stunden
Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter! -
laila antwortete vor 2 Tagen, 11 Stunden
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊
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wolfgang65 antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.
Gruss Wolfgang
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michatype3 antwortete vor 1 Tag, 20 Stunden
Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.
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