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Typ-1-Diabetes: Zeit für neue Wege
3 Minuten
Wissenschaftler des „Helmholtz Zentrums München“ starteten im Januar in Berlin die crossmediale Kampagne „A World Without 1“: Sie widmet sich u. a. mit Plakaten der Früherkennung und Verhinderung von Typ-1-Diabetes, der häufigsten Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Durch aktuelle Studien soll die Krankheit früh erkannt und rechtzeitig ihr Ausbruch verhindert werden. Die Forscher hoffen auf möglichst viele Unterstützer.
Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, zu Beginn der Pressekonferenz: „Wir sind die größte Forschungsorganisation in Deutschland und als solche haben wir auch den Anspruch, nicht allein zum Zweck des Erkenntnisgewinns zu forschen, sondern der Gesellschaft konkrete Lösungen für drängende Probleme zu bieten. Typ-1-Diabetes als Stoffwechselerkrankung mit fast 350.000 Betroffenen in Deutschland und wachsenden Fallzahlen ist definitiv ein solches drängendes Problem, auch wenn das Bewusstsein dafür bislang noch gering ist.“
Typ-1-Diabetes früh erkennen und in Zukunft verhindern
Wie man diesem Problem konkret begegnen möchte, erklärte Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler: „Wir am Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München haben uns gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen und Kliniken (…) auf die Fahnen geschrieben, die Versorgung von Menschen mit Typ-1-Diabetes durch Früherkennung zu verbessern und die Entstehung der Krankheit in Zukunft zu verhindern“, so die Initiatorin des Projekts.
Risikotests auf Typ-1-Diabetes
Das Risiko wird durch ein genetisches Screening aus einem Blutstropfen von Neugeborenen bestimmt. Kinder mit erhöhtem Risiko bekommen anschließend die Möglichkeit, an einer Präventionsstudie teilzunehmen. Dabei wird der normalen Nahrung Insulinpulver beigemischt: Durch die Aufnahme über den Verdauungstrakt wirkt das Hormon nicht blutzuckersenkend, sondern wird in kleine Bausteine zerlegt und im Darm dem Immunsystem präsentiert. So soll langfristig eine Toleranz des Körpers aufgebaut und der Angriff auf die insulinproduzierenden Zellen unterbunden werden.
Beispiel 2:
Zudem testen die Forscher auch ältere Kinder auf Typ-1-Diabetes im Frühstadium, wenn noch keine Symptome vorliegen, sondern die Krankheit nur durch den Nachweis von Inselautoantikörpern festgestellt werden kann. Auch hier greifen Folgestudien mit Insulinpulver zum Essen.
„Durch Screenings und Präventionsstudien wollen wir dafür sorgen, dass Kinder mit einem erhöhten genetischen Risiko und mit einem Frühstadium des Typ-1-Diabetes künftig vorbeugend behandelt werden können, sodass die klinische Manifestation der Krankheit ausbleibt. Unsere Vision ist eine Welt ohne Typ-1-Diabetes: A World Without 1!“
Getragen wird es vom Institut für Diabetesforschung (Helmholtz Zentrum München) in Kooperation mit der Forschergruppe Diabetes (der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar), dem Center for Regenerative Therapies Dresden und der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden) und dem Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT Hannover und internationalen Forschungskonsortien: GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes), TrialNet und INNODIA sowie dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).
Hier finden Sie eine Übersicht zur Teilnahme an einer Studie im Rahmen von A World Without 1.
Ziegler und ihrem Team war es nach jahrelanger Forschung zu den Ursachen von Typ-1-Diabetes gelungen, das entsprechende Risiko frühzeitig durch einen Gentest zu identifizieren. Darauf aufbauend laufen aktuell weitere klinische Studien, um den Ausbruch der Krankheit bei den oft sehr jungen Risikoträgern zu verhindern (Studienübersicht siehe Seiten 34/35).
Dr. Astrid Glaser, Geschäftsführerin vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung: „Die Forschungsarbeiten, die Frau Ziegler und ihr Team verfolgen, haben das Potenzial, Typ-1-Diabetes zukünftig zu verhindern. Es freut mich sehr, dass es durch die exzellente Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelungen ist, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung nun in großen klinischen Studien, die von Deutschland aus geleitet werden, weiter zu untersuchen.“
„Zeit für andere Wege“
Eine davon ist Prof. Dr. Olga Kordonouri, Stv. Ärztliche Direktorin des Kinder- und Jugendkrankenhauses AUF DER BULT in Hannover. Sie leitet das dortige Studienzentrum und hat täglich Umgang mit Betroffenen: „Natürlich ist es für Typ-1-Diabetiker ein Segen, dass es die Behandlung mit Insulin gibt. Doch die erstmalige Extrahierung von Insulin durch Frederick Banting ist jetzt nahezu 100 Jahre her – es wird Zeit, dass wir andere Wege der Behandlung finden, als dass Menschen sich bis zu 150 000-mal im Leben eine Insulinnadel in den Körper stechen müssen.“
Karin Seyffarth (Bernau) rief dazu auf, sich an den Studien-Projekten zu beteiligen und die Kampagne zu unterstützen: Mit 17 Jahren wurde bei ihr ein Typ-1-Diabetes diagnostiziert, heute ist sie Mutter von zwei kleinen Töchtern. Beide haben ein erhöhtes Risiko, selbst einmal zu erkranken, und nehmen am Präventionsprogramm teil.
von Günter Nuber
Chefredaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (3) Seite 10-11
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 3 Stunden
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!