Unterliegt auch die Insulinresistenz einer inneren Uhr?

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Unterliegt auch die Insulinresistenz einer inneren Uhr?

Es ist die höchste Auszeichnung für Wissenschaftler: Die drei US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young erhielten Anfang vergangener Woche den diesjährigen Nobelpreis für Medizin oder Physiologie. Geehrt wurden sie für die Erforschung der sogenannten inneren Uhr. Ihre Entdeckungen sind auch für Menschen mit Typ-2-Diabetes relevant, wie eine aktuelle Studie erneut zeigt.

Wissenschaftlicher ausgedrückt geht es bei den Arbeiten der drei Preisträger um die molekularen Mechanismen, die den Biorhythmus steuern. Diese molekulare innere Uhr ist derart wichtig für den Stoffwechsel, dass sie nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren und Pflanzen vorkommt.

Die innere Uhr kann zwar vom Licht, als äußerem Zeitgeber, vor- und zurückgestellt werden. Sie arbeitet jedoch selbstständig und tickt bei einer Zeitumstellung oder nach einem Überseeflug zunächst unverändert weiter. Lebt ein Mensch dauerhaft gegen seine innere Uhr, kann unter anderem das Risiko für Krebs, Nervenleiden und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes steigen. Auch der Diabetesinformationsdienst berichtete bereits, dass der zelluläre Jetlag den Stoffwechsel durcheinander bringt.

Schweizer Forscher berichten von innerer Uhr in Muskelzellen

Eine aktuelle Studie aus der Schweiz erhärtet diesen Verdacht. Die Forschenden berichten im Fachmagazin PNAS, dass auch in menschlichen Muskelzellen eine solche “zirkadiane Uhr” tickt. Das stellten sie fest, indem sie bei Probanden die Zusammensetzung der unterschiedlichen Arten von Fetten (Lipiden) in den Muskelzellen untersuchten. Dabei beobachteten sie, dass sich diese im Laufe des Tages veränderte.

Dazu wurde zunächst die Uhr der Teilnehmenden synchronisiert: Sie mussten sich vor Beginn der Studie an einen geregelten Tagesablauf in Bezug auf Mahlzeiten und Lichtexposition halten. Alle vier Stunden wurde zur Analyse der Lipidzusammensetzung eine kleine Muskelgewebeprobe aus dem Oberschenkel entnommen. Je nach Tageszeit war mal das eine Fett öfter vorhanden, dann wieder ein anderes.

Periodische Schwankung der zellulären Fettzusammensetzung

Da die Lipidzusammensetzung innerhalb der Probandengruppe stark schwankte, benötigten die Wissenschaftler aber weitere Belege zur Untermauerung ihrer These. In einem zweiten Schritt stiegen sie darum auf ein sogenanntes In-vitro-Experiment um. Sie züchteten menschliche Muskelzellen in der Petrischale und synchronisierten diese künstlich mithilfe eines Signalmoleküls, das normalerweise vom Körper eingesetzt wird.

Dabei wurde eine periodische Schwankung der zellulären Fettzusammensetzung beobachtet, ähnlich wie bei den am Menschen durchgeführten Versuchen. Wenn aber die Forschenden den Uhrmechanismus durch eine Hemmung der relevanten Gene unterbrachen, verschwanden die Schwankungen größtenteils.

Wirkt biologische Uhr im Muskel auf die Insulinsensitivität der Zellen?

Laut den Autoren bleibt die wichtigste Frage aber offen: Welche Bedeutung hat dieser Mechanismus? Sie gehen davon aus, dass die biologische Uhr im Muskel auf die Insulinsensitivität der Muskelzellen wirken könnte.

Durch die Veränderung der Fettzusammensetzung, etwa in der Zellmembran (also der Zellhülle), könnte das Ansprechen des Muskels auf das Hormon und seine Fähigkeit zur Blutzuckeraufnahme beeinflusst werden. Eine geringe Insulinsensitivität des Muskels führt zu einer sogenannten Insulinresistenz, einer bekannten Ursache des Diabetes-Typ-2. Weitere Studien sollen diese Hypothese nun klären.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München

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  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
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    Wir freuen uns auf Euch! 🙂