Verbesserte Früherkennungs­möglichkeiten durch Biomarker

2 Minuten

Verbesserte Früherkennungs­möglichkeiten durch Biomarker

Bisher wird die Koronare Herzkrankheit mit aufwändigen und invasiven Herzuntersuchungen zuverlässig diagnostiziert. Eine neue Studie zeigt nun eine deutliche Verbesserung der diagnostischen Früherkennungsmöglichkeiten mit dem Biomarker Troponin.

Die Koronare Herzkrankheit (KHK) zählt weltweit zu den häufigsten Herzerkrankungen. Je früher eine solche Verengung der Herzkranzgefäße erkannt wird, desto besser die Prognose: „Eine akkurate Diagnose und elektive Einschätzung des Patienten führt nachweislich zur Reduktion von Morbidität und Mortalität“, so Dr. Jan Sebastian Wolter von der Kerckhoff Klinik Bad Nauheim.

Frühzeitige Erkennung der KHK war bislang kompliziert

Das Problem: Eine KHK frühzeitig zu erkennen, ist im klinischen Alltag nicht immer einfach. Zwar lassen sich Verengungen der Herzkranzgefäße mit einer Koronarangiographie zuverlässig nachweisen, allerdings kann dieses aufwändige und invasive Verfahren nicht bei jedem Verdachtsfall eingesetzt werden. „Die aktuellen Leitlinien empfehlen daher in den meisten Fällen eine individuelle Analyse aller Risikofaktoren, die bevorzugt mit nicht-invasiver Diagnostik durchgeführt werden sollte“, so Dr. Wolter.

Die Ergebnisse einer auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim vorgestellten Studie könnten eine Erweiterung und Verbesserung der diagnostischen Früherkennungsmöglichkeiten bringen. Der Schlüssel dazu sind Biomarker.

Troponin-Messungen: höhere prognostische Aussage als bisher angenommen

In der aktuellen Arbeit untersuchte die Arbeitsgruppe unter der Leitung von PD Dr. Christoph Liebetrau, ob der Nachweis von Troponinen im Blut eine prognostische Bedeutung für die Diagnose einer KHK hat. Troponin-Messungen werden in der Diagnostik eines akuten Koronarsyndroms schon länger eingesetzt. Weil diese für die Muskelkontraktion wichtigen Eiweißbausteine bei einer Schädigung des Herzmuskels vermehrt ins Blut übertreten, lassen sich eine Angina Pectoris oder verschiedene Formen des Herzinfarkts anhand der Troponin-Werte zuverlässig erkennen.

Ob und wie sehr auch eine stabile KHK die Troponin-Werte verändert, war dagegen bislang unklar. „Es gab aber Hinweise darauf, dass die hochsensitiv gemessenen Troponine T und I eine höhere prognostische Aussage haben könnten als bisher angenommen“, beschreibt Dr. Wolter die Ausgangslage für die Studie.

Möglicher Grundstein für praktikable und günstige Früherkennungsmethode

Für die zwischen 2009 und 2014 durchgeführte Untersuchung wurden insgesamt 4.252 Patienten mit Verdacht auf eine KHK oder die Verschlechterung einer bereits bekannten KHK untersucht. Die Teilnehmer waren zwischen 58 und 78 Jahren alt und wiesen ein typisches kardiovaskuläres Risikoprofil auf: 84,7 Prozent hatten einen erhöhten Blutdruck, 26,6 Prozent litten an Diabetes mellitus, 69,1 Prozent an Fettstoffwechselstörungen und 19,7 Prozent waren aktive Raucher. 23 Monate nach der Untersuchung waren 182 Patienten – 4,2 Prozent der Männer und 4,5 Prozent der Frauen – verstorben.

„Es hat sich gezeigt, dass Troponin I ein unabhängiger Risikofaktor ist und eine prognostische Bedeutung für die Gesamtmortalität hat“, fasst Dr. Wolter die Ergebnisse zusammen. „Auch wenn die Unterschiede nicht signifikant waren, zeigt sich, dass dieses Phänomen bei Frauen noch stärker ausgeprägt sein dürfte“.

Wenn sich diese Ergebnisse bestätigen lassen, würde das die Früherkennungsmöglichkeiten einer der weit verbreitetsten Herzkrankheiten erheblich erweitern. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit den Grundstein für eine praktikable, vergleichsweise billige und zuverlässige Methode zur Früherkennung und Risikoeinschätzung der KHK, gelegt haben“, so Dr. Wolter.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Druckfrisch: die Themen im Diabetes-Anker 4/2026
Die neue Magazin-Ausgabe ist ab sofort erhältlich: Dr. Katrin Kraatz aus der Chefredaktion stellt die Themen des Diabetes-Anker-Magazins 4/2026 vor. U.a. geht es um die Früherkennung des Typ-1-Diabetes, präventive Maßnahmen, um das erhöhte Krebsrisiko durch Diabetes zu senken sowie Tipps für abwechslungsreiches Kochen im Single-Haushalt.
Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 6/2026 | Foto: Mike Fuchs / Konstantin Yuganov – stock.adobe.com / MedTriX

4 Minuten

Frühstadium des Typ-1-Diabetes: Wie ist es, wenn man das Risiko kennt, Familie Hellemann?
Ist mehr als ein Diabetes-spezifische Antikörper bei einem Bluttest nachweisbar, liegt ein Frühstadium des Typ-1-Diabetes vor. Wie geht es einer Familie, in der eine der Töchter drei Diabetes-spezifische Antikörper und somit ein hohes Risiko hat, bald einen Diabetes zu entwickeln? Das berichten Katrin, Jule und Angelina Hellmann im Interview.
Frühstadium des Typ-1-Diabetes: Wie ist es, wenn man das Risiko kennt, Familie Hellmann? | Foto: privat

17 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

    Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.

    Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
    individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.

    So können Kinder lernen, wachsen und
    selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
    Unsere Mission ist einfach:

    ✔ Kindern Sicherheit geben
    ✔ Familien den Alltag erleichtern
    ✔ Kita- und Schulteams entlasten
    ✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.

    Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.

    Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.

    Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
    📧 moin@hanseatic-kids.de
    📞 040 851 59 747

    Uploaded ImageUploaded Image
  • Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/

  • Viele Menschen mit Typ-1-Diabetes berichten, dass sich ihr Insulinbedarf im Verlauf des Menstruationszyklus verändert – oft deutlich spürbar, aber bisher kaum systematisch erfasst.

    Genau hier setzt die TIMES-Studie an. Wir möchten besser verstehen, wie sich der Zyklus auf Glukosewerte und Insulinbedarf auswirkt – und wie Betroffene damit im Alltag umgehen.

    👉 Wen suchen wir?
    Personen mit Typ-1-Diabetes (18–40 Jahre), wohnhaft in Deutschland, mit regelmässigem Menstruationszyklus und Nutzung eines automatisierten Insulinabgabesystems.

    👉 Was bedeutet die Teilnahme?
    Dauer: 6 Monate, bequem alles von zu Hause aus
    Erfassung von Insulin-, Zyklus- und Aktivitätsdaten
    Als Dankeschön: Clue-Abo (1 Jahr), Garmin-Uhr (zum Behalten) + Aufwandsentschädigung (siehe Flyer)

    Mit eurer Teilnahme helft ihr, Diabetes-Technologien zukünftig besser an zyklusbedingte Veränderungen anzupassen 💙

    Mehr Infos im Flyer 👇

    Uploaded Image
Verbände