Viele Werte sind zu hoch

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Viele Werte sind zu hoch

Aufklärungsaktion Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 – ausgewertete Risikocheckbögen zeigen, dass eine effektive Diabetestherapie nicht selbstverständlich ist. Umso wichtiger ist die regelmäßige Blutzuckerselbstmessung mit dem Ziel, den HbA1c-Wert unter 7 Prozent zu halten. Ein Bericht aus Potsdam.

Balancieren am Rande der Zuckerkrankheit

42 Prozent der Nichtdiabetiker, deren Daten an den Aktionsständen 2013 in anonymen Risikocheckbögen erfasst wurden, hatten ein leicht, moderat oder stark erhöhtes Risiko, in den nächsten 10 Jahren Diabetiker zu werden: Sie hatten Bluthochdruck, Übergewicht, wenig Bewegung und/oder einen ungesunden Speiseplan, dazu oftmals eine genetische Vorbelastung. Damit balancieren sie am Rande der Zuckerkrankheit, ohne es zu wissen.

Dazu kommt, dass 30 Prozent der Diabetiker bei Gesünder unter 7 2013 einen unzureichend eingestellten Langzeitblutzuckerwert hatten: Ihr HbA1c lag über 7 Prozent.

Risiko verringern!

Prof. Dr. Andreas Pfützner, Mainz, bei der Auftaktaktion 2014 in Potsdam: „Eine HbA1c-Senkung um einen Prozentpunkt verringert das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit um 14, 12 bzw. sogar 43 Prozent, die diabetesbezogene Sterblichkeit sinkt um 21 Prozent.“

Die ROSSO-Studie, in der diese Zahlen ermittelt wurden, zeigt auch, wie es geht: Am besten schnitten Patienten mit regelmäßiger Blutzuckerselbstkontrolle ab. Nach durchschnittlich 6,5 Jahren Krankheitsdauer hatten nur 7,2 Prozent von ihnen, aber 10,4 Prozent der Patienten ohne Selbstmessung irgendwelche Folgeerkrankungen des Diabetes.

Geschätzter Langzeitwert

Als Experte für Diabetestechnologie präsentierte Pfützner im Stern-Center Potsdam das Blutzuckermessgerät MyStar Extra (wir berichteten). Damit können Menschen mit Diabetes ihren aktuellen Blutzuckerwert messen und auch einen geschätzten HbA1c-Wert abrufen. Pfützner: „Der HbA1c-Schätzwert ersetzt nicht den Arztbesuch. Aber der Patient kann sich damit auf dem Laufenden halten und sich besser auf den nächsten Termin in der Schwerpunktpraxis vorbereiten.“

In Potsdam gab es Vorträge und Beratung sowie kostenlose Messungen von Blutzucker, Blutdruck, Taillenumfang und HbA1c – außerdem spannende Live- und Mitmach-Aktionen. So konnten die Besucher sich bei Wii-Spielen vor dem Bildschirm sportlich betätigen. Die Kinder waren eingeladen, ein Gesünder-unter-7-Poster für einen guten Zweck zu malen.

Leckere und gesunde Speisen von Johann Lafer

Und Starkoch und Publikumsmagnet Johann Lafer bereitete im Foyer der Einkaufshalle leckere und gesunde Speisen zu, wie immer aus frischen Zutaten der Region. Die Aufklärungstour wird am 15. und 16. Mai im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim fortgesetzt.

… im Sinne der eigenen Gesundheit: „Als Botschafter der Aktion habe ich gelernt, wie wichtig es für Menschen mit Diabetes ist, dass der Langzeitblutzuckerwert unter 7 Prozent liegt“, sagte Starkoch und Botschafter der Aktion Johann Lafer.

von Simone Reisdorf

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (5) Seite 45

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße