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Warum wirkt sich Stress auf den Blutzuckerspiegel aus?
3 Minuten
Mein vierwöchiges Praktikum ist zu Ende. Ich möchte Lehrerin werden, also wieder vier Wochen in einer Schule. Ich habe direkt meinem Team und meinen Schülerinnen und Schülern von meinem Diabetes erzählt und die Insulinpumpe gezeigt. Die Reaktion: „Das kennen wir schon, hatte die Referendarin vor dir auch!“ Schön, hier sitzen also Profis. 😉
Die Insulinpumpe war dann doch neu. Das Verständnis von allen war wieder sehr groß, dass ich ab und an mal messe und mich dazu auch nicht verstecken werde. Das hat mich wieder bestätigt, offen mit meinem Diabetes umzugehen. Außerdem haben mich die Lehrkräfte gebeten, die leeren Teststreifendöschen zum Basteln dazulassen. Toll, dass mein Abfall noch kreativ aufgewertet werden kann.
Vier Wochen, die ganz anders als mein Alltag waren
Was bedeuten vier Wochen Praktikum außer Unterricht vorbereiten, nachbereiten und halten noch? Frühes Aufstehen, anderer Essensrhythmus – zum Glück immer recht regelmäßig, so dass ich meine Einstellung schnell anpassen konnte.
Vier Wochen, die so ganz anders als mein Alltag waren. Das hat sich auch beim Blutzucker bemerkbar gemacht. Doch an manchen Tagen bemerkte ich sehr hohe Werte über mehrere Stunden. Katheter in Ordnung, Insulin frisch gewechselt, mehrfach gegengemessen – was war los?

Habe ich an alles gedacht?
An diesen Tagen standen jeweils Unterrichtsbesuche an. D.h. jemand, der beurteilt, wie ich Unterricht gebe, wie ich vorbereitet bin. Quasi ein Test für Lehrer. An diesen Tagen und an den Tagen davor stand ich extrem unter Stress: Habe ich alles vorbereitet, kopiert, verschriftlicht, an passende Stelle gelegt? Habe ich genug Teststreifen, Traubenzucker und Saft für Notfälle dabei?
Stress? Da war doch was!
Die Gegenspieler des Insulins sind unter anderem Glukagon, Adrenalin und Cortisol. Adrenalin und Cortisol zählen zu den Stresshormonen. Der Körper schüttet sie aus, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen und Energie in Form von Glukose (Zucker) bereitzustellen. Für den stoffwechselgesunden Körper bedeutet dies, dass mehr Insulin ausgeschüttet wird.
Ha! Der Fehler für uns Diabetiker: Geht ja nicht! Müssen wir selbst tun. Das Problem ist aber: Wir wissen nicht, wie viel Cortisol und Adrenalin und damit Glukose unser Körper bereitgestellt hat und wie sich das auswirkt. Wir sehen nur irgendwann erhöhte Werte und müssen reagieren.

Von wegen, Diabetes ist einfach
Wenn die Stresssituation vorbei ist, fährt der Körper die Menge von Adrenalin und Cortisol wieder runter. Korrigiere ich jetzt zu viel, habe ich rucki-zucki eine Hypoglykämie. Von wegen, Diabetes ist einfach. Nach langem Ausprobieren habe ich für mich herausgefunden: Wenn ich nur eine kurze Stresssituation wie eine Prüfung habe, korrigiere ich weniger als üblich.
Auch in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu bewahren, erfordert Übung und jedes Mal aufs Neue Mut für Entscheidungen. Gilt nicht nur, doch auch für uns Diabetiker.
Offener Umgang sowie eine gute Notfallausrüstung schaden nicht
Meine Tipps für PraktikantInnen, BerufseinsteigerInnen und so weiter: Nehmt euch Zeit, euch an neue Situationen zu gewöhnen. Auszeit und freie Zeit sind nicht nur für den Blutzucker wichtig. Ungewöhnliche Blutzuckerwerte gehören dazu, erfordern Ursachenforschung und den Versuch, den Diabetes beim nächsten Mal besser zu verstehen. Ein offener Umgang sowie eine gute Notfallausrüstung schaden nicht.
Ab geht es in die freien Tage
Ich hatte vier anstrengende, bereichernde und lustige Wochen im Praktikum und bin stolz auf ganz leicht erhöhte, sonst aber stabile Blutzuckerwerte. 🙂 Bevor das Semester losgeht, gönne ich meinem Körper noch freie Tage, um die Stresshormone wieder zu reduzieren, gute Blutzuckerwerte zu erzielen und ganz einfach den Kopf frei zu bekommen.

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diahexe postete ein Update vor 1 Woche
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747



Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.