- Behandlung
Wie eine Ketoazidose entsteht
2 Minuten

Eine Blutübersäuerung durch Ketonkörperbildung, die „Ketoazidose“, entsteht meist nach einigen Stunden des Insulinmangels. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Typ-1-Diabetes, die noch nicht wissen, dass sie Typ-1-Diabetes haben. Kritische Situationen sind immer auch solche, in denen, obwohl dringend nötig, kein Insulin zugeführt wird, man denke nur an eine defekte Insulinpumpe.
Besonders gefährdet durch eine Ketoazidose sind Menschen, die einen Typ 1-Diabetes haben und die noch gar nichts davon wissen. Ob es für diese Patientengruppe bald eine Frühdiagnose gibt und wie diese aussieht, erläutern wir ebenfalls in diesem Schwerpunktthema.
Ketoazidose – was ist das überhaupt?
Insulin hat im Körper drei wesentliche Aufgaben: Die erste ist, dass mit Hilfe von Insulin Traubenzucker aus dem Blut in die einzelnen Körperzellen gelangen kann; die zweite Funktion des Insulins ist das Hemmen der Zuckerproduktion in der Leber. Dies ist auch sinnvoll, denn wenn genügend Zucker im Blut ist und deshalb Insulin freigesetzt wird, benötigt man keine weitere Zuckerproduktion.

Dritte Aufgabe ist das Hemmen des Fettabbaus, also der „Lipolyse“; die Funktion ist ebenfalls sinnvoll, denn wenn genügend Traubenzucker im Blut ist, benötigt der Körper nicht den „Ersatztreibstoff“ aus den Fettdepots.
- Insulininjektion mehrfach vergessen oder weggelassen
- defekter Insulinpen oder defekte Insulinpumpe
- Katheterverschluss bei Insulinpumpentherapie
- erhöhter Insulinbedarf bei Begleiterkrankung (Magen-Darm-Infekt, anderer Virusinfekt usw.)
- Diabetesakzeptanzstörung mit Vernachlässigen der Therapie
Fehlt Insulin im Blut, zum Beispiel, weil die Insulininjektion vergessen wurde oder mehr Insulin benötigt als gespritzt wurde, dann beginnt nach einiger Zeit die Lipolyse unkontrolliert abzulaufen. Beim Auflösen dieser Fettdepots entstehen saure Substanzen, die das Blut übersäuern. Eine Übersäuerung des Blutes bezeichnet man als Azidose, und da die Substanzen, die in diesem Fall zur Übersäuerung des Blutes führen, als Ketonkörper bezeichnet werden, spricht man von einer Ketoazidose.
Gefahr erkennen: die Symptome einer Ketoazidose
Eine Ketoazidose entsteht nicht innerhalb weniger Minuten. Meist entsteht sie nach einigen Stunden des Insulinmangels. Dies erkennt der Betroffene daran, dass die Zuckerwerte im Körper ansteigen (wie hoch sie bei einer Ketoazidose ansteigen, dazu mehr im nächsten Artikel). Gleichzeitig verspüren die meisten Menschen Durst und fühlen sich aufgrund des Energiemangels schwach. In einigen Fällen kann eine Ketoazidose aber auch unbemerkt bleiben, insbesondere dann, wenn die Glukosewerte nicht regelmäßig überwacht werden.
Was eine Ketoazidose begünstigt
Neben der vergessenen Insulininjektion oder einer defekten Insulinpumpe/eines defekten Insulinpens sind es vor allem Begleiterkrankungen, die eine Ketoazidose begünstigen: Magen-Darm-Infekte, grippale Infekte oder sonstige Erkrankungen, bei denen der Körper aufgrund des krankheitsbedingten Stresses mehr Insulin benötigt, als ihm zur Verfügung gestellt wird. Gefährlich wird es immer auch dann, wenn die Symptome der Ketoazidose nicht beachtet werden, weil die Symptome der Begleiterkrankungen (wie Brechdurchfall) stärker sind.
Daher sollte man wissen, welche Erkrankungen und welche Umstände besonders häufig zu einer Ketoazidose führen können (Info-Kasten). Es ist außerdem wichtig zu wissen, was man bei Verdacht auf eine Ketoazidose richtigerweise tut: Dies erfahren Sie im nächsten Artikel.
- Wie eine Ketoazidose entsteht
- Der Ketoazidose vorbeugen durch Frühdiagnostik
- Ketoazidose: manchmal auch bei normalen Messwerten
- Gut geschult?
von Prof. Dr. med. Thomas Haak
Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim,
Theodor-Klotzbücher-Straße 12, 97980 Bad Mergentheim,
E-Mail: haak@diabetes-zentrum.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (4) Seite 22-23
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lena-schmidt postete ein Update vor 3 Tagen, 14 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße