Zu viele Blutdruck-Tabletten?

2 Minuten

Zu viele Blutdruck-Tabletten?

Ein Patient möchte wissen, ob die drei verschiedenen Tablettensorten, die er gegen Bluthochdruck einnehmen muss, wirklich notwendig sind.

Frage: In meiner Familie gab und gibt es viele Diabetiker, viele haben auch Probleme mit dem Blutdruck und den Cholesterinwerten. Auch mir geht es so. Zur Diabetesbehandlung und wegen des hohen Cholesterins nehme ich meine Tabletten, gegen den hohen Blutdruck kriege ich zudem drei verschiedene Tablettensorten – dadurch habe ich Blutdruckwerte von 130/70 bis zu höchstens 145/67 mmHg.

Nun möchte ich wissen, ob ich für den Blutdruck nicht zu viele Tabletten nehme, denn ich nehme ja sowieso schon so viele Tabletten ein.


Prof. Petzoldt: Die Entscheidung darüber sollten Sie am besten mit Ihrem Diabetologen besprechen. Er kennt Ihre Situation am besten und kann auch am besten beurteilen, welche Behandlungsziele Sie erreichen sollten und können. Die Blutdruckwerte erscheinen mir gut (wenn sie immer so sind wie beschrieben), denn sie sollten, wenn man sie selbst in körperlicher Ruhe misst, in der Regel nicht höher als 130/80 mmHg sein.

Dies haben Sie wohl erreicht, weil Sie die verordneten Blutdrucktabletten einnehmen. Bleiben Sie also bei der Verordnung Ihres Diabetologen und seien Sie immer nur mit normalen Blutdruckwerten zufrieden. Auch für die Messungen Ihrer Blutzucker- und Blutfettwerte wünsche ich Ihnen günstige Werte. Was das für Sie bedeutet, kann wiederum nur zusammen mit Ihrem Diabetologen und in Kenntnis Ihrer Gesamtsituation entschieden werden.

Der Diabetologe könnte Ihnen, wenn nichts dagegen spricht, folgende Zielwerte empfehlen: HbA1c bis höchstens 6,5 Prozent (48 mmol/mol), Cholesterin unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l), LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l), HDL-Cholesterin über 45 mg/dl (1,2 mmol/l), Triglyzeride unter 150 mg/dl (1,7 mmol/l). Seien Sie erst mit solchen Werten zufrieden, auch wenn Sie deshalb mehr Tabletten benötigen.

Haben auch Sie eine medizinische Frage an Prof. Petzoldt?

… dann schreiben Sie ihm per Post oder E-Mail:

Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt​
Schubertstraße 6, 32545 Bad Oeynhausen
E-Mail: brpetzoldt@t-online.de

Beantwortete Fragen veröffentlichen wir im Diabetes-Journal sowie hier auf diabetes-online.de – natürlich anonym.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (1) Seite 34

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Künstliche Intelligenz in der Diabetes-Behandlung: Was Algorithmen heute schon leisten
Ob Früherkennung von Netzhautschäden, Unterstützung bei der Insulindosierung oder Vorhersage von Unterzuckerungen: Künstliche Intelligenz spielt in der Diabetes-Behandlung eine zunehmend wichtige Rolle.
Künstliche Intelligenz in der Diabetes-Behandlung: Was Algorithmen heute schon leisten | Foto: sirichai – stock.adobe.com

2 Minuten

Fachverbände vermissen in geplantem Digital-Gesetz für den Gesundheitsbereich Regelungen fürs digitale DMP
Ein neues Digital-Gesetz soll für den Gesundheitsbereich ein datengestütztes Ökosystem ermöglichen. DDG und BVND begrüßen die angestrebte digitale Transformation. Sie vermissen allerdings Regelungen für das digitale Disease-Management-Programm (DMP) und wünschen sich Nachbesserungen.
Medizinische Fachkraft in Schutzkleidung hält ein Tablet; darüber sind digitale Darstellungen von Organen, Blut- und DNA-Tests sowie weiteren Gesundheitsdaten eingeblendet.

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße