Ausdauer- und Muskeltraining verbessern Stoffwechsel

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© Robert Kneschke - Fotolia
Ausdauer- und Muskeltraining verbessern Stoffwechsel

Die Hose kneift, die Kondition hat nachgelassen, auch Stoffwechseleinstellung und Stimmung haben sich in den Wintermonaten verschlechtert – für Menschen mit Diabetes, aber auch für bislang Stoffwechselgesunde, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, wieder mehr Bewegung in ihren Alltag zu bringen. Darauf weist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hin.

Runter von der Couch und raus aus dem Büro: Wieder länger werdende Tage, die Aussicht auf bald mildere Temperaturen und Änderungen im Tagesablauf können Bewegungsmuffeln den Start in ein aktiveres Leben erleichtern: „Menschen mit oder ohne Diabetes, die neu oder nach einer längeren Pause mit Sport beginnen möchten, können zunächst durch mehr Aktivität im Alltag Grundkondition aufbauen“, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg-Bergedorf.

„Wer zum Beispiel einen Teil seines Arbeitsweges zu Fuß zurücklegt, die Treppe statt den Aufzug nimmt oder die Mittagspause für einen Spaziergang nutzt, kann seinen Stoffwechsel bereits verbessern.“ Im Büro Tätige sollten längeres Sitzen alle 30 Minuten durch kleine Bewegungseinheiten wie z.B. Wechsel der Arbeitsposition unterbrechen.

eSport ersetzt keine reale körperliche Aktivität und kann Diabetes begünstigen

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird „eSport“ immer beliebter: Auf Spielekonsolen oder PCs wettkampfmäßig ausgetragene virtuelle Sportsimulationen fördern zwar Eigenschaften wie Koordinations- und Reaktionsfähigkeit, ersetzen jedoch keine reale körperliche Aktivität. Einer aktuellen Studie der Sporthochschule Köln zufolge sitzen über 50 Prozent der 1.200 befragten Computerspieler mehr als 20 Stunden die Woche vor dem Spielbildschirm.

Und obwohl 84 Prozent zusätzlich klassischen Sport betreiben erreichen nur knapp die Hälfte das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene wöchentliche Mindestmaß für Bewegung: Jeder sollte pro Woche mindestens 2,5 Stunden mäßig anstrengende Ausdaueraktivität sowie an mindestens zwei Tagen muskelkräftigende Aktivitäten einplanen. „Wir betrachten die Entwicklung des eSport-Trends mit großer Sorge, denn langes Sitzen fördert nun mal die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2“, bemerkt Dr. Kröger.

Körperliche Aktivität verbessert Leistungsfähigkeit, Stresstoleranz und Lebensqualität

„Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2, aber auch bislang Stoffwechselgesunde bewegen sich optimalerweise fünf bis sechs Mal pro Woche für je mindestens eine halbe Stunde“, erklärt Dr. Kröger. „Ideal ist dabei Ausdauersport, da er Kalorien verbrennt, das Herz-Kreislauf-System und die Lunge stärkt.“ Dazu zählen beispielsweise Wandern, Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen. Auch Muskeltraining ist wichtig. Durch den Muskelaufbau verbessert sich die Insulinsensibilität. Es gelangt wieder mehr Glukose in die Zellen und der Blutzuckerspiegel sinkt. Aktive Menschen mit Diabetes Typ 2 benötigen dadurch in vielen Fällen weniger Insulin oder Tabletten.

Der behandelnde Arzt kann Betroffene individuell beraten, welcher Sport oder welche Fitnessverbesserung in welcher Intensität am besten geeignet ist. Darüber entscheiden auch möglicherweise bereits bestehende Folgeerkrankungen, etwa am Herz-Kreislauf-System: Für einen Menschen mit Diabetes und Koronarer Herzkrankheit (KHK) kann eine spezielle Herzsportgruppe die richtige Wahl sein. Senioren mit Diabetes wird Beweglichkeits- und Geschicklichkeitstraining zwei- bis dreimal die Woche empfohlen. „Unabhängig vom Leistungsniveau steigert körperliche Aktivität die allgemeine Leistungsfähigkeit, Stresstoleranz und verbessert die Lebensqualität“, so Jens Kröger.


Quelle: Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 2 Wochen

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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