Bewegung am Schreibtisch tut Körper und Seele gut

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© Dominik Buschardt/DGUV
Bewegung am Schreibtisch tut Körper und Seele gut

Das Institut für Arbeitsschutz und die Deutsche Sporthochschule belegen anhand der Ergebnisse einer Praxisstudie die positiven physiologischen und psychologischen Effekte von dynamischen Arbeitsstationen.

Unsere Arbeitswelt wird immer digitaler; das bedeutet aber auch: Die Zahl derer, die im Sitzen arbeiten, steigt und damit die Gefahr von Gesundheitsschäden durch mangelnde Bewegung. Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) der und die Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS Köln) haben in einer gemeinsamen Praxisstudie mit der Deutschen Telekom AG nachgewiesen, dass speziell bewegungsfördernde Arbeitsstationen im Büro nicht nur gut angenommen werden, sondern auch körperlich und psychisch förderlich sein können.

Büroangestellte sitzen insgesamt elf Stunden pro Tag

Nach Zahlen der Deutschen Krankenversicherung aus dem Jahr 2016 sitzen Deutsche mit Bürojobs durchschnittlich elf Stunden pro Tag. In Deutschland arbeiten inzwischen deutlich mehr als 40 Prozent der Beschäftigten an solchen bewegungsarmen Arbeitsplätzen. Hinzu kommen lange Anfahrtswege zur Arbeitsstelle. Und auch die Freizeitgestaltung ist immer öfter von Bewegungsmangel vor dem Fernseher oder dem Computer geprägt.

Die gesundheitlichen Folgen: chronische Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, ein erhöhtes Risiko für Typ-II-Diabetes, Übergewicht, Muskel-Skelett-Beschwerden durch körperliche Unterforderung und einseitige Haltungen, aber auch psychische Effekte wie depressive Verstimmungen oder Antriebsarmut.

Bewegung am Schreibtisch verhindert Stress- und Beanspruchungszustände

„Marktübliche Konzepte zur Bewegungsförderung verknüpfen die Schreibtisch- und Computerarbeit mit leichten Radfahrbewegungen. Unsere Studienergebnisse (Hintergründe zum Studienaufbau: siehe nachfolgenden Kasten) zeigen, dass diese bewegungsfördernden Arbeitsstationen tatsächlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben“, sagt Professor Dr. Rolf Ellegast, stellvertretender IFA-Leiter.

Studienaufbau


Das IFA hat bereits 2005 damit begonnen, Möglichkeiten der Bewegungsförderung im Büro zu untersuchen, zunächst mit Blick auf die Eignung aktivierender Bürostühle. In der Folge haben Fachleute des Institutes ein Bewegungsmesssystem zur Analyse der physischen Aktivität entwickelt und Laborstudien an dynamischen Büroarbeitsplätzen durchgeführt.

Der aktuellen Feldstudie gingen Untersuchungen im Labor mit einem kleinen Probandenkollektiv von 12 Personen voraus. Die dabei ermittelten Ergebnisse sollten in der Praxis evaluiert werden, da der Kenntnisstand zur Nutzung innovativer dynamischen Arbeitsstationen in realen Büroumgebungen sehr begrenzt ist. Auch ist wenig zu den physiologischen und psychologischen Effekten solcher Bewegungsangebote in der Praxis bekannt, obgleich die Studienlage zu dynamischen Arbeitsstationen bis in das Jahr 1989 zurückreicht.

Ziel der Forschung war es deshalb, Nutzungseffekte und Nutzungsbedingungen im Feld zu untersuchen. Auch sollten verschiedene dynamische Stationen hinsichtlich dieser Aspekte miteinander verglichen werden. Dazu kooperierte das IFA mit der Sporthochschule Köln als Forschungspartner und mit der Deutschen Telekom AG, die Probanden und Büroumgebung stellte.

Die Studie bestand aus drei getrennten Untersuchungsteilen:

  1. Objektive Verhaltenserfassung zur Ausleihe und Nut¬zung dynamischer Arbeitsstationen.
  2. Physiologische Untersuchung, um Beanspruchungsunterschiede zwischen Nutzung und Nicht-Nutzung zu messen.
  3. Psychologischer Untersuchung von drei Aspekten:
    • – Bewertung der Intervention (z. B. Nutzbarkeit, Handhabbarkeit, subjektiv erlebte Effekte)
    • – Befindlichkeitseffekte über die gesamte Interventionszeit (vorher/nachher)
    • – Unmittelbare Befindlichkeitseffekte eines einzelnen Nutzungszeitraumes.

Durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom AG ergab sich die Grundgesamtheit der Teilnehmenden aus Beschäftigten des Unternehmens. Die Betroffenen arbeiteten in einer administrativen Abteilung der Konzernzentrale, wo sie mit Bildschirmarbeit und Lese- und Schreibaufgaben betraut sind.

Insgesamt nahmen 30 Personen (13 Frauen, 17 Männer) an der Untersuchung teil. Sie waren durchschnittlich 43 Jahre (SD = 11,5 Jahre) alt mit einem durchschnittlichen
BMI von 24,4 (SD = 6,6). Die Teilnahme an allen Datenerhebungen war freiwillig und konnte jederzeit beendet werden. Zum Vergleich der Daten diente eine Kontrollgruppe aus einer weiteren Abteilung des Unternehmens.

Für den Zeitraum von sechs Wochen mit insgesamt 28 regulären Arbeitstagen standen den Teilnehmenden acht dynamische Arbeitsstationen zur Ausleihe zur Verfügung. Vier davon waren mobile Untertischgeräte mit einer elliptischen Beinbewegung. Die weiteren vier waren mobile Fahrradergometer mit einer aufrechten Sitzposition, die an höhenverstellbaren Schreibtischen eingesetzt werden können.

Ein speziell entwickeltes System erfasste die Dauer der Geräteausleihe durch eine bestimmte Person. Fahrradsensoren registrierten die tatsächliche Länge der Nutzung.

Die untersuchten bewegungsfördernden Arbeitsstationen sind am Markt käuflich erhältlich. Dem IFA erwachsen aus den Studienergebnisse keine finanziellen Vorteile.

„Wenn Beschäftigte die Arbeitsstationen nutzen verbessern sich Stimmung und Arbeitsbereitschaft merklich“, so Prof. Jens Kleinert, Leiter des Psychologischen Instituts der Deutschen Sporthochschule. Die Kölner konnten außerdem zeigen, dass die Effekte der Geräte von der Trainingshäufigkeit abhängen. „Dreimal pro Woche muss schon sein, damit das Wohlbefinden langfristig profitiert“, so Kleinert. Es scheint so zu sein, dass in diesen Fällen die regelmäßige Bewegung am Schreibtisch das Aufschaukeln von Stress- und Beanspruchungszuständen verhindern kann.

Energieumsatz und Herzfrequenz waren an dynamischen Arbeitsplätzen höher

Auch körperliche Veränderungen waren in der untersuchten Gruppe von 30 Beschäftigten der Deutschen Telekom AG über einen Zeitraum von sechs Wochen an realen Arbeitsplätzen nachweisbar So waren Energieumsatz und Herzfrequenz der Testpersonen an dynamischen Arbeitsplätzen statistisch signifikant höher als bei normaler Arbeit im Sitzen.

Ellegast vom IFA: „Die Weltgesundheitsorganisation fordert zur Gesunderhaltung von Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate bis intensive Aktivität pro Woche. Diese Forderung erfüllen die Probanden, wenn sie die untersuchten Arbeitsstationen täglich gut eine Stunde nutzen. Aus unserer Sicht haben damit solche Arbeitsplatzkonzepte das Potenzial, Übergewicht vorzubeugen.“

In der Studie, die auf Voruntersuchungen des IFA im Labor aufbaute, konnten die Forscher der Deutschen Sporthochschule zudem zeigen, dass Beschäftigte in der Praxis dynamische Arbeitsstationen gut annehmen und positiv bewerten. Ellegast: „Bei unserem Studienpartner, der Deutschen Telekom AG, haben die Ergebnisse die Entscheidung begründet, zukünftig größere Stückzahlen solcher Arbeitsstationen einzusetzen. Wir hoffen, dass weitere Unternehmen diesem Beispiel folgen.“


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Sporthochschule Köln

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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