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Gesundes Wandern bei Diabetes: Scheu vor Bewegung nehmen
3 Minuten
Gehen ist eine der natürlichsten Bewegungsformen, die in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen durchführbar und verfügbar ist. Gehen erfordert kein Fachwissen und keine logistische Unterstützung, kann an verschiedenen Orten durchgeführt werden und ist für die meisten Menschen mit Diabetes im täglichen Leben leicht anwendbar. Ein idealer Ausgangspunkt für die Aktion „Gesundes Wandern bei Diabetes“.
In seinem Artikel aus dem Jahr 1997 beschreibt der Epidemiologe Professor Jeremiah Noah Morris trefflich: „Gehen ist eine rhythmische, dynamische, aerobe Aktivität der großen Skelettmuskeln, die die vielfältigen Vorteile dieser Aktivität mit minimalen nachteiligen Effekten verbindet. Gehen ist die Aktivität, die dem perfekten Training am nächsten kommt.“
Auch das Risiko für Typ-2-Diabetes lässt durch Bewegung reduzieren
Es gibt eine gute wissenschaftliche Studienlage, dass körperliche Aktivität zur Risikoreduktion der Entstehung von Typ-2-Diabetes geeignet ist. Die Metaanalyse von Aune et al. liefert bereits deutliche Hinweise auf einen umgekehrten Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Risiko für Typ-2-Diabetes.
In dieser Arbeit wurde auch schon der positive Effekt des Gehens auf die Risikoreduktion des Typ-2-Diabetes anhand von sieben Kohortenstudien und 326.779 Teilnehmern gezeigt. Eine der wesentlichen Aussagen: Je 20 MET-Stunden körperlicher Aktivität pro Woche in der Freizeit sinkt das Diabetesrisiko um 15 Prozent. MET meint „Metabolic Equivalent of Task (deutsch: „metabolisches [auf den Stoffwechsel bezogenes] Äquivalent“). Es beschreibt den Energieverbrauch eines Menschen in Ruhe.
Gesundes Wandern bei Diabetes: Gute Gründe, bei Diabetes zu gehen
Gehen verbessert die Blutzuckereinstellung bei Typ-2-Diabetes und sollte als eine Form des aeroben Trainings für die meisten Menschen mit Diabetes empfohlen werden. Wichtige Gründe dafür sind:
- Der Blutzuckerspiegel sinkt und der HbA1c-Wert wird signifikant gesenkt. Die Insulinempfindlichkeit steigt. Das Gehen kurz vor oder nach den Mahlzeiten scheint den postprandialen Anstieg des Blutzuckerspiegels und der Glukosevariabilität stärker zu senken als zu anderen Zeitpunkten.
- Kurze Spaziergänge zur Unterbrechung einer längeren sitzenden Tätigkeit wirken sich günstig auf das Blutzuckerprofil von Menschen mit Diabetes aus.
- Einige wenige randomisierte, kontrollierte Studien zeigten durchweg verbesserte Blutzuckerprofile nach Unterbrechung des langen Sitzens bei Typ-2-Diabetes, z.B. drei Minuten alle 30 Minuten, und dieser Effekt blieb über mehrere Stunden erhalten.
- Regelmäßiges Gehen begünstigt eine leichte Senkung von Körpergewicht und Blutdruck.
- Einige randomisierte, kontrollierte Studien deuten auf eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und eine Verringerung der Notwendigkeit einer pharmakologischen Therapie hin.
- Gehen verbessert signifikant die kardiorespiratorische Fitness (VO2max) bei Typ-2-Diabetes.
- Die Informationen zur Verbesserung der Muskelkraft sind begrenzt und uneinheitlich.
Gehen könnte sich günstig auf chronische Komplikationen bei Diabetes auswirken. Die Verbesserung des kardiovaskulären Risikos oder auch günstige Veränderungen bei verschiedenen funktionellen Aspekten der diabetischen Neuropathie sind berichtet. Liegen Folgeerkrankungen vor, ist es ratsam, bei den Empfehlungen zum Gehen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes eine maßgeschneiderte medizinische und funktionelle Bewertung vorher anzustreben.
Das Konzept von „Gesundes Wandern bei Diabetes“
Am 6. Mai 2023 hat die AG Diabetes, Bewegung & Sport der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bundesweit gesundes Wandern angeboten, organisiert gemeinsam mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Warum ist gerade bei Diabetes die kompetente Begleitung wichtig? Es sind bei Menschen mit Diabetes einige Barrieren für die Bewegung bekannt. Zwei sind von besonderer Bedeutung: die Angst vor Unterzuckerung und die Angst vor Verletzung. Deshalb ist es sinnvoll und notwendig, die erste Wandererfahrung durch ein Diabetes-Team zu begleiten und nicht durch einen in diesem Aspekt unerfahrenen Wanderführer.

Die Teilnehmer sollten Blutzuckermessgerät und Teststreifen, Traubenzucker oder Fruchtsaft und gutes, passendes Schuhwerk mitbringen. Vor, während und nach der Wanderung wurde der Blutzucker gemessen und praktische Tipps für gesundheitsförderndes Wandern vermittelt. Durch die Messungen sollten die Teilnehmer kennenlernen, wie ihr Körper auf die Bewegung im Blutzuckerverhalten reagiert. Mit diesem Wissen können sie sich bei den nächsten Wanderungen möglicherweise schon allein sicher auf den Weg zu machen.
Schon kurze Wanderungen und wenig Bewegung tun gut
Bereits kurze Wanderungen können sehr wohltuend sein. Drängende Fragen wurden an diesem Aktionstag beantwortet, z.B. „Wie viel kann ich mir zutrauen? Und welche Belastung ist geeignet, um den Diabetes durch Bewegung wirksam zu behandeln?“, . Während einer 90-minütigen Wanderung mit einer Länge von drei bis fünf Kilometern wurden zwei bis drei Aktivpausen für Koordinations- oder Stabilisationsübungen eingebaut. Für die Intensität wurde als Regel „Laufen ohne Schnaufen“ ausgeben.
von Dr. Stephan Kress und Dr. Peter Borchert für die AG Diabetes, Bewegung & Sport
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diahexe postete ein Update vor 3 Tagen, 4 Stunden
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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ckmmueller postete ein Update vor 6 Tagen, 15 Stunden
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 3 Tagen, 4 Stunden
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747


