Gesundheitskurse: Prävention und Bonus

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Gesundheitskurse: Prävention und Bonus

Wenn man das bunte Bild an interessanten und innovativen Bewegungsangeboten sieht, glaubt man kaum, welch bürokratisches Werk die Gesundheitskurse der Krankenkassen regelt: der Leitfaden Prävention zur Umsetzung des § 20 Abs. 1 SGB V.

Neben der Bewegung geht es im Leitfaden Prävention um die Themen Ernährung, Stressabbau und Suchtmittel. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – aktuelle Daten aus dem Robert Koch-Institut belegen zweifelsfrei: Uns Deutschen mangelt es an Bewegung.

Auch Diabetiker profitieren von Präventionsangeboten

Genau hier setzen die Präventionskurse der Krankenkassen an. Vorgebeugt werden soll vornehmlich Problemen im Bereich des Herz-Kreislauf-Systems, des Muskel- und Gelenkapparates sowie des Stoffwechsels. Auch wenn die Bewegungsangebote sich gemäß Leitfaden Prävention primär an gesunde Versicherte richten, profitieren Menschen mit Diabetes natürlich auch von den vielfältigen Präventionsangeboten.

Die Frage, ob Sie als Diabetiker eher an einem Rehabilitationskurs (hierzu mehr im Mai) oder an einem Präventionskurs der Krankenkasse teilnehmen sollten, ist letztlich individuell und abhängig von Diabetestherapie und Begleiterkrankungen zu entscheiden – gemeinsam mit Ihrem Arzt und dem Kursleiter.

Voraussetzungen für die Anerkennung durch Krankenkassen

Für eine Anerkennung der Kurse durch die Krankenkasse müssen besondere inhaltliche Voraussetzungen erfüllt sein: So werden z. B. Maßnahmen, die vor allem dem Erlernen einer Sportart dienen, sowie überwiegend gerätegestützte Angebote nicht gefördert.

Auf die fachliche Qualifikation der Kursleiter wird sehr viel Wert gelegt; anerkannt werden nur Fachkräfte mit staatlich anerkanntem Berufs- oder Studienabschluss im Bereich Bewegung. Seit Januar 2014 übernimmt die Zertifizierung der Präventionskurse für die meisten Krankenkassen die Zentrale Prüfstelle Prävention.

Zwei Gesundheitskurse für jeden Versicherten pro Jahr

Die Krankenkasse darf für jeden Versicherten zwei Gesundheitskurse pro Jahr fördern; oft haben die Krankenkassen ein eigenes Kursangebot. Die Teilnahme an den eigenen Kursen ist meist kostenlos. Zertifizierte Fremdkurse werden in der Regel mit 80 Prozent der Teilnahmegebühr unterstützt.

Wichtige Voraussetzung für die Kostenerstattung ist Ihre regelmäßige Teilnahme – auch eine Teilerstattung erhalten Sie nur, wenn Sie mindestens 80 Prozent der Kursstunden besucht haben. Eine Übersicht der Kursangebote Ihrer Krankenkasse finden Sie auf der entsprechenden Homepage.

Boni und Prämien für Teilnehmer von Gesundheitskurs

Krankenkassen fördern Bewegung nicht nur mit Präventionskursen: Im Rahmen von Bonus-Programmen belohnen viele Krankenkassen einen aktiven Lebensstil mit Geld- und Sachprämien. Bis zu 300 € pro Jahr kann die Prämie in Abhängigkeit vom eigenen Engagement betragen.

Honoriert werden u. a. eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein, Teilnahme an einer Sportveranstaltung, der Erwerb des Deutschen Sportabzeichens oder die Teilnahme an einem Bewegungskurs. Die Krankenkassen unterscheiden sich in ihren Angeboten – nachzufragen lohnt sich unbedingt!

Ob Präventionskurs oder Bonuspunkte für einen aktiven Lebensstil – die Steilvorlage der Krankenkassen sollten Sie sich nicht entgehen lassen.


Qualitätssiegel "Sport Pro Gesundheit"

Was besagt das Qualitätssiegel?

Das Qualitätssiegel

Rezept für Bewegung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und die Bundesärztekammer haben das Rezept für Bewegung entwickelt, um die Bedeutung der körperlichen Aktivität als wichtigen Baustein für einen gesunden Lebensstil zu untermauern. Dabei werden meist die mit dem Qualitätssiegel

Das Rezept für Bewegung bedeutet leider nicht automatisch, dass eine Bezuschussung durch die Krankenkassen erfolgt.

Wo findet man Kursangebote von SPORT PRO GESUNDHEIT?

Der Deutsche Olympische Sportbund stellt eine Datenbank im Internet zur Verfügung, die es problemlos ermöglicht,


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  • schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche

    Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • calvin240 antwortete vor 1 Woche

      Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • uho1 antwortete vor 1 Woche

      @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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