Hohe Erwartungen übertroffen

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Hohe Erwartungen übertroffen

Diabetes- und Sportfibel: Mit Diabetes weiter laufen“ von Ulrike Thurm und Bernhard Gehr: Stæff Blockus war eine der ersten, die sich die 4. Auflage noch vor Verkaufsstart über den Kirchheim-Verlag besorgte. Hier ihre Kritik.

Die Autoren des Buches sind Ulrike Thurm, die ich persönlich kenne, und Dr. med. Bernhard Gehr – das allein garantiert dem Buch eigentlich schon den Erfolg: Beide sind Typ-1-Dia­betiker. Ulrike hat Sport studiert, ist Gründerin der IDAA-Sektion Deutschland e. V., hat sich für die Aufhebung des weltweiten Tauchverbots für Diabetiker eingesetzt und ist Gesundheitsreferentin für Diashop. Bernhard ist Mediziner mit Zusatzqualifikation Diabetologie, arbeitet als Oberarzt und ist Sportler. Passt! Erfahrungsberichte von Freizeit- und Leistungssportlern mit vielen hilfreichen Insider-Tipps runden das Buch ab.

Für Sportler, Sportmuffel, Therapeuten

Seit weit über 20 Jahren betreibe ich sehr viel Sport – schon vor meiner Diabetes-Diagnose; nun richtet sich dieses Buch aber nicht nur an Sportprofis. Nein, die Sportfibel schafft es, vielen wichtige Infos und Tipps zu geben: Menschen mit Diabetes, die keinen Sport treiben, Sportler mit Diabetes, die ihre Therapieanpassung in Training und Wettkampf verbessern wollen, und Therapeuten, die Menschen mit Diabetes beraten und schulen – einfach allen, die sich für Sport und Diabetes interessieren.

Am Ende eines jeden Kapitels findet man eine Zusammenfassung. So kann das Buch auch super als Nachschlagewerk genutzt werden. Oder man kann es so wie ich verschlingen und direkt komplett auslesen. Es hat stolze 538 Seiten und ist gegliedert in Grundlagen, Erfahrungsberichte sowie Anhänge und Kontaktbörse.

Sport und Blutzucker: die Grundlagen

Großes Thema sind Therapieanpassungen: vor dem Sport, für kurze, lange, wechselhafte Sportarten, Ausdauer-/Kraftsportarten sowie für Sportarten mit besonderen Gefahren. Wie muss ich meine Insulintherapie anpassen, damit ich genau dann aktiv sein kann, wenn ich es möchte? Es wird auf alle Therapieformen eingegangen. Man lernt, was im Körper passiert, wenn man sportlich aktiv ist, welche Faktoren den Blutzuckerspiegel beeinflussen. Da wären: Art, Intensität, Dauer, aktive Muskelgruppen, Tageszeit, Insulinempfindlichkeit, Wirkprofil des Insulins, Trainingszustand, Ausgangswert, Glukosetrend, Medikamente, Alkohol, aktives Insulin, Stress, Wetter.

Im Kirchheim-Shop:

Diabetes- und Sportfibel

Der ideale Ratgeber für Sportanfänger, für Fortgeschrittene, die ihre Therapie-anpassung verbessern wollen sowie für Therapeuten zum Beraten und Schulen.
U. Thurm, B. Gehr; 4. Auflage 2018; 19,90 €
zum Kirchheim-Shop

Sollte man den Stoffwechsel eines Gesunden nachahmen? Welche Faktoren können dazu führen, dass der Blutzuckerwert nach dem Sport manchmal in die Höhe schießt? CGM/FGM ist natürlich auch großes Thema, schließlich ermöglicht uns die kontinuierliche Glukosemessung, weniger Zeit mit dem Diabetes während des Sports zu verbringen – bzw. an Wettkämpfen als Sportler, nicht als Diabetiker teilzunehmen. Zu Hypo- und Hyper­glyk­ämien findet man im Buch wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Gut finde ich auch die Kapitel über Sport bei Kindern und Jugendlichen, für Typ-2-Diabetiker und Diabetiker mit Folgeerkrankungen u. v. m.

Die Erfahrungsberichte

38 individuelle Erfahrungsberichte über 38 unterschiedliche Sportarten mit unzähligen Insidertipps finden sich im zweiten Teil des Buches wieder. Die Erfahrungsberichte haben mich überrascht: Es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich die Athleten mit Diabetes in ihren Disziplinen vorgehen – welche Gedanken sie sich machen, wie sie das Management im Sport vereinfachen, um mit möglichst wenig Aufwand und Zeit die bestmöglichen Blutzuckerwerte und Leistungen im Sport zu erbringen. Abgerundet wird das Ganze durch Infos und Kontaktdaten zu Verbänden, Übungsleitern, Sport- und Reha-Gruppen etc.

Fazit: „geniales Werk“!

Ich habe trotz meiner über 20-jährigen Diabetes-Karriere sooo viel dazugelernt und für die Praxis mitnehmen können. Dieses Buch ist MEGA (!!!) und hat meine hohen Erwartungen übertroffen! Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich mit meinem Erfahrungsbericht übers Spinning etwas zu diesem genialen Werk beisteuern durfte!


von Stefanie Blockus
Stefanie Blockus ist 36 Jahre, Online-Redakteurin und Leistungssportlerin aus Hannover, seit über 21 Jahren Typ-1-Diabetikerin. Ihr Motto: Diabetes ist Ausdauersport. Mehr über und von Steff lesen Sie hier: www.diabetes-leben.com und www.diabetiker.info

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (9) Seite 12-13

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Community-Feed
  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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