Immer schön cool bleiben!

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Immer schön cool bleiben!

„Bei keiner anderen Methode bin ich so bei mir“, sagt Michi (Michael Krauser) mit glänzenden Augen und einem strahlenden Gesichtsausdruck. Ich bin verblüfft, denn noch nie habe ich jemanden so begeistert über kalte Duschen reden sehen. Kalte Duschen, ach, was sag ich denn – von Eisbädern ist die Rede. Vom Leistungssport her war mir die sogenannte Eistonne zwar bekannt. Dabei baden Sportler ihren vom Training geschundenen Körper in einer Wanne oder Tonne, die mit kaltem Wasser gefüllt und mit einer Masse an Eiswürfeln garniert ist. Das soll die Durchblutung fördern und die Regeneration anregen. Doch als beliebtes Ritual habe ich dies keinesfalls in Erinnerung. Eher habe ich das mit Worten wie „Na, dann muss das halt auch noch sein“ im Gedächtnis. Umso mehr wundert es mich, dass ich jemandem in meinem Laptop-Bildschirm sehe, der sich als Fan des eiskalten Wassers outet. Für mich als bekennende Warmduscherin, die selbst im Hochsommer kaum einen Fuß ins kalte Wasser wagt, wirkt das recht ungewöhnlich. Meine Neugier ist geweckt und ich frage genauer nach.

Quelle: Video-Call Stephanie Hill und Michi Krauser

Die Wim-Hof-Methode – mehr als nur kalt duschen

Für Michi geht es um viel mehr als nur eine kalte Dusche am Morgen. Er probiert seit etwa einem Monat die sogenannte Wim-Hof-Methode aus. Diese Methode hat der Extremsportler Wim Hof erfunden. Sie besteht aus Atemübungen, Baden in kaltem Wasser und Konzentration auf den eigenen Körper. Ziel der Kombination aus diesen drei Elementen ist es, den eigenen Körper und Geist besser kontrollieren zu können. Auf der Website von Wim Hof ist unter anderem die Rede von besserem Schlaf, einem stärkeren Immunsystem und einer Reduzierung von Stress. Michi hat die Methode während seines Studiums „Bewegung und Gesundheit“ an der Universität Gießen kennen und schätzen gelernt. Seitdem hat er mehr und mehr über die Wim-Hof-Methode und über die Wirkung von Kälte und Atemübungen gelesen. Bei einem Betriebsausflug hatte er dann die Chance, die Methode gemeinsam mit Kollegen angeleitet von einem „Instructor“ selbst auszuprobieren. „Es war toll“, schwärmt Michi von diesem Event.

Quelle: Michi Krauser

Einfach mal den Kopf frei machen

Michi will mit dieser Methode seinem Körper etwas Gutes tun und seinen Kopf frei machen. Das Diabetes-Management verlangt, ständig mehrere Dinge gleichzeitig im Kopf zu behalten: Kohlenhydrate berechnen, Material bestellen, Blutzucker messen, Sensor wechseln und mehr – alles zusätzlich zum normalen Arbeitsalltag. Da ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich ab und an auch mal eine Auszeit zu gönnen. Für Michi sind die Atemübungen und das kalte Wasser etwas, bei dem er sofort alles vergessen kann und sich ganz auf sich konzentrieren kann. Im Alltag sieht das so aus: „Duschen müssen wir sowieso jeden Morgen. Ich mache das eben mit kaltem Wasser. Abends mache ich dann noch vor dem Schlafen die Atemübung“, erklärt er. Diese läuft dabei wie folgt ab: Zuerst etwa 30 bis 40 tiefe Atemzüge, dann die Luft anhalten, so lange es geht. Anschließend wieder tief einatmen, erneut die Luft etwa 15 Sekunden anhalten und dann all die Luft rauslassen. Das Ganze wird drei bis vier Mal wiederholt. Das dauert etwa eine halbe Stunde und wirkt bei Michi wie eine Art Meditation. „Eine Kollegin hatte nach einer Stunde Atemübung enorme Glücksgefühle verspürt“, erzählt Michi von seinem Betriebsausflug. „Bei mir ist es mehr eine tiefe Zufriedenheit und dann lächle ich“, berichtet er von seinen Erfahrungen mit der Atemübung.

Alles reine Kopfsache

Seit einem Monat duscht Michi schon kalt. Überwindung braucht er dazu kaum. „Bisher tut mir das sehr gut. Ich fühle mich weniger müde, fitter und entspannter“, so seine bisherigen Beobachtungen. Hauptsache, er kann einen kühlen Kopf behalten. Dabei bewundert er Wim Hof. Der Extremsportler hat schon einige Rekorde aufgestellt, darunter ein Marathon barfuß über dem Polarkreis, eine Besteigung des Mount Everest in Shorts und ein Lauf durch die Wüste Namib ohne Wasser. Mit seinen extremen Leistungen will Wim Hof wohl beweisen, dass vieles möglich ist und alles reine Kopfsache ist. Michis Interesse ist jedenfalls geweckt. Er will die Methode weiter ausprobieren. Doch die kalten Duschen am Morgen werden ihm allmählich zu warm. „Mich reizt mal wieder ein Eisbad“, erklärt er. Mittlerweile hat er sich dazu ausgestattet: 30 Kilogramm Eis lagern in seiner Gefriertruhe und im Garten steht eine Tonne gefüllt mit Wasser aus dem Gartenschlauch. Ich komme aus dem Staunen nicht raus. Michi hingegen kann es kaum abwarten, unser Telefonat zu beenden. Denn dann wird er rausgehen, das Wasser in der Tonne mit 18 Kilogramm Eis auf 5 Grad Celsius herunterkühlen und mit Freude hineingehen. Da bleibt mir nur, viel Spaß zu wünschen.

Quelle: Michi Krauser

Achtung: Langsam anfangen, Eisbäder nur mit Erfahrung!

Doch eine Frage habe ich noch: Was ist, wenn ich das auch ausprobieren will? Langsam schwappt die Begeisterung und Motivation von Michi auf mich über. Doch Michi warnt vor zu starkem Ehrgeiz: „Jeder reagiert anders auf die Kälte und die Atemübungen. Eisbäder sollten nur mit einem erfahrenen Instructor getätigt werden und man sollte stets auf den eigenen Körper hören. Lieber langsam und vorsichtig den Körper an kaltes Wasser gewöhnen und lieber erst einen Kurs machen“, empfiehlt Michi. Schließlich gehe es bei der Wim-Hof-Methode nicht um Wettbewerbe und Kälterekorde, sondern darum, seinem Körper etwas Gutes zu tun. Also immer schön den kühlen Kopf behalten.


Mehr von Stephanie gibt es zum Beispiel in ihrem Artikel 9 Tipps für ein- und mehrtägige Wanderungen im Gebirge zu lesen.

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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