Ski und Rodel gut

3 Minuten

Ski und Rodel gut

Weiße Landschaften und strahlend blauer Himmel – der Winter ist endlich angekommen. Schneewanderer, Skifahrer, Snowboarder oder auch Rodler zieht es hinaus in die freie Natur. Wintersport ist natürlich auch mit Diabetes mellitus möglich – ein paar Dinge gibt es aber trotzdem zu beachten.

Skifahren ist bekanntermaßen nicht gleich Skifahren. Skilanglauf gilt als der klassische Ausdauersport im Schnee. Eine neuere Variante des Skilanglaufs ist das Nordic Cruising: Die Cruiser-Langlaufski sind kürzer, breiter und nicht zuletzt auch schwerer als die klassischen Langlaufski. Damit liegt man sicherer in der Spur, was das Nordic Cruising gerade auch für (Wieder-)Einsteiger einfacher und attraktiver macht.

Skilanglauf: optimales Herz-Kreislauf- und Stoffwechseltraining

“Skilanglauf ist ein optimales Herz-Kreislauf- und Stoffwechseltraining”, so Dr. Peter Zimmer, Diabetologe und Vorsitzender der AG Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Neben der Ausdauer werden Kraft und Koordination trainiert. Alpinski gehört sicherlich zu den komplexesten Sportarten: Ausdauer, Kraft, eine optimale Beweglichkeit und Koordination sind gefragt, um sich der Faszination und dem Abenteuer stellen zu können.

Wintersport ist aber mehr als nur Skifahren. Rodeln, Eisklettern, Schlittschuhlaufen und Schneeschuh-Touren bieten Winterspaß abseits der Pisten und Loipen.

Die körperliche Fitness vor dem Wintervergnügen muss stimmen!

Ob mit oder ohne Diabetes – die körperliche Fitness vor dem Wintervergnügen muss stimmen. Wer unvorbereitet sich in den Schnee oder aufs Eis wagt, riskiert Verletzungen am Bewegungsapparat und möglicherweise auch Herz-Kreislauf-Probleme. Wissenschaftler haben festgestellt, dass das Herzinfarktrisiko mit fallenden Außentemperaturen steigt. Kälte fördert die Bildung von Blutgerinnseln und verengt zudem die Gefäße; das Herz muss nun gegen einen größeren Widerstand arbeiten und gerät in Stress.

Damit der Wintersport unbeschwert genossen werden kann, sollten gerade Menschen mit Diabetes sich vorher ärztlich untersuchen lassen. Und es gilt natürlich wie immer beim Sport, die Signale des Körpers nicht zu ignorieren: Bei Herzschmerzen, Atemnot oder Schwindel muss der Sport unterbrochen werden und gegebenenfalls auch ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtig: zuverlässige Sport- und Diabetes-Ausrüstung

Die Ausrüstung muss passen: Jeder Wintersportler braucht Funktionsunterwäsche, die schnell trocknet und den Schweiß nach außen leitet, Rollis, Pullover oder Jacken aus Funktionsmaterialien zur Wärme-Isolation und eine Jacke zum Wind- und Wetterschutz sowie Handschuhe, Mütze, Schal und Sonnenbrille. Nicht nur bei einer bestehenden Durchblutungsstörung oder einer Schädigung der Nerven in den Beinen ist optimales Schuhwerk beim Wintersport unverzichtbar. Schließlich sollen Blasen, Druckstellen oder Wunden an den Füßen das Vergnügen nicht trüben.

Eine zuverlässige Diabetesausrüstung ist natürlich auch wichtig: Das Blutzuckermessgerät muss möglichst gut auch bei Kälte geeignet sein, das Messen sollte zügig möglich sein. Insulin und Kohlenhydrate für den Notfall müssen vor Kälte ausreichend geschützt sein. Am besten trägt man die gesamte Diabetesausrüstung direkt am Körper, z. B. in einer Innentasche in einer unteren Bekleidungsschicht oder in einem speziellen Umhängebeutel – dann kann nichts gefrieren.

Mit der ausreichenden Fitness, dem Gesundheitscheck und einer richtigen Ausrüstung ist auch der Wintersport mit Diabetes kein Problem: Ski und Rodel gut!

Diabetes- und Sportfibel
Weitere wertvolle Tipps und zahlreiche Erfahrungsberichte rund um Diabetes und Wintersport gibt es in der Diabetes- und Sportfibel

Faszination Wintersport – das Experten-Interview

Begeisterter Wintersportler, wohnhaft im Tölzer Land, Autor der Diabetes- und Sportfibel, Diabetologe an der Fachklink Bad Heilbrunn und nicht zuletzt seit 20 Jahren selbst an einem Typ-1-Diabetes erkrankt – Dr. Bernhard Gehr zählt zu den führenden Experten in Deutschland, wenn es um Diabetes und Wintersport geht.

Diabetes-Journal (DJ): Was fasziniert Sie am Wintersport?
Dr. Bernhard Gehr:
Natur und Bewegung gemeinsam zu erleben, begeistert mich das ganze Jahr. Aber gerade im Winter ist das Naturerlebnis in einer faszinierenden Schneelandschaft noch einmal viel intensiver.

DJ: Welche Wintersportarten empfehlen Sie Ihren Patienten mit Diabetes?
Gehr:
In erster Linie gilt natürlich: Das tun, was Spaß macht. Wintersport in all seinen Facetten bietet Menschen mit Diabetes vielfältige Möglichkeiten, den Winter aktiv zu erleben: Spaziergänge im Schnee, Langlauf in der Loipe, Alpinski, Snowboarden oder auch ausgedehnte Ski-Touren – grundsätzlich ist auch mit Diabetes zunächst einmal alles möglich.

DJ: Worauf sollten Menschen mit Diabetes beim Wintersport besonders achten?
Gehr:
Trainingszustand und Sportausrüstung sollten natürlich den geplanten sportlichen Aktivitäten angepasst sein. Eine zuverlässige Diabetesausrüstung ist wichtig: Das Blutzuckermessgerät muss möglichst gut für Kälte geeignet sein, das Messen muss sehr rasch von der Hand gehen. Insulin und Kohlenhydrate für den Notfall müssen vor Kälte ausreichend geschützt sein. Sport bei Kälte stellt eine besondere Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar, daher sollten gerade Wintersportaktivitäten mit dem Arzt im Vorfeld abgestimmt sein.


von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Sport- und Ernährungsmediziner
Diabeteszentrum Minden, Bismarckstraße 43, 32427 Minden,
Tel. 05 71/84 09 99, E-Mail: mb@diabetes-minden.de
,
Internet: http://www.diabetes-minden.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (1) Seite 62-63

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 10/2026
Die neue Magazin-Ausgabe ist ab sofort erhältlich: Prof. Dr. Thomas Haak aus der Chefredaktion stellt die Themen des Diabetes-Anker-Magazins 10/2026 vor. Unter anderem geht es um das psychische Wohlbefinden bei Diabetes, wie man Bluthochdruck in den Griff bekommt sowie wann und für wen Nahrungsergänzung sinnvoll sein kann.
Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 10/2024 | Foto: MedTriX / Jennifer Sanchez

4 Minuten

Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen
Netzhautschäden zählen zu den häufigsten Diabetes-Folgen, bleiben jedoch oft über lange Zeit unbemerkt. Anlässlich des Tags der Netzhaut am 26. September informiert die DDG darüber, welche Warnzeichen man kennen sollten, wann Kontroll-Untersuchungen nötig sind und wie sich das Risiko senken lässt.
Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen | Foto: Peakstock – stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂