Training verstehen und erleben

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Training verstehen und erleben

Ob Diskus-Olympiasieger Robert Harting, Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, Rodel-Olympiasieger Felix Loch oder die Ski-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch – für sie alle gilt: ohne Fleiß kein Preis …

… oder besser gesagt: Ohne ein intensives Training nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen hätten sie ihre großen Erfolge wohl nie feiern können; am Ende hätten die entscheidenden Zentimeter oder Hundertstelsekunden gefehlt. Komplexe Trainings- und Ernährungspläne, Trainingslager, dazu mentale Unterstützung – niemand stellt die Grundpfeiler einer erfolgreichen Betreuung von Leistungssportlern in Frage.

Geht es aber um den Gesundheitssport, so vergessen wir allzu schnell die Bedeutung einer fundierten Trainingssteuerung: “Fang doch einfach mal mit dem Laufen an!” – Ratschläge, die zum Scheitern verurteilt sind.

Schwierig: “einfach mal anfangen …”

Natürlich gilt im Gesundheitssport in erster Linie das aktuelle olympische Motto Dabei sein ist alles und weniger die historische olympische Devise “Citius, altius, fortius”, in der wörtlichen Übersetzung “Schneller, höher, stärker”. Aber gerade hier geht es natürlich um eine kontinuierliche Verbesserung der individuellen Fitness – völlig losgelöst vom Wettkampfgedanken – und natürlich um das Vermeiden von Verletzungen.

Was gilt es beim Training zu beachten?

Es muss eine angemessene Trainingsbelastung vorliegen; Sportwissenschaftler sprechen vom trainingswirksamen Reiz. So bleibt eine zu niedrige Belastungsintensität wirkungslos, eine zu starke führt zu Schäden. Mit regelmäßigem Training verbessert sich der Trainingszustand. Die Belastung muss angepasst werden: Eine Belastungssteigerung ist erforderlich.

Kontinuität ist zudem wichtig. Eine Unterbrechung des Trainings führt zu einem Rückgang der Leistungsfähigkeit. Krankheitsbedingte Pausen sind natürlich mitunter nicht zu verhindern – im Urlaub aber trainiert man besser weiter.

Trainingspausen sind nicht mit erforderlichen Regenerationsphasen zu verwechseln. Zu jedem Training gehören auch Phasen der Erholung – Muskulatur und Stoffwechselprozesse müssen sich regenerieren, um dann wieder startklar für die nächste Trainingseinheit zu sein. Zu lange und auch zu kurze Trainingspausen führen zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit.

Die Regenerationsphase

Die erforderliche Dauer der Regenerationsphase wird von vielen Faktoren bestimmt, vor allem aber vom Trainingszustand. Orientierend kann man festhalten: Trainingseinsteiger benötigen ca. 48 Stunden Pause zwischen den Trainingseinheiten, Fortgeschrittenen reichen 24 Stunden. Auch für ambitionierte Gesundheitssportler gilt: nicht mehr als 5 Trainingstage pro Woche.

Ferner sollte natürlich das Training angepasst sein an Alter und Gesundheitszustand. Die Belastungsfolge im Training muss stimmen: So gehören technisch anspruchsvolle oder neu zu erlernende Trainingsinhalte eher an den Anfang des Trainings, Ausdauereinheiten ans Ende. Variierende Belastungen sind zudem wichtig – monotone Trainingseinheiten über lange Zeiträume ermüden Körper und Geist.

So viel zu beachten – da lässt man es lieber?

Auf keinen Fall sollte man das Training lassen, bloß weil viel zu beachten ist! Nehmen Sie Kontakt zu Übungsleitern und Gesundheitstrainern auf – die überspringen mit Ihnen gern die ersten Hürden gemeinsam. Mit einer guten Trainingssteuerung bereitet das “Dabeisein ist alles” noch viel mehr Freude.


von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Facharzt für Sportmedizin und Ernährungsmedizin

Diabeteszentrum Minden, Bismarckstraße 43, 32427 Minden, Telefon 0571-840999, E-Mail: mb@diabetes-minden.de
, Internet: www.diabetes-minden.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (11) Seite 78-79

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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